Mit Freier Software Geld verdienen

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droptix
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Mit Freier Software Geld verdienen

Beitragvon droptix » Samstag 14. Januar 2006, 12:01

Edit (Leonidas): Thread aus "Python richtig kompilieren -> kein Dekompilieren" ausgetrennt.

blackbird hat geschrieben:Machs einfach nicht. Codeklau geht auch mit compilierten Quellcode wunderbar. Also lass es einfach.
Lizensiers einfach unter GPL und erfreu dich dran.


Da ich selbst ein großer Freund der Open Source Gemeinde bin, stimme ich dir grundsätzlich zu. Wenn man sich allerdings mit dem Programmieren sein täglich Brot verdient, muss man halt einfach darauf achten, seine Ideen und damit seinen Code zu schützen.

Ich hätte auch grundsätzlich kein Problem damit, meine Programme frei zur Verfügung zu stellen, aber ich mag es nicht, wenn andere drin rumwerkeln und das mit meiner Ursprungsidee in Verbindung gebracht wird. Also mag ich es entweder lieber Closed Source oder noch mit einer Art Dachorganisation, die bestimmt, welche Quellcode-Änderungen (von anderen Entwicklern) übernommen werden... das geht dann natürlich nur Open Source.

Jedenfalls sollte man seinen Quellcode schützen können, da der rechtlich gesehen auch geistiges Eigentum darstellt. Ich finde das manchmal schon wichtig und es ist ja auch üblich.

Python eignet sich für mich sehr gut, weil man es sehr schnell erlernen kann, wenn man aus anderen Skriptsprachen adaptieren kann. Außerdem könnte man bei Bedarf ganz einfach Open Source gehen, wenn die Zeit dafür reif ist. Ich denke, dass sich ein Python-Programm mit offenem Quellcode schneller weiter entwickelt als ein C-Programm...
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mitsuhiko
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Re: Codeschutz

Beitragvon mitsuhiko » Samstag 14. Januar 2006, 12:53

droptix hat geschrieben:
blackbird hat geschrieben:Machs einfach nicht. Codeklau geht auch mit compilierten Quellcode wunderbar. Also lass es einfach.
Lizensiers einfach unter GPL und erfreu dich dran.


Da ich selbst ein großer Freund der Open Source Gemeinde bin, stimme ich dir grundsätzlich zu. Wenn man sich allerdings mit dem Programmieren sein täglich Brot verdient, muss man halt einfach darauf achten, seine Ideen und damit seinen Code zu schützen.

Nein. Man muss nicht darauf achten. Sowas schützt man per Lizenz.

droptix hat geschrieben:Ich hätte auch grundsätzlich kein Problem damit, meine Programme frei zur Verfügung zu stellen, aber ich mag es nicht, wenn andere drin rumwerkeln und das mit meiner Ursprungsidee in Verbindung gebracht wird. Also mag ich es entweder lieber Closed Source oder noch mit einer Art Dachorganisation, die bestimmt, welche Quellcode-Änderungen (von anderen Entwicklern) übernommen werden... das geht dann natürlich nur Open Source.

BSD Lizenz nehmen und so modifizieren um das Forken verbieten.

droptix hat geschrieben:Jedenfalls sollte man seinen Quellcode schützen können, da der rechtlich gesehen auch geistiges Eigentum darstellt. Ich finde das manchmal schon wichtig und es ist ja auch üblich.

Wie mans nimmt. Ich finds in jeglicher Hinsicht schwachsinnig. Ob nun OpenSource oder nicht.
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Beitragvon ProgChild » Samstag 14. Januar 2006, 14:15

blackbird hat recht. Deine Kunden sollen einem Vertrag zustimmen, der ihnen die Nutzung des Quelltextes einschränkt und die Weitergabe verbietet. Wenn du einen Vertrag mit deinen Kunden schließt und davon ausgehst, dass sie sich nicht daran halten, solltest du dich um andere Kunden bemühen.
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Die Konkurrenz schläft nicht

Beitragvon droptix » Samstag 14. Januar 2006, 16:28

Es geht mir weniger um die Kunden als um die Konkurrenz. Ein offener Quellcode zeigt Ansätze und die Vorgehensweise. Auch wenn man die Verwendung per Lizenz verbietet, kann man sich Ideen klauen und nachbauen. Und es braucht nur ein untreuer Kunde zu sein, der der Konkurrenz den vollständigen Einblick gibt. :?
Gast

Beitragvon Gast » Donnerstag 19. Januar 2006, 19:24

Da muss ich einfach zustimmen.

