Python 2.6 erschienen

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Leonidas
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Beitragvon Leonidas » Mittwoch 8. Oktober 2008, 09:05

snafu hat geschrieben:Ich weiß jetzt nicht, wen du mit "mpathy" meinst.

Markus Majer (siehe seinen Launchpad-Nick unter dem er auch im IRC unterwegs ist).
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snafu
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Beitragvon snafu » Mittwoch 8. Oktober 2008, 09:10

sma hat geschrieben:Das hat doch aber mit der Nachfrage zu tun. Wäre jeder scharf darauf, die neue Version einzusetzen, das wäre jedes Projekt uncool, das nicht ASAP auch mit der neuen Version zusammen läuft. Da aber jeder abwartet, besteht auch für die Maintainer dort keine Not zur Eile. Ein Teufelskreis.


Ich finde, man sollte immer bedenken, dass es nicht nur um die vereinfachte Entwicklung neuer Programme geht, sondern auch um die Harmonie mit den bereits vorhandenen. Und das dauert nun mal seine Zeit. Das ist aber auch genau das, was ich mir von einer guten Distribution erwarte: Was drin ist, soll bitte auch laufen, und zwar ohne dass ich mich um Hintergrundwissen hinsichtlich der Installation bemühen muss. Und ich denke insbesondere Ubuntu gehört zu den Distros, die die Philosophie verfolgen, für möglichst vieler User anwendbar zu sein. Auch wenn das im Regelfall mit längeren Wartezeiten verbunden ist.
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Beitragvon sma » Mittwoch 8. Oktober 2008, 13:30

Leonidas hat geschrieben:Was mpathy da schreibt ist IMHO Blödsinn.


Marek, was Martin da schreibt hinsichtlich der Planung und das man hätte schon vor Monaten anfangen können, das einzubauen, halte ich für richtig. Das es jetzt noch mindestens 6 Monate dauert, bis Python 2.6 auftaucht, ist doch bedauerlich und wäre vermeidbar gewesen. Oder was heißt PPA?

Es geht noch nicht darum, alles jetzt auf 2.6 oder 3.0 umzustellen (denke ich), sondern diese Version als Alternative anzubieten. Man kann dem Repository doch AFAIK auch noch Python 2.4 entlocken.

Du schreibst allerdings, dass du kein Problem darin siehst, wenn 8.10 (das ist doch Intrepid) nur 2.6 (und nicht 3.0) enthält. Aber wie ich die Diskussion da verstehe, geht es doch darum, dass 2.6 eben nicht in der 8.10-Version ist sondern frühestens in der 9.04.

Ich bin verwirrt.
lunar

Beitragvon lunar » Mittwoch 8. Oktober 2008, 13:53

sma hat geschrieben:Marek, was Martin da schreibt hinsichtlich der Planung und das man hätte schon vor Monaten anfangen können, das einzubauen, halte ich für richtig.

Die iirc 40 Entwickler einer Distribution, deren Zielgruppe Nutzer und nicht Entwickler sind, haben in den sechs Monaten, die ihnen zur Entwicklung bereit stehen, wohl besseres zu tun, als Python 2.6 zu integrieren. Immerhin gab es ein Update am X-Server, das mit HAL-Integration größere Änderungen an der Verwaltung von Eingabegeräten mit sich bringt. Desweiteren will KDE 4 integriert werden, was die Portierung diverser Ubuntu-Helferlein erfordert. Außerdem stehen neue Features wie verschlüsselte Home-Verzeichnisse auf der Roadmap, und die unzähligen kleinen Wartungsaufgaben wie das Debuggung von Crashes und Inkompatibilitäten dürfen nicht vergessen werden.

Das es jetzt noch mindestens 6 Monate dauert, bis Python 2.6 auftaucht, ist doch bedauerlich

Für dich mag das bedauerlich sein, der Masse der Ubuntu-Nutzer ist es egal. Ubuntu hat nun mal eine klar definierte Zielgruppe, die sicher aus eher unbedarften Nutzern zusammensetzt. Wenn sich die Ubuntu-Entwickler an ihrer Zielgruppe orientieren, und lieber Gnome und KDE auf den aktuellen Stand bringen, anstatt für eine Handvoll Entwickler Python 2.6 zu integrieren, sollte nicht verwundern.

Ich stimme dir insofern zu, als es tatsächlich bedauerlich wäre, sechs Monate ohne 2.6 auszukommen. Aber jemand, der Ubuntu nutzt, kann nicht behaupten, dass ihm diese Zeiträume unbekannt gewesen wären. Um als Entwickler auf dem neuesten Stand zu bleiben, ist eine Nutzer-orientierte Distribution mit festen Release-Zyklen nun mal die denkbar schlechteste Wahl. Dafür gibt es Rolling-Release-Distributionen wie Gentoo, Arch oder auch instabile Zweige wie Debian Testing oder Unstable.

Nicht zu letzt wegen der Aktualität der Programme, der Integration von VCS-Snapshots ala emacs-cvs und der einfachen Möglichkeit, aktuellere Pakete ins Paketmanagement zu integrieren, ich ich persönlich schon vor längerer Zeit zu Gentoo gewechselt. Dafür muss man halt mit einem nicht funktionierenden X-Server selbst fertig werden.

