Darf man Python-Applikationen verkaufen?

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droptix
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Darf man Python-Applikationen verkaufen?

Beitragvon droptix » Donnerstag 12. Januar 2006, 22:09

Darf man mit Python Applikationen erstellen und sie kommerziell vertreiben, also Geld damit verdienen? Oder steht Python unter einer Lizenz, die mir das verbietet?
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fs111
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Beitragvon fs111 » Donnerstag 12. Januar 2006, 23:03

Kurze Antwort: Ja, darfst Du.

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Pydoc-Integration in vim - Feedback willkommen: http://www.vim.org/scripts/script.php?script_id=910
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Leonidas
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Beitragvon Leonidas » Freitag 13. Januar 2006, 11:36

Python Steht unter der PSF-Lizenz die von der Python Software Foundation gemacht wurde (wohl in Anlehnung an die Apache-Lizenz). Sie verbietet dir in keinster weise dein Programm zu vermarkten.

Übrigens tut das die GPL auch nicht.. so könntest du sogar für GPL-Programme Geld verlangen. Würde nur kaum jemand zahlen.
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Beitragvon N317V » Freitag 13. Januar 2006, 12:43

Leonidas hat geschrieben:Übrigens tut das die GPL auch nicht.. so könntest du sogar für GPL-Programme Geld verlangen. Würde nur kaum jemand zahlen.


So wie ich die GPL verstehe, verlangt sie nicht, dass man den Quellcode der ganzen Welt zur Verfügung stellt. Es darf nur die Weitergabe nicht beschränkt werden und der Quellcode muss dabei sein. Es kann also durchaus sein, dass man z.B. für einen Kunden eine hochspezialisierte Lösung erarbeitet und sich dafür bezahlen lässt. Ich denke auch, dass das durchaus nicht unüblich ist.
Es gibt für alles eine rationale Erklärung.
Außerdem gibt es eine irrationale.

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Muss der Quellcode dabei sein?

Beitragvon droptix » Freitag 13. Januar 2006, 14:49

Ach ja, das ist ein gutes Stichwort: Muss der Quellcode meiner Python-Applikationen dabei sein, wenn ich sie verkaufe?

Wäre schwierig wenn es um ein innovatives Produkt geht, aber eine Auslieferung des Quellcodes bedeuted manchmal den wirtschaftlichen Ruin... man könnte schnell was klauen oder kopieren.
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Beitragvon N317V » Freitag 13. Januar 2006, 15:11

@droptix: Darüber will ich jetzt mit Dir nicht streiten. Wenn Dir das wirklich wichtig ist rate ich Dir, Dich mit einem entsprechenden Rechtsexperten zusammenzuschließen. In der oben verlinkten Lizenz steht IMHO explizit nichts davon drin, aber ich bin auch kein Jurist.
Es gibt für alles eine rationale Erklärung.
Außerdem gibt es eine irrationale.

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Re: Muss der Quellcode dabei sein?

Beitragvon mr.hide » Freitag 13. Januar 2006, 15:26

droptix hat geschrieben:Ach ja, das ist ein gutes Stichwort: Muss der Quellcode meiner Python-Applikationen dabei sein, wenn ich sie verkaufe?

Wäre schwierig wenn es um ein innovatives Produkt geht, aber eine Auslieferung des Quellcodes bedeuted manchmal den wirtschaftlichen Ruin... man könnte schnell was klauen oder kopieren.
Mir wäre rein technisch gesehen keine Möglichkeit bekannt wie du verhinderst dass der Quellcode ausgelesen wird.

Am besten ist da noch sein Geld über den Servicevertrag zu beschaffen.
Grüße
Matthias

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Re: Muss der Quellcode dabei sein?

Beitragvon Joghurt » Freitag 13. Januar 2006, 15:55

droptix hat geschrieben:Ach ja, das ist ein gutes Stichwort: Muss der Quellcode meiner Python-Applikationen dabei sein, wenn ich sie verkaufe?
Nein, die Pythonlizenz bezieht sich auf den Code von Python selbst! Alle Programme, die du damit erstellst, fallen natürlich nicht darunter. Solltest du jedoch für dein Programm die Standardbibliothek ändern, gilt für diesen Teil die Pythonlizenz, du müsstest also wahrscheinlich(hab die Lizenz nicht mehr im Kopf) für diesen Teil den Quellcode offenlegen.