Das Behaupten von "Schütz es über Lizenz" ist praktisch sinnlos.
Ich sag nur "koders".

Möchte nicht wissen wieviele sich mal eben damit einen Lösungsansatz holen - Und da interessiert die Lizenz nicht die Bohne ... alles Wunschdenken, da es sowieso nicht Nachweisbar ist.

Ich bin auch für nicht reversible Kompilierung !

Das man mit genug Aufwand rankommt ist klar, aber ich muss ja nicht jedem es ganz einfach machen dadrin rumzupfuschen.
modelnine
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Beitragvon modelnine » Donnerstag 19. Januar 2006, 19:38

Hallo?! Jegliche Kompilierung ist reversibel, sonst würde es keine Firmen wie F-Secure o.Ä. geben die sich den Gelderwerb damit verdienen würden Programme zu analysieren.

Ich verstehe es einfach nicht wie man dem Denken verhaftet bleiben kann dass nur ein compiliertes Programm ein gutes Programm ist. Es ist genauso "halbtrivial" ein Programm was als Maschinencode für einen x86-Rechner vorliegt zu dekompilieren um Quelltext rauszubekommen (sei es als Flussdiagramm, als Assembler, was auch immer) mit einem sinnvollen Tool, wie es das auch ist für jegliche Form der virtuellen Maschine (die Python-VM eingeschlossen).

Verträge sind dazu da eingehalten zu werden, und im besonderen ist die Lizenz unter der ein Programm steht der Vertrag der zwischen Hersteller/Programmierer und Käufer/Anwender geschlossen wird. Wenn wir annehmen dass dieser Vertrag immer und vorsätzlich gebrochen wird: wie könnte dann gesellschaftliches Zusammenleben überhaupt funktionieren?

Bitte schaut auf Wikipedia mal nach was da zu Verträgen steht (bzgl. dem geschichtlichen Hintergrund, sehr interessant), und dann überlegt Euch ob Ihr wirklich der Ansicht seit dass Eure Benutzer böse sind und nur Ihr die guten seid und Ihr deswegen die Benutzer vor sich selbst schützen müsst (nichts anderes ist DRM), oder aber ob es vielleicht sinnvoller ist mit dem Benutzer zu kooperieren (indem man einen Vertrag abschließt, die Lizenz nämlich), in dem festgelegt ist was welche der beiden Parteien darf.

Wenn ihr zu ersterem Resultat kommt, dann kann ich Euch nur ganz offen sagen: es ist schade dass es überhaupt Leute gibt die mit Euch Geschäfte machen.

Ganz davon abgesehen: ich habe in meinem Leben bisher 2 wirklich gute, intelligente Programme gesehen, wofür ich den Programmierer wirklich loben würde. Nur: in beiden Fällen hat der Programmierer das Tool von sich aus freigegeben, weil er sich erhofft hat dass damit das Programm mit seinen Anwendern weiter wachsen kann und hat genügend Geld damit gemacht sich darauf zu beschränken das Programm anderen zu erklären und Support dafür zu leisten.

Und: Bildet Euch doch nicht immer ein dass Ihr in diese Kategorie Programmierer gehört, Ihr tut es sicherlich nicht wenn Ihr überhaupt über sowas wie Quellcodeabsicherung gegen den Benutzer nachdenkt. Ihr seid einfach nur viel zu überzeugt von Euch selbst und Eurer eigenen Qualität.

ICH HASSE DIESE DISKUSSIONEN!

--- Heiko.