Du schreibst allerdings, dass du kein Problem darin siehst, wenn 8.10 (das ist doch Intrepid) nur 2.6 (und nicht 3.0) enthält. Aber wie ich die Diskussion da verstehe, geht es doch darum, dass 2.6 eben nicht in der 8.10-Version ist sondern frühestens in der 9.04.

Ubuntu hat Backports.

my 2 cents, sorry für die Abschweifung vom Thema
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Beitragvon Leonidas » Mittwoch 8. Oktober 2008, 14:09

sma hat geschrieben:Marek, was Martin da schreibt hinsichtlich der Planung und das man hätte schon vor Monaten anfangen können, das einzubauen, halte ich für richtig. Das es jetzt noch mindestens 6 Monate dauert, bis Python 2.6 auftaucht, ist doch bedauerlich und wäre vermeidbar gewesen. Oder was heißt PPA?

Stefan, PPAs sind inoffizielle Builds von Paketen. Das mist vergleichbar mit Backports, hat aber den Vorteil, dass es man nur die Build-Dateien hochlädt und Canonical das auf allen Architekturen kompiliert. Wer also 2.6 will, wird es auch schließlich bekommen. Es gab auch schon Ansätze für ein python2.6-Paket, aber das ist wie gesagt, wieder gelöscht worden.

sma hat geschrieben:Du schreibst allerdings, dass du kein Problem darin siehst, wenn 8.10 (das ist doch Intrepid) nur 2.6 (und nicht 3.0) enthält. Aber wie ich die Diskussion da verstehe, geht es doch darum, dass 2.6 eben nicht in der 8.10-Version ist sondern frühestens in der 9.04.

Meinte das so (Standardversion im Klammern):

8.10: Python [2.5]
9.04: Python [2.6] + 3.0
9.10: Python 2.6 + 3.0 (weiß nicht ab wann 3.0 Standard werden sollte, das hängt von Faktoren ab, die die Ubuntu-Leute nur wenig beeinflussen können)

Ich sehe kein Problem damit jetzt nur 2.5 auszuliefern. Die 6 Monate bis zum nächsten Release werden niemandem schaden, und man muss andererseits auch sehen dass das Packaging der Python-Pakete in Debian und Ubuntu seit Jahren von Doko übernommen wird. Es ist nicht so, dass Ubuntu von 2.5 plötzlich auf 3.0 springen wird, das halte ich für sehr unrealistisch und eher problematisch. Man muss auch bedenken, dass man Python 2.6 auch erst noch mit aller Software in den Repos testen muss, man will ja nicht kaputten Schrott ausliefern. Mercurial hat zum Beispiel momentan das Problem, dass DeprecationWarnings geworfen werden, was man den Usern eigentlich nicht vorsetzen will.

Alles in allem muss ich sagen, dass ich recht zufrieden mit dem Ansatz von Debian Testing bin, Neuerungen werden integriert wenn sie da sind und nachdem sie getestet worden sind. Momentan ist da aber auch wenig los, da versucht wird, Lenny zu releasen. Das Release-Problem ist bei Ubuntu sogar weniger schlimm als bei Debian, wo du eben nicht sagen kannst dass du in X-Monaten eine neue Python-Version bekommst, denn Releases kommen wann sie eben da sind.
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Beitragvon snafu » Mittwoch 8. Oktober 2008, 19:59

lunar hat geschrieben:Um als Entwickler auf dem neuesten Stand zu bleiben, ist eine Nutzer-orientierte Distribution mit festen Release-Zyklen nun mal die denkbar schlechteste Wahl. Dafür gibt es Rolling-Release-Distributionen wie Gentoo, Arch oder auch instabile Zweige wie Debian Testing oder Unstable.


Exakt diesen Gedanken habe ich vor ein paar Wochen auch gefasst, als ich ein unter Windows geschriebenes Skript nicht mit dem lxml von Hardy Heron ausführen konnte, da in der dortigen Version eine bestimmte Sache noch nicht implementiert war, die ich aber unbedingt für das Skript brauchte. Auch mein Projekt mit einem alternativ bedienbaren Browser wäre mit Hardys Qt-Version gar nicht möglich gewesen.

EDIT: Ich sehe gerade, dass dieser Vorteil bei Intrepid wieder aufgehoben ist. Da sind die beiden Pakete so aktuell wie ich sie haben möchte. :)

lunar hat geschrieben:Nicht zu letzt wegen der Aktualität der Programme, der Integration von VCS-Snapshots ala emacs-cvs und der einfachen Möglichkeit, aktuellere Pakete ins Paketmanagement zu integrieren, ich ich persönlich schon vor längerer Zeit zu Gentoo gewechselt. Dafür muss man halt mit einem nicht funktionierenden X-Server selbst fertig werden.


Naja, ich habe mich für Debian entschieden, weil ich gar nicht so scharf darauf bin, möglichst intensiv ins System eingreifen zu können (resp. müssen), sondern einfach aktuelle Programmiertools verwenden möchte. Mein X-Server läuft übrigens. ;P

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