Programme, die mit Visual C++ geschrieben werden, fallen ja auch nicht automatisch in den Besitz von Microsoft.

Betreffs des Quellcodes/Ruin, das stimmt so nicht, selbst aus kompiliertem C++ Code kann man reverse-engeneering betreiben. Bei Python kommst du jederzeit recht bequem mit decompyle an den Quellcode ran.
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Re: Muss der Quellcode dabei sein?

Beitragvon Leonidas » Freitag 13. Januar 2006, 16:17

Joghurt hat geschrieben:Solltest du jedoch für dein Programm die Standardbibliothek ändern, gilt für diesen Teil die Pythonlizenz, du müsstest also wahrscheinlich(hab die Lizenz nicht mehr im Kopf) für diesen Teil den Quellcode offenlegen.

Echt? Das wäre mir neu, dass die PSF-Lizenz dies vorraussetzt. Beim Durchblättern habe ich das auch nirgendwo gelesen, oder vielleicht doch, nur es nicht verstanden (englische Juristensprache?). :?:
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Re: Muss der Quellcode dabei sein?

Beitragvon mitsuhiko » Freitag 13. Januar 2006, 16:34

mr.hide hat geschrieben:Mir wäre rein technisch gesehen keine Möglichkeit bekannt wie du verhinderst dass der Quellcode ausgelesen wird.


.pyc Dateien von python2.4 lassen sich atm nicht decompilieren. Da kommt nur ein python code objekt raus, dass code ausführen kann, aber nicht der quellcode oder ein ast tree.
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Re: Muss der Quellcode dabei sein?

Beitragvon Joghurt » Freitag 13. Januar 2006, 16:38

Leonidas hat geschrieben:Beim Durchblättern habe ich das auch nirgendwo gelesen, oder vielleicht doch, nur es nicht verstanden (englische Juristensprache?). :?:
Ich hab ja auch geschrieben, dass ich die PSF nicht mehr im Kopf habe.
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Re: Muss der Quellcode dabei sein?

Beitragvon ProgChild » Freitag 13. Januar 2006, 17:37

Leonidas hat geschrieben:
Joghurt hat geschrieben:Solltest du jedoch für dein Programm die Standardbibliothek ändern, gilt für diesen Teil die Pythonlizenz, du müsstest also wahrscheinlich(hab die Lizenz nicht mehr im Kopf) für diesen Teil den Quellcode offenlegen.

Echt? Das wäre mir neu, dass die PSF-Lizenz dies vorraussetzt. Beim Durchblättern habe ich das auch nirgendwo gelesen, oder vielleicht doch, nur es nicht verstanden (englische Juristensprache?). :?:

Nicht alle Module, die mit Python ausgeliefert werden stehen unter der PSF. Unter umständen, musst du bei Änderungen an bestimmten Modulen, die Änderungen veröffentlichen.
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Beitragvon Gast » Freitag 13. Januar 2006, 20:14

Ich plane auch nicht, den Python Quellcode oder zur Verfügung stehende Module zu ändern... dafür reicht es bei mir noch nicht :D

Aber es wär schonmal rechtlich interessant, wenn man ein kleines sehr hilfreiches Tool bastelt und verkaufen will.

Wo könnte man sich da exakt kundig machen? Ich kenne ein paar Juristen. Wird bestimmt bloß kompliziert, wenn's um internationale Lizenzen geht, wegen internationalem Recht...

Zum Thema Quellcode decompilieren mache ich mal hier nen Extra-Thread auf.
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Das war droptix

Beitragvon droptix » Freitag 13. Januar 2006, 20:18

^^ Das war kein Gast, sondern 'droptix'.
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Re: reine Eigenentwicklung

Beitragvon Leonidas » Freitag 13. Januar 2006, 21:46

Anonymous hat geschrieben:Wo könnte man sich da exakt kundig machen? Ich kenne ein paar Juristen. Wird bestimmt bloß kompliziert, wenn's um internationale Lizenzen geht, wegen internationalem Recht...

Naja, GPL und PSF sind ja eigentlich amerikanische Lizenzen, aber GPL wurde afair auch schon von einem deutschen Gericht bestätigt. Dagegen sind die Creative Commons Lizenzen auch auf die einzelnen Länder abgestimmt.
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