PS: Kann man nicht verbieten dass jemand der sich über solche Sachen Gedanken macht Python benutzt? Python lebt davon dass es eine freie Community gibt, dass alle Leute dazu beisteuern dass die Programmiersprache und die Stdlib nach vorne gebracht wird. Diese ganze Diskussion ist sowas von sinnlos.
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Beitragvon modelnine » Donnerstag 19. Januar 2006, 19:47

Noch ein kleines PS:

Ich selber verdiene Teil meines Geldes mit Programmierung. Ich weiß aber auch, dass wenn ich ein Programm einem Kunden gebe ich mir sicher sein kann dass er die Lizenz zwischen uns beiden einhält. Ich vertraue ihm da. Ich prüfe nicht nach.

Und es funktioniert prima. Ich sitze nicht auf der Straße, bin nicht obdachlos, und hab eigentlich Kunden die mit meiner Arbeit zufrieden sind. Und die später auch noch mal wiederkommen und ein Update kaufen.

--- Heiko.
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Recht auf eigene Meinung?

Beitragvon droptix » Donnerstag 19. Januar 2006, 21:17

Sorry, dass ich meine eigene Meinung dazu hab :twisted:

Nein mal ernsthaft: Es geht nicht immer, dass man nur vom Support lebt. Das funktioniert erst ab einer bestimmten Masse, nicht aber in einer Nische. Dort müssten die Supportkosten dann wieder so hoch sein, dass es schon fast unverschämt ist. Ich denke, das ist (d)ein Wunschdenken.

modelnine hat geschrieben:Ich vertraue ihm da. Ich prüfe nicht nach.


Vertrauen is gut, Kontrolle is bessa! Wie gesagt: es geht mir nicht um die Kunden, sondern um die Konkurrenz. Der Kunde ist ja auch mein Freund. Die Konkurrenz belebt zwar bekanntlich das Geschäft (aber nur wegen den Preisen), kann einen aber auch kaputt machen. Und wenn man gerade als Einsteiger v.a. die Idee schützen will, dann sollte man das tun dürfen.

Was nützt es mir, wenn mein Quellcode von Anfang an offen ist und eine große Firma mit Profi-Entwicklern kommt, diese Idee aufgreift (denn die lässt sich schwer schützen und da was nachzuweisen ist wohl auch problematisch) und einfach schneller umsetzen kann als ich und mein winziges Entwicklerteam?

Ich finde, es ist mein gutes Recht, mit meiner Software Geld zu verdienen. Und ich habe auch das Recht, meine Ideen zu schützen. Das kann eine Lizenz leider nur theoretisch, aber nicht praktisch. Also was nützt mir dann eine Lizenz? Das ist wie: Was nützt es mir, wenn meine Brücke theoretisch hält, praktisch aber beim Drüberlaufen einstürzt?

Und warum ich Python nutzen möchte? Weil ich später vorsehe, meine Programme Open Source zu machen, aber eben erst wenn sie eine gewisse Reife erreicht und sich bewährt haben. Python auch deshalb, weil eine offene Weiterentwicklung meiner Meinung nach besser anlaufen würde als ein freier C-Quellcode. Und wie gesagt: ich mag es nicht, wenn andere in meinem Quellcode rumpfuschen... ich habe da lieber etwas mehr Kontrolle.
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Re: Recht auf eigene Meinung?

Beitragvon Joghurt » Donnerstag 19. Januar 2006, 21:26

Ich verstehe deine Argumentation nicht ganz. Du sagst, der Kunde ist dein Freund, aber vertrauen tust du ihm wohl nicht. Denn wie bitteschön soll die Konkurrenz an das Programm kommen, wenn nicht dein Kunde dieses Programm weitergibt?

Eine Lizenz bietet genausoviel Schutz wie jede andere Form des Rechtssystems. Die Tatsache, dass du einen Kaufvertrag für dein Auto unterschrieben hast, hindert Diebe auch nicht daran, dein Auto zu stehlen.

