Lizenzdiskussion

Alles, was nicht direkt mit Python-Problemen zu tun hat. Dies ist auch der perfekte Platz für Jobangebote.
merlin_emrys
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Freitag 26. Januar 2007, 00:12

BlackJack hat geschrieben: Man könnte `reverse engineering` betreiben.
Erlaubterweise? Andernfalls frage ich mich, ob es klug ist, allzu laut in der Welt zu verkünden, was man herausgefunden hat... Und wenn es nur heisst, "Da hat aber jemand, dessen Namen wir verständlicherweise nicht nennen können, ..." - dann sehe ich zwar ein, daß man den Namen nicht nennen könnte, aber ich würde den Rest eben für "äußerst zweifelhaft" halten.
BlackJack hat geschrieben: Und vielleicht gibt auch das `OS fingerprinting` Hinweise, also das man schaut wie sich die Sockets bei bestimmten (Falsch)Eingaben verhalten.
Okay, das müsste zumindest als Indizienbeweis durchgehen :-) .

Dann wäre die Anschlußfrage (im Grunde an den Autor von "Freie Software" zu stellen, aber vielleicht weiß hier ja auch jemand was): Wurde (zumindest!) dieser Beweis geführt, bevor der Satz "Die »sehr, sehr freie« BSD-Lizenz erlaubt es z.B., dass Microsoft so frei war, große Mengen FreeBSD-Code in Windows zu verwenden." geschrieben wurde?
sape
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Freitag 26. Januar 2007, 09:03

Ne, der/die Autor/Autoren haben sich das alles aus den Fingern gesogen ;)

Mal ernsthaft: M$ macht da keine Hehl daraus, denke ich mir mal. Selbst wenn, Wayn?. -> Es ist ja auch kein Problem, den schließlich haben die gegen nichts verstoßen. Die BSD-Lizenz erlaubt es das Code unter besagter auch kommerziell von dritten (und Closed-Source) vermarktet werden darf.

Mal ein Link von tausenden: http://www.bsdforen.de/showthread.php?t=1555
http://blendpolis.serverpool.org/f/view ... 90191e61d5

Und hier mal das Suchresultat von Dr.Google: http://www.google.de/search?hl=de&sa=X& ... zt&spell=1

@Leonidas:
http://winfuture.de/news,28548.html


lg
BlackJack

Freitag 26. Januar 2007, 09:55

merlin_emrys hat geschrieben:
BlackJack hat geschrieben: Man könnte `reverse engineering` betreiben.
Erlaubterweise? Andernfalls frage ich mich, ob es klug ist, allzu laut in der Welt zu verkünden, was man herausgefunden hat... Und wenn es nur heisst, "Da hat aber jemand, dessen Namen wir verständlicherweise nicht nennen können, ..." - dann sehe ich zwar ein, daß man den Namen nicht nennen könnte, aber ich würde den Rest eben für "äußerst zweifelhaft" halten.
Das Problem liesse sich relativ einfach lösen. Man kann die Information anonym verbreiten und zwar mit einer detaillierten Beschreibung wie man zu dem Schluss gekommen ist, also welche Windows-Version, welche Dateien und welche Teile man davon disassembliert hat. So könnte das jeder der wollte, nachprüfen.

Und ob "reverse engineering" legal oder illegal ist, hängt unter anderem vom Land und vom Zweck ab.
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mkesper
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Freitag 26. Januar 2007, 11:47

Um etwas zur Begriffsklärung beizutragen verweise ich auf:
Wandel der IT: Mehr als 20 Jahre Freie Software von Bernhard Reiter.
Das liest sich etwas schneller als das Buch von Grassmuck und ist daher als Einstieg meiner Meinung nach ganz gut geeignet.
Auch die Übersicht über verschiedene Lizenzarten finde ich gut gelungen:
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merlin_emrys
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Samstag 27. Januar 2007, 09:18

sape hat geschrieben:Mal ernsthaft: M$ macht da keine Hehl daraus, denke ich mir mal.
Dann sollte es eine Möglichkeit geben, ein solches Zitat, das einigermassen plausibel Microsoft zuzuordnen ist, aufzutreiben und mit Quellenangabe zu nennen?
sape hat geschrieben:Mal ein Link von tausenden:...
Ich habe die Google-Links jetzt nicht durchgesehen, aber in den beiden, die Du herausgesucht hast, stand nichts handfestes. Im ersten Indizien, immerhin, im zweiten pure Unterstellungen ohne Beleg.

