Python als Skill - Mangelware in Deutschland?

Alles, was nicht direkt mit Python-Problemen zu tun hat. Dies ist auch der perfekte Platz für Jobangebote.
red
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Donnerstag 20. September 2007, 12:13

Hallo deutsche python-Community,

ich stelle mir seit geraumer Zeit die Frage auf welchem technischen Hintergrund ich ein neues Produkt (Web Application) aufsetzen soll.

Bisher komme ich selbst aus der PHP Richtung, habe aber das Django Framework vor einem guten Jahr entdeckt und schätze es aufgrund des Feedbacks und meiner anfänglichen Erfahrung als eine super Sache ein.

Die Entscheidung ein neues Produkt zu entwickeln hängt nun aber natürlich auch davon ab inwieweit es möglich ist hierfür fähige Entwickler und später auch mal Personal (Praktikanten, Ferienjobber, Festangestelte) für Wartung usw. zu finden.

Und da fällt es mir noch sehr schwer den Markt in Deutschland einzuschätzen. Wie steht Ihr denn zu dem ganzen?


Sind python Entwickler Mangelware gegenüber PHP Entwicklern wenn man sich auf Deutschland beschränkt?

Wo sollte man sich gerade in Anfangszeiten einer Unternehmung python Entwickler (Werkstudenten, Praktikanten, Ferienjobber) suchen?

Ist python an deutschen Universitäten fester Bestandteil der Informatiker Laufbahn?


Ich bin gespannt auf eure Meinungen.
Danke und Gruß
red
BlackJack

Donnerstag 20. September 2007, 13:10

Meiner Erfahrung nach gehört Python so fest wie PHP zu einem Informatikstudium: nämlich gar nicht.

Es gibt vereinzelt Projekte bei denen den Studenten freigestellt ist, was sie nehmen, zum Beispiel PHP für das Webfrontend eines Datenbankprojekts, oder auch Python für irgendwelche Projekte wenn einzelne Studenten oder Dozenten das gerne mögen, aber man kann durchaus auch durch das Studium kommen, ohne je eines von beiden gesehen zu haben.

Die einzige Sprache von der man halbwegs sicher sein kann, dass ein deutscher Informatikstudent sie gesehen hat, ist wohl derzeit Java. Sie kommen in der Regel auch mit einer funktionalen Sprache und mindestens einer der Sprachen C oder C++ und ein bisschen Assembler in Kontakt, aber das muss man nicht soweit können, dass man damit grössere Projekte realisieren kann.
red
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Freitag 21. September 2007, 10:14

ok, da hast du wohl recht dass man auch ohne Kenntnisse in diesen 2 Sprachen das Informatikstudium meistern kann.

Dann stellt sich mir jetzt die Frage, wenn ich quasi von der Studienseite her schon nicht sicher sein kann, dass jmd mit einer der 2 Sprachen gearbeitet hat, dann muss ich mir ja den "freien" Markt anschauen.

Und da sieht es für mich als "Außenstehender" so aus, als ob sich ganz klar viel mehr Leuten in Ihrer Freizeit mit PHP als mit Python beschäftigen.


Von daher wäre meine Frage eben eher, ist aus eurer Sicht möglich ein python projekt zu stämmen wenn man weiß man braucht kontinuierlich 2-3 fitte Mitarbeiter?

Hat jmd von euch schonmal gute oder schlechte Erfahrungen in der Personalsuche im python Bereich gemacht?


schönes Wochenende!
red
BlackJack

Freitag 21. September 2007, 10:46

Ketzerische Frage: bekommt man denn so einfach 2-3 fitte PHP-Programmierer? Also Leute die, trotz PHP, gut und sauber programmieren meine ich. ;-)
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BlackVivi
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BlackJack hat geschrieben:Also Leute die, trotz PHP, gut und sauber programmieren meine ich. ;-)
Wie widersprüchlich.

Hm, es ist bestimmt nicht so leicht, gekonnte Python Programmierer zu finden, die nicht nur so tun als könnten sie's oO'... Aber wenn mann'ne Stellenausschreibung macht, danach verlangt und die Leute zu sich einlädt um mal "Trockenübungen" zu machen...