Aber zurück zum Thema: wie ich wahrscheinlich schonmal gesagt habe, wird einem Konkurrenten, der dein Programm unbedingt haben und als sein eigenes Verkaufen will, dies auch mit einem compilerten Programm tun können, der Aufwand ist etwas größer, aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Und wieso kannst du kein Geld durch Support verdienen? Ob du jetzt € x für das Anfertigen einer Kopie oder denselben Betrag für das installieren des Programmes sowie Support für 6 Monate (oder was auch immer) nimmst, kommt letztenendes doch aufs selbe raus.

Nicht das du mich falsch verstehst: es ist dein gutes Recht, mit deinem Programm das zu machen, was du willst, ich finde nur, dass diese Gängelung des Kunden weniger Vorteile hat, als allgemein angenommen.
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Beitragvon modelnine » Donnerstag 19. Januar 2006, 22:14

droptix:

Du wirfst mir vor dass man erst ab einer gewissen kritischen Masse vom Support leben kann. Dabei hab ich nicht gesagt dass ich vom Support lebe (das tue ich nur bei einem Projekt von mir), sondern ich lebe auch vom Programm, und vom Verkauf meines Programms, und vom Verkauf meiner Arbeitskraft als Programmierer. Was ich aber tue, im Gegensatz zu Dir:

ich vertraue meinem Kunden dass wenn ich ihm sage dass er das Programm nicht weitergeben darf, dass er dieses auch nicht tut. Dafür haben wir beide einen Kaufvertrag unterschrieben, in dem drinsteht was er mir bezahlt und was er mit dem Produkt machen darf, und in dem auch drinsteht was ich dafür für Leistungen zu erbringen habe. Vor allen Dingen steht da drin dass ich keinen Support für selbst-gepatchte Dinge übernehme, außer sie sind von mir abgesegnet.

In der Lizenz die beim Programm dabeiliegt steht das ganze auch noch mal dokumentiert. Wenn ich meinem Kunden vertraue belasse ich es dabei, denn wir beide haben uns über die Absprache des Vertrages zugesichert dass wir uns an die Spielregeln halten die da drinstehen. Wenn ich ihm nicht vertraue fange ich an ihm Steine in den Weg zu legen mein Produkt anzuwenden, zum Beispiel über den von Dir ach so favorisierten Kopierschutz.

Was ist wenn ich mein Programm dem Kunden quelloffen zur Verfügung stelle? Ich habe von einem Kunden mehrfach schon Patches zu meinem Produkt erhalten, weil er einfach Fehler gefunden hat und die selbst korrigiert hat. Er möchte kein Copyright auf die Patches weil er froh ist dass er mein Projekt hat, allerdings stellt er mir die Patches wieder zur Verfügung. Somit tue ich ihm etwas gutes (er kann selbst Dinge sofort korrigieren ohne auf mich warten zu müssen, auch wenn ich ihm dann erst wieder Support gebe wenn ich die Patches offiziell integriert habe) und er mir auch (ich finde Fehler schneller, und auch die Korrektur schneller).

Was wäre wenn ich meinen Kunden nicht vertraue? Der Kunde findet etwas was nicht in Ordnung ist. Er ruft bei mir an, ich sage: kann ich nicht nachvollziehen, blah, blah, blah, geht hin und her, er hat keine Chance zu sehen was ich tue, ich habe keine Chance zu sehen was er tun will, und er kauft das nächste Update meines Programms nicht mehr weil mein Programm nach seiner Meinung Scheiße ist.

Gerade in dem Bereich den Du ansprichst wo die Konkurrenz zwischen mehreren Software-Produkten groß ist ist es doch in Deinem Interesse den Kunden so viel wie möglich zufriedenzustellen. Und das tut man nicht mit der letzteren Lösung, oder? Man vergrault ihn eher.

Natürlich ist das idealisiert, aber Du wirst selbst wenn Du die Quellen rausgibst sehen dass es viele Anwender gar nicht weniger interessieren könnte ob da auf Platte jetzt .py oder .pyc-Files liegen. Die beachten die nämlich erst mal überhaupt nicht, und vor allen Dingen werden sie das Programm auf keinen Fall mit nach Hause nehmen, denn wir reden über Business-Software, die kein Mensch zu Hause braucht (z.B. Fibu-Programme). Ich gehe stark davon aus dass Du keine Programme schreibst die in der Endanwenderwelt Verwendung finden, so hört es sich nicht an.

