Rigorose Community??

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perihadion
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Freitag 4. Januar 2008, 10:54

Hallo!

Ich bin eben auf einen Vortrag zum Thema Ruby bzw. Rails gestoßen, in dem der Autor u.a. folgendes schreibt:
Python wird durch rigorose Community behindert
Ich frage mich, was meint der Mensch damit? Ist das bloß FUD von der Ruby-Seite oder hat es einen konkreten Hintergrund? Kann hier jemand eine solche Aussage verstehen oder entkräften?
Was meint die Python-Community?
mitsuhiko
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Freitag 4. Januar 2008, 10:55

FUD
TUFKAB – the user formerly known as blackbird
Leonidas
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Freitag 4. Januar 2008, 11:16

Hallo perihadion, willkommen im Forum,

Es gibt auch passende Ruby/Rails-Rants, von daher würde ich darauf nicht allzuviel geben.

Zu dem Vortrag: Also Python die europäische Antwort auf Basic und Perl zu nennen finde ich hart, vor allem wenn dann Ruby als Antwort auf Smalltalk und Lisp angeführt wird. Wenn man Python kann, wird man erstaunt sein, wie viele Dinge in Scheme ähnlich sind.
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BlackVivi
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Freitag 4. Januar 2008, 11:31

Definitv FUD. Einer der Gründe warum ich bei Python blieb ist die absolut hervorragende Community. Eine bessere hab' ich sehr selten geselten.
BlackJack

Freitag 4. Januar 2008, 11:51

Anmerkungen zu zwei Folien/Aussagen bezüglich Python:

Folie 13: "Besessenheit von *richtiger* Lösung (“pythonic”)"

Wobei "richtig" möglichst lesbar und verständlich meint. Was natürlich auch im Auge des Betrachters liegt. Ich finde funktional angehauchte Lösungen zum Beispiel sehr schön lebar. Geht nicht jedem so. :-)

Folie 19: "Python wird durch rigorose Community behindert"

Der Satz steht unter dem Punkt "Ruby ist noch nicht tot", unter dem "tote" Sprachen plus Begründung aufgezählt werden. IMHO ist das FUD, weil sich auch Python beständig weiter entwickelt. Generatorausdrücke, ``with``-Anweisung, die Möglichkeit auch Werte in laufende Generatoren zu bringen, sind IMHO recht lebendige Änderungen der letzten Zeit. Parallell läuft auch immer noch das PyPy-Projekt.
sma
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Freitag 4. Januar 2008, 12:00

perihadion hat geschrieben:Ich frage mich, was meint der Mensch damit?
Letztlich kann's dir nur Carsten Bormann sagen, aber ich könnte mir vorstellen, dass es mit
Besessenheit von richtiger Lösung („pythonic“) (Seite 13)
zu tun hat. Der eine mag Sprachen, die den kreativen Ausdruck unterstützen (Perls erklärtes Ziel laut Larry Wall), der andere lieber welche, die den Ausdruck normen. Der Autor der Folien ist augenscheinlich mehr dem Larry-Wall-Lager zuzuordnen.

Die europäische oder japanische Antwort ist IMHO übrigens BS und unterstellt individuellen Spracherfindern einen nationalen Auftrag, den sie glaube ich nie und nimmer verspürt haben.

Bei Blöcken von leichtgewichtigen Closures zu sprechen finde ich auch komisch, denn das unterstellt, dass dieses Konzept ansonsten schwergewichtig wäre, was IMHO irreführend ist. Der lexikografische Abschluss freier Variablen ist ein Grundkonzept, das eigentlich jede Hochsprache (nun gut, in C gibt's das nicht) haben sollte. Vielleicht meinte er, dass man statt "(lambda () ...)" einfach nur "{...}" schreiben kann und damit ein paar Zeichen weniger tippen muss?

Stefan
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