Das reicht mir nicht, um sicher zu sein, daß sich da nicht jemand alles aus den Fingern gesaugt hat, weil auch Hass nach (Schein-)Argumenten giert. :-(
BlackJack hat geschrieben:Das Problem liesse sich relativ einfach lösen. Man kann die Information anonym verbreiten und zwar mit einer detaillierten Beschreibung wie man zu dem Schluss gekommen ist, also welche Windows-Version, welche Dateien und welche Teile man davon disassembliert hat. So könnte das jeder der wollte, nachprüfen.
Eh, nein, weil nicht jeder, der will, auch wirklich "disassemblieren" kann... Aber es gäbe zumindest einzelne Personen, die das nachprüfen könnten - und es bestätigen? Letzteres vermutlich auch nur wieder anonym... Irgendwie unbefriedigend für Neugierige, die trotzdem nicht alles mit ihrem PC anstellen können, was theoretisch geht.
BlackJack hat geschrieben:Und ob "reverse engineering" legal oder illegal ist, hängt unter anderem vom Land und vom Zweck ab.
Hm, das ist ein Punkt. Es könnte also jemand in einem der Länder, die "reverse engineering" zu Prüfzwecken zulassen, mal nachsehen... aber ich nehme nicht an, dass das schon passiert und die Ergebnisse veröffentlich wurden?
Leonidas
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Samstag 27. Januar 2007, 11:46

sape hat geschrieben:@Leonidas:
http://winfuture.de/news,28548.html
Ja, das ist eben FUD der Bauart SCO. Was soll mir das sagen?

Das einzige was man jetzt zum Novell-Microsoft-Deal beachten sollte, ist, was Novell der FOSS-Welt ab jetzt beisteuert, ob da nicht "Trojanische Pferde" d.h. Code von unklarer Herkunft dabei ist.
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BlackJack

Samstag 27. Januar 2007, 13:46

merlin_emrys hat geschrieben:
sape hat geschrieben:Mal ein Link von tausenden:...
Ich habe die Google-Links jetzt nicht durchgesehen, aber in den beiden, die Du herausgesucht hast, stand nichts handfestes. Im ersten Indizien, immerhin, im zweiten pure Unterstellungen ohne Beleg.

Das reicht mir nicht, um sicher zu sein, daß sich da nicht jemand alles aus den Fingern gesaugt hat, weil auch Hass nach (Schein-)Argumenten giert. :-(
Einen handfesten Beleg für BSD-lizensierten Quelltext direkt in "Eigenentwicklungen" von Microsoft habe ich nach kurzer Suche auch nicht gefunden. Zumindest das mit dem TCP/IP-Stack wird aber ziemlich oft ohne Widersprüche erwähnt. Zum Beispiel findet sich die Aussage in Wikipedia-Artikeln, aber kein Widerspruch dagegen in den Diskussionsseiten. Das ist immerhin ein Indiz IMHO.

Ich persönlich halte es für plausibel und denke nicht, dass man dazu Microsoft hassen muss. Es ist rechtlich unbedenklich BSD-lizensierten Quelltext zu verwenden und der Quelltext von den BSD-Betriebssystemen ist von guter Qualität. Warum sollte man diese Quelle nicht nutzen?

Ausserdem können andere Firmen auch BSD-lizensierten Quelltext verwendet haben und dann von Microsoft aufgekauft worden sein. Bei der Menge an Produkten und Quelltextzeilen, die mittlerweile unter der Microsoft-Flagge laufen, ist es IMHO sehr wahrscheinlich, das da irgendwo ursprünglich BSD-lizensierte Quelltextschnippsel sein *müssen*.

Und in den Windows Services for UNIX, die man bei Microsoft bekommt, ist nicht nur BSD-Code dabei, sondern man bekommt sogar Programme die unter der GPL stehen: “Also included are more than 40 GNU utilities and compilers, including gawk, gcc, g++, and g77.”
BlackJack hat geschrieben:Das Problem liesse sich relativ einfach lösen. Man kann die Information anonym verbreiten und zwar mit einer detaillierten Beschreibung wie man zu dem Schluss gekommen ist, also welche Windows-Version, welche Dateien und welche Teile man davon disassembliert hat. So könnte das jeder der wollte, nachprüfen.
Eh, nein, weil nicht jeder, der will, auch wirklich "disassemblieren" kann...
Wenn jemand das wirklich will… Das kann man lernen. :-)
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Samstag 27. Januar 2007, 21:27

BlackJack hat geschrieben:Einen handfesten Beleg für BSD-lizensierten Quelltext direkt in "Eigenentwicklungen" von Microsoft habe ich nach kurzer Suche auch nicht gefunden. Zumindest das mit dem TCP/IP-Stack wird aber ziemlich oft ohne Widersprüche erwähnt. Zum Beispiel findet sich die Aussage in Wikipedia-Artikeln, aber kein Widerspruch dagegen in den Diskussionsseiten. Das ist immerhin ein Indiz IMHO.
Bin auf den Thread Verwendet Windows tatsächlichden BSD TCPIP-Stack? gestossen, in dem erklärt wird, dass es in der Tat plausibel ist (jemand hat mit dem Programm ``strings`` tatsächlich den *BSD-Header gefunden) und warum das vertretbar ist.
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Sonntag 28. Januar 2007, 01:24

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