Und als letztes: droptix, nix gegen Dich, aber Du bist einfach so verdammt überzeugt von Dir selbst dass Du nicht mitkriegst dass Du nur ein Programmierer bist wie ich, und wie auch jemand in Indien. Wenn ein Konkurrent von Dir ein ähnliches Programm zur Verfügung stellen will wie Du wird er mit Sicherheit nicht Deinen Quellcode stehlen, sondern das ganze für einen Bruchteil des Geldes den er hier einem Programmierer bezahlen müsste nach Indien auslagern, und das selbe Programm auch so kriegen. So hat er nämlich Rechtssicherheit, da er es "selbst" implementiert hat. Und glaub mir: so intelligent wie Du ist ein anderer Mensch in Indien schon lange, unabhängig von Dir und Deinen ach so tollen Einsichten. Vielleicht bin sogar ich genauso intelligent und komme unabhängig von Dir auf so grandiose Einsichten wie es Deine Software zu haben verspricht.

Open Source ist ein Mittel zum Zweck. Und bringt Dir mehr als es Dir jemals schaden könnte. Du siehst nur den Feind "Kunde." Sieh mal den Freund "Kunde." Und schon ist Open Source gar nicht mehr so ganz weit entfernt.

--- Heiko.

PS: Ich rede von Open Source. Setz Dich mal mit dem Begriff auseinander und Du wirst sehen dass Open Source nicht umbedingt bedeutet dass man das Programm umsonst rausgeben muß. Es bedeutet einfach nur dass ich einem Kunden von mir Zugriff auf mein Produkt und seine Innereien gebe.
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Beitragvon Python 47 » Donnerstag 19. Januar 2006, 22:33

Wow ich muss sagen, das ich deine Einstellung gut finde. Du hast gute Ansichten!
mfg

Thomas :-)
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Beitragvon modelnine » Donnerstag 19. Januar 2006, 22:52

Anderes Beispiel: ich entwickle ein Software-Paket welches eine gewisse Funktionalität (z.B. eine verteilte Hash-Tabelle) zur Verfügung stellt. Das ganze ist gedacht als eine Library die man in ein Programm einbinden kann, und ist in gewisser Weise innovativ und neu. Ich bedenke viel Funktionalität, aber eben nicht alles.

Jetzt verkaufe ich diese Library weil irgendjemand damit etwas machen will.

Verkaufe ich ihm diese Library als Paket in das er keinen Einblick hat, ist das erste was passiert dass mich mein Kunde anruft und sagt: das was wir tun wollen geht aber damit nicht, programmier es anders, wir können es nicht ändern weil wir nur die Bibliothek sehen.

Verkaufe ich ihm meine Library (und behalte das Copyright), gebe ihm aber den Quellcode mit, so hat er sofort die Möglichkeit zu sehen wie ich etwas getan habe und kann das ganze dann nach seinen Bedürfnissen entsprechend erweitern/verändern. Wenn er nett ist kriege ich die Patches von ihm wieder zurück, ist er es nicht, auch egal, ich habe keine weitere Arbeit, weil er selbst am Programm Dinge ändern kann.

Was ist Dir lieber?

--- Heiko.
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Der Kunde bleibt mein Freund

Beitragvon droptix » Freitag 20. Januar 2006, 10:46

@Joghurt:

Joghurt hat geschrieben:wie ich wahrscheinlich schonmal gesagt habe, wird einem Konkurrenten, der dein Programm unbedingt haben und als sein eigenes Verkaufen will, dies auch mit einem compilerten Programm tun können, der Aufwand ist etwas größer, aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.


By the way: Ist das dekompilieren eigentlich illegal? Oder kann darf jeder auf dem Markt existierende Software dekompilieren, um an den Quellcode zu kommen?