Werden sich sicherlich einige finden die ein fundiertes Wissen haben.
CM
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Freitag 21. September 2007, 12:55

Hallo,
red hat geschrieben:Von daher wäre meine Frage eben eher, ist aus eurer Sicht möglich ein python projekt zu stämmen wenn man weiß man braucht kontinuierlich 2-3 fitte Mitarbeiter?

Hat jmd von euch schonmal gute oder schlechte Erfahrungen in der Personalsuche im python Bereich gemacht?
Meine unmaßgebliche Meinung: Ich habe keinerlei Erfahrung in der Personalsuche bzgl. Python. Aber ich denke es sollte möglich sein. Eine Ausschreibung kann auch hier im Forum gemacht werden (günstig), trifft aber so nur einen kleinen Teil der in Frage kommenden Leute (viele Schüler, viele die Python vorwiegend als Hobby sehen und der Rest ist auch nicht immer arbeitslos ;-) ). Also in weiterer Runde ausschreiben, ggf. auch international, da im europäischem Ausland doch auch ein gewisses Reservoir zu sein scheint.

Gruß,
Christian
Imperator
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Freitag 21. September 2007, 14:07

BlackJack hat geschrieben: Die einzige Sprache von der man halbwegs sicher sein kann, dass ein deutscher Informatikstudent sie gesehen hat, ist wohl derzeit Java.
Das ist etwas, was ich überhaupt nicht verstehe. Dieser Schwachsinnige OOP-Zwang macht das gescheite lernen mit Java so gut wie unmöglich. Außerdem ist das doch viel umständlicher als mit anderen Sprachen.
Ich hoffe bis ich soweit bin, hat sich diese "Mode" wieder gelegt.
BlackJack

Freitag 21. September 2007, 14:50

Akademiker mögen gerne sehr strikte Sprachen, weil man da so schöne Korrektheitsbeweise machen kann. Sei froh das Ada nicht "in" ist. Und was noch "schöner" als Java ist, sind funktionale Programmiersprachen. Hoffe einfach mal das sich der Schwerpunkt nicht von Java auf Haskell verlagert hat, bis Du soweit bist. ;-)
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Freitag 21. September 2007, 16:28

Ada hat zwar eine sehr komplizierte Outputanweisung, aber sonst klingt sie doch ganz gut. Zu Haskell konnte ich leider nichts auf Wikipedia finden.
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BlackVivi
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Freitag 21. September 2007, 16:59

Imperator hat geschrieben:Ada hat zwar eine sehr komplizierte Outputanweisung, aber sonst klingt sie doch ganz gut. Zu Haskell konnte ich leider nichts auf Wikipedia finden.
Such nach:

Funktionale Programmierung
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birkenfeld
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Freitag 21. September 2007, 17:11

Imperator hat geschrieben:Ada hat zwar eine sehr komplizierte Outputanweisung, aber sonst klingt sie doch ganz gut. Zu Haskell konnte ich leider nichts auf Wikipedia finden.
Bitte? http://de.wikipedia.org/wiki/Haskell führt das doch sehr deutlich auf...
Dann lieber noch Vim 7 als Windows 7.

http://pythonic.pocoo.org/
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Freitag 21. September 2007, 17:53

BlackJack hat geschrieben:Akademiker mögen gerne sehr strikte Sprachen, weil man da so schöne Korrektheitsbeweise machen kann. Sei froh das Ada nicht "in" ist. Und was noch "schöner" als Java ist, sind funktionale Programmiersprachen. Hoffe einfach mal das sich der Schwerpunkt nicht von Java auf Haskell verlagert hat, bis Du soweit bist. ;-)
So schlimm ist Ada garnicht ;) Und bevor der Schwerpunkt von Java auf Haskell verlegt wird, kriegen Schweine flügel ;)
Lufia
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Freitag 21. September 2007, 18:11

Wenn ich bei mir an der Uni schaue (bin wimi) muss ich leider feststellen das python nur wenig Akzeptanz entgegengebracht wird. Ich habe das Gefühl das sich vor allem ältere Kollegen bzw. Vorgesetzte die ursprünglich mit C oder Fortran gearbeitet haben ganz zu Java hingezogen fühlen fast wie in einem Wahn. Alles was neu programmiert werden soll muss am besten Java sein. Evtl. darf es als Alternative auch noch C++ geben falls es um größere Programme geht die auf Clustern laufen sollen.

