Zeitaufwand für Programmierung schätzen

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N317V
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Zeitaufwand für Programmierung schätzen

Beitragvon N317V » Dienstag 7. März 2006, 10:33

Hallo zusammen!

Mein Chef will für mein neues Projekt einen Zeitstrahl. Irgendwie hab ich aber ein Problem mit meinem Zeitgefühl. Gibt es irgendwelche Tipps und Tricks zum Einschätzen von Programmieraufwand? Ich meine: außer auf schon fertig programmierte Module zurückgreifen und die dafür aufgewendete Zeit im nachhinein mit der Gießkanne auf kommende Projekte verteilen.

Greetings!

N317V
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Beitragvon CM » Dienstag 7. März 2006, 10:56

Meine Methode: 1. Schätzen. 2. 30% Aufschlagen bis ein Programm steht, daß einigermaßen läuft. 3. Diesen Zeitaufwand verdoppeln, bis ein Programm steht, daß ein 0815-Nutzer auch bedienen kann - und dabei habe ich noch nie ein großes Projekt mit Tipp-Topp-GUI angefangen. (4. Für besondere Interfaces, z. B. Datenbanken, die erstellt werden müssen oder ähnliches, noch einmal Zeit extra einplanen.)

Klingt verrückt? Denke ich aber aber nicht ...

Schönen Gruß an Deinen Chef,
Christian
Patrick
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Beitragvon Patrick » Dienstag 7. März 2006, 11:01

Das ist ne gesunde Einschaetzung, die CM da angibt.
Ist echt normal, dass man soviel aufschlaegt, denn im Endeffekt brauch man immer laenger, wie veranschlagt.

Auch wenn man kurz vorm Ziel zu sein scheint, kommt in der Regel noch was echt zeitaufwendiges dazwischen und verspaetet den Milestone.
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Beitragvon N317V » Dienstag 7. März 2006, 11:22

Hallo CM,

klingt ja schon ganz gut. Ein Kumpel von mir schlägt immer 50% drauf, aber...
CM hat geschrieben:Meine Methode: 1. Schätzen.

... da beißts bei mir schon aus. Der große Aufwand ist doch, dass einem die Lösung für ein Problem einfällt. Diese Lösung dann in Programmiersprache zu formulieren ist doch das wenigste. Nur: wie lange brauch ich, damit mir ne Lösung einfällt?

CM hat geschrieben:Schönen Gruß an Deinen Chef,

Werd ich ausrichten :-)
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Beitragvon CM » Dienstag 7. März 2006, 11:54

Hallo,
N317V hat geschrieben:
CM hat geschrieben:Meine Methode: 1. Schätzen.

... da beißts bei mir schon aus. Der große Aufwand ist doch, dass einem die Lösung für ein Problem einfällt. Diese Lösung dann in Programmiersprache zu formulieren ist doch das wenigste. Nur: wie lange brauch ich, damit mir ne Lösung einfällt?

Da hast Du natürlich recht. Das ist das vertrackte. Aber wenn Dein Chef Dir ein "ganzes" Projekt zuschustert, ist das doch nicht das erste an dem Du mitarbeitest. Auf der Basis kannst Du dann doch schätzen - im Zweifelsfall versuchst Du eben - so realistisch wie möglich - eine Obergrenze anzugeben. Dein Chef wird damit nicht zufrieden sein, aber er ist ein Manager und will eben eine Zahl genannt bekommen. Ob diese überhaupt realistisch sein kann, sei mal dahingestellt. Allerdings ist die Reaktion Deines Chefs wohl mit einer besseren Metrik zu erfassen als Deine Einschätzung :lol: - und das ist doch auch eine wunderbare Rückkopplung.

Gruß,
Christian
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Beitragvon modelnine » Dienstag 7. März 2006, 14:54

Wichtigstes "Berechnungskriterium" bei Projektzeit: "10% der Arbeit werden 90% der Zeit kosten."

Ich weiß nicht mehr genau woraus dieses Zitat stammt (ich glaub aus The Mythical Man-Month), aber auf jeden Fall trifft das ziemlich genau den Kern. Die 10% der Arbeit sind im Normalfall die Zeit die es braucht um aus einem Prototypen ein fertiges Produkt zu machen, zumindest aus meiner Erfahrung...
--- Heiko.
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Beitragvon N317V » Dienstag 7. März 2006, 15:36

CM hat geschrieben:Allerdings ist die Reaktion Deines Chefs wohl mit einer besseren Metrik zu erfassen als Deine Einschätzung :lol: - und das ist doch auch eine wunderbare Rückkopplung.


Da krieg ich die Kurve nicht ganz. Wie meinst Du das? Die Reaktion meines Chefs mit ner Metrik erfassen? :shock:
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Beitragvon CM » Dienstag 7. März 2006, 15:56

Ganz einfach: Wenn Du Deinem Chef die Einschätzung präsentierst wie lange es dauern wird und er fängt an zu lachen, dann lagst Du deutlich über dem Zeitraum, den er für vertretbar hält. Wenn er gütig lächelt und und Dich anspornt, dann hast Du wohl einen Zeitraum genannt, der kürzer war als er erwartet hat. Und wenn Du genau richtig lagst, dann wird versuchen, den Zeitraum etwas kürzer anzusetzten, um mehr aus Dir herauszuholen.

Und das ist jetzt nicht so flapsig gemeint wie es klingt!

Gruß,
Christian
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Beitragvon N317V » Montag 13. März 2006, 17:25

Also erstmal nochmals danke schön für die Antworten! Es gibt wohl so einige Methoden um den Zeitaufwand richtig zu kalkulieren. Alle, die ich gefunden hab, basieren erstmal auf einer persönlichen Schätzung, auf die dann irgendwie draufgeschlagen wird. Je nach verwendeter Formel komme ich so für mein Projekt auf einen Zeitaufwand zwischen 25.5 und 48 Manntagen. Ganz schön große Spanne! :shock: Ich glaub ja immernoch, dass man das vorher einfach nicht sagen kann. Aber wie CM schreibt: Manager wollen sowas halt. Mal kucken, was die morgen dazu sagen...
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Joghurt
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Beitragvon Joghurt » Dienstag 14. März 2006, 17:03

Patrick hat geschrieben:denn im Endeffekt brauch man immer laenger, wie veranschlagt.
Ähm...

Was du da sagt, heisst: "Im Endeffekt braucht man immer länger, genauso wie es auch veranschlagt wurde"

Ich nehme mal an, dass du "...immer länger als veranschlagt" meintest, oder? (Also ohne Komma und als statt wie)

Sorry, wenn das nach Korinthenkackerei klingt, aber ich bin mir echt nicht sicher, was du meintest.

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