Joghurt hat geschrieben:Und wieso kannst du kein Geld durch Support verdienen? Ob du jetzt € x für das Anfertigen einer Kopie oder denselben Betrag für das installieren des Programmes sowie Support für 6 Monate (oder was auch immer) nimmst, kommt letztenendes doch aufs selbe raus.


Wenn die Software Open Source ist, wird es viele fähige Admins geben, die genügend Zeit investieren, um das Programm ohne Support auf die Beine zu stellen. In den meisten Fällen wird das wohl auch gelingen. Jeder ehrgeizige Admin ist ein Kunde weniger für mich. In der Summe sind das vielleicht nur halb so viele Kunden als wenn ich Closed Source hätte. Deshalb kann das einen kaputt machen. Sorry, das ist Marktwirtschaft.

@modelnine:

Tja, ich kann mich da nur wiederholen: Der Kunde bleibt mein Freund. Aber es muss auch nicht der Käufer sein, der meinen Quellcode illegal weitergibt, sondern vielleicht auch Mitarbeiter in seinem Unternehmen, die das nicht interessiert und die keine Beziehung zu mir -- dem Programmierer -- haben. Wir wissen alle, wieviel illegale Software es bei Esel und Torrent gibt. Wer da aus welchen Gründen seinem Verkäufer untreu geworden ist... wer weiß. Ist auch egal. Ich möchte ja auch keinen Kopierschutz (das funktioniert eh nicht), sondern es der Konkurrenz nur nicht unnötig leicht machen.

Dein zweites Beispiel mit der Library ist erstens schon sehr speziell und zweitens ist das schon fast mit einer typische Open Source Entwicklung vergleichbar, die auf Geben und Nehmen beruht. Was aber, wenn meine Zielgruppe Privatleute sind, die keine Ahnung zum Programmieren haben? Dann kriegt man nix zurück.

Zu deiner persönlichen Meinung zu mir und meiner Einstellunge kann ich nicht viel sagen, denn du kennst mich ja nicht. Nur ein paar Aussagen von meinen Postings... ich finde, ich habe eine ganz normale Frage angestoßen und wollte mich weder als besonders klug oder besser titulieren. Aber für solche Diskussionen gibt es ja schließlich Foren. Ich finde deine Einstellung auch wirklich gut, für meine Zwecke vielleicht aber auch etwas naiv. Wenn man sich Esel und Torrent anschaut und man selbst seine eigenen Programme dort plus Crack wieder findet... das ist nicht toll.
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Beitragvon gerold » Freitag 20. Januar 2006, 11:42

Hi @ all!

Da es hier ja so schön um OpenSource geht, möchte ich mal eine Frage in die Runde stellen, die mir schon manche schlaflose Nacht bereitet hat.

Wie kann man mit kleinen, feinen Programmen, die für viele Leute interessant sind seinen Lebensunterhalt verdienen, wenn man dabei auf GPL setzt?

Frei aus der Luft gegriffen:

Nehmen wir mal an, ich schreibe eine Adressenverwaltung mit Python, die intern auch GPL-Dlls oder Module einsetzt. Diese Anwendung stelle ich ebenfalls wieder unter die GPL. Das Programm ist so einfach gehalten, dass sich nie jemand für den Support interessieren wird. Jetzt möchte ich dieses Programm an Kunden weiter geben. Wie stelle ich das an?

Gebe ich es einem Kunden, kann er damit tun was er will. Er kann es auch ohne meine Zustimmung auf einer Freeware-Site hosten oder auf eine andere Art und Weise verteilen.

Da ich auf diese Weise kein Geld verdienen kann, muss ich mit anderer Arbeit mein Geld verdienen und werde wahrscheinlich nie so kleine und feine Programme schreiben, die für viele evt. auch eine große Hilfe sein könnten.

Allein vom Ruhm und dem Wissen, dass mein Programm weltweit auf vielen Computern installiert ist und wunderbar funktioniert, kann ich keine Familie ernähren.