Am Anfang kam bei mir immer so etwas wie Python, nie gehört --> warum hast du das nicht mit Java gemacht ? Mittlerweile komme ich mir schon komisch vor wenn ich versuche Leute davon zu überzeugen das Python einfach super produktiv ist, und unzählige Schnittstellen zu anderen Programmen hat.

Ich selbst bin kein guter Programmierer, aber mit Python programmiere ich deutlich besser und produktiver als mit C. Darum denke ich das es sich evtl. lohnt Leute die an sich gut programmieren können und vielleicht nur wenig mit Python vertraut sind einfach etwas intensiver einzulernen.
Imperator
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Samstag 22. September 2007, 09:43

Uah, weg mit Haskell. Die is mir irgendwie nicht ganz geheuer :D
@Lufia: Deine Profs vertreten wahrscheinlich den algemeinen irrglauben, dass Python sooooo einfach sei. das stimmt nicht, dass hängt immer von der Aufgabenstellung ab. Python ist "entschlackt" von einigen Dingen, wodurch es ein wenig an Leistungsfähigkeit einbüßt. Allerdings ist das so gering, sdass es gar nicht wirklich auffält. Einige Firmen benutzen Python weil sie damit schneller Projekte abwickeln können, als z.B. die Java-Konkurrenz. Und Java ist nur so populär weil Sunmicrosystems hinter ihr steht.
Leonidas
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Samstag 22. September 2007, 12:11

Imperator hat geschrieben:Uah, weg mit Haskell. Die is mir irgendwie nicht ganz geheuer :D
Klingt nicht besonders fundiert, die Aussage. Die Sache ist eben, dass Haskell ein anderes Konzept vertritt als andere Sprachen. Es wurde mal als pythonischste Sprache neben Python selbst bezeichnet - wobei inwieweit das stimmt, darf man natürlich selbst feststellen. Mit Haskell lassen sich gewisse Probleme einfacher und eleganter Lösen als mit Python, umgekehrt ist es natürlich genauso. Jedoch sind die meisten Probleme die in-the-wild auftreten mit Python besser lösbar, das ist alles.
Imperator hat geschrieben:@Lufia: Deine Profs vertreten wahrscheinlich den algemeinen irrglauben, dass Python sooooo einfach sei.
Nein, Lufias "Profis" vertreten ihre unfundierte Vorstellungen über eine andere Sprache ohne sie *richtig* zu kennen. Damit sind sie nicht allein, in dem Thread hat auch wieder jemand unfundierte Äußerungen über eine Sprache gegeben, die er nicht genug kennt um das richtig einzuschätzen.
Imperator hat geschrieben:das stimmt nicht, dass hängt immer von der Aufgabenstellung ab.
Ja. Aber die Aufgabenstellungen die für Java so anfallen können genauso gut in Python gelöst werden. Bei C sieht es etwas anders aus, denn damit kann man Treiber programmieren, was so in Python nicht geht. Aber was KI angeht oder andere Programmierbereiche die radikal andere Anforderungen haben (Haskell, Prolog) ist man mit Java und python ähnlich schlecht beraten.
Imperator hat geschrieben:Python ist "entschlackt" von einigen Dingen, wodurch es ein wenig an Leistungsfähigkeit einbüßt. Allerdings ist das so gering, sdass es gar nicht wirklich auffält.
Hu? Also im Vergleich mit Java ist Python eher leistungsfähiger, weil Java im Vergleich zu Python entschlackt ist - es hat zwar Typen aber die schränken die Fähigkeiten eher ein und machen Duck-Typing nicht möglich. Ebenso die statische Typisierung, die wenn man dynamisch Typierte Sprachen beherrscht sich wie ein schwerfälliger Klotz am Bein anfühlt.
Imperator hat geschrieben:Und Java ist nur so populär weil Sunmicrosystems hinter ihr steht.
Naja, so ganz beschränkt darf man das auch nicht sehen, immerhin ist da auch IBM im Boot und Sun ist inzwischen auch nicht mehr dass was es etwa 1996 noch war.
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