Ich kann so ein Programm aber auch nicht unter eine Lizenz stellen, die es dem Kunden verbietet, mein Programm einfach so weiter zu verteilen, da ich ja GPL-DLLs einsetzen möchte. Auch wenn ich vor hätte, den Programmierern der GPL-DLLs einen Teil des Gewinns zukommen zu lassen. Es ist ja nicht erlaubt.

Wie gesagt. Es geht hier nicht um, speziell für Firmen zugeschnittene, Software, sondern um Programme die für jeden interessant sind. Programme, die man evt. um 20-50 Euro verkaufen könnte. Die Verbreitung ist garantiert, da es sich um nützliche, einfach funktionierende Programme handeln würde. Und mit Support kann man da nichts verdienen.

Wie wäre eure Strategie, um damit doch genug Geld zu verdienen, damit man damit auch überleben kann?

lg
Gerold
:-)
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Wissen hat eine wunderbare Eigenschaft: Es verdoppelt sich, wenn man es teilt.
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Beitragvon modelnine » Freitag 20. Januar 2006, 11:56

droptix:

Ich kenne Dich nicht als Person, und ich rede nicht spezifisch über Dich als Person, deswegen hab ich extra noch mal gesagt dass Du es bitte nicht persönlich nehmen sollst. Nur ist es meine Erfahrung, dass Programmierer die so sehr bedacht darauf sind ihren Quellcode zu schützen schlicht und ergreifend viel zu überzeugt davon sind was sie können und wie viel sie wert sind.

Ich persönlich bin kein Genie wenn's ums Programmieren geht. Ich bin wie viele andere auch halt jemand der Code zusammenschreiben kann, der mittlerweilen eine große Bibliothek von Patterns im Hirn hat und der manchmal trotzdem in einem guten Buch nachschlagen muß wie man etwas sinnvoll umsetzen kann oder wie genau die Syntax jetzt vom diesem oder jenem SQL-Befehl war.

Ein wirkliches Programmiergenie ist weit mehr als das, zumindest aus meiner Sicht. Wirkliche Innovation ist auch weit mehr als das. Ich rede jetzt auch von genau diesen "Software-Patenten" wie sie Amazon hat. One-Click-Shopping ist keine Innovation, es ist halbwegs gutes Seitendesign was ich auch so machen würde wenn es das noch nicht gegeben hätte, und was ich heute einfach aus Angst vor einer Klage nicht mehr mache. Diejenigen Programmierer die ihren eigenen Wert über alle Maßen einschätzen sind dann auch die Leute die Software-Patente auf solch triviale Algorithmen verlangen oder diese überhaupt wollen.

Wenn man das wie gesagt mal eingesehen hat, dass gerade die Ideen die man selbst hat eben nicht so innovativ sind wie man selbst immer denkt, dann ist auch die Angst dass der eigene Quellcode veruntreut wird ungemein kleiner, weil ja auch ein anderer die Idee haben könnte. Selbst wenn man von sich glaubt dass man nicht so arg innovativ ist hat das keinen Abbruch wenn Du davon überzeugt bist dass Du ein guter Entwickler bist. Die Firma bezahlt Dich dafür dass Du ein gutes Programm enwickelst, und nicht dass Du ihnen neue Ideen vorsetzt. Und da kannst Du Dich massig vor der Konkurrenz hervortun.

Ganz davon abgesehen: Du redest immer davon dass Du Deine Software nicht im Esel sehen willst. Sach mal: Du schreibst Doch auch Software die für einen Betrieb interessant ist. Meinst Du ein Betrieb würde sich auf das Risiko einlassen eine Software unlizensiert zu benutzen? Mit Sicherheit nicht! Also warum hast Du Angst dass jemand Deine Software mit nach Hause nimmt? Soll er sie per Esel anbieten, das einzige was passiert ist dass sie niemand runterlädt, denn wofür braucht man sie zu Hause, und ein Betrieb erst recht nicht, weil er sich so auf rechtliches Glatteis begibt. Wenn Du's dann mal rausfindest dass sie jemand aus einem Betrieb nach Hause genommen hat kannst Du immer noch Regressforderungen an den Betrieb stellen.

--- Heiko.

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