Lizenzdiskussion

Alles, was nicht direkt mit Python-Problemen zu tun hat. Dies ist auch der perfekte Platz für Jobangebote.
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Luzandro
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Sonntag 21. Januar 2007, 13:04

Um die Diskussion wieder auf das eigentliche Thema zu lenken... naja, um eigentlich überhaupt einmal irgendeine On-Topic-Antwort zu posten ;)
The third option, which is what is motivating me to write this, is to
convince people who have released code under the GPL to re-release it
under a BSD compatible license. Package authors retain the copyright
to their software and have discretion to re-release it under a license
of their choosing.
Das kann doch nur für die erste Version, die ich unter GPL released habe, funktionieren? Oder kann ich einen Code, der schon auf GPL-Code basiert, plötzlich wieder unter einer lockereren Lizenz verbreiten? Wie sieht das dann aus, wenn auch nur irgendwer anderer irgendeine Änderung daran vorgenommen hat?
[url=http://www.leckse.net/artikel/meta/profilieren]Profilieren im Netz leicht gemacht[/url]
BlackJack

Sonntag 21. Januar 2007, 13:22

Luzandro hat geschrieben:
The third option, which is what is motivating me to write this, is to
convince people who have released code under the GPL to re-release it
under a BSD compatible license. Package authors retain the copyright
to their software and have discretion to re-release it under a license
of their choosing.
Das kann doch nur für die erste Version, die ich unter GPL released habe, funktionieren? Oder kann ich einen Code, der schon auf GPL-Code basiert, plötzlich wieder unter einer lockereren Lizenz verbreiten? Wie sieht das dann aus, wenn auch nur irgendwer anderer irgendeine Änderung daran vorgenommen hat?
Wie's da steht: Wenn alle Autoren zustimmen kann man den Code auch wieder unter eine andere Lizenz stellen. Dabei ist egal wieviele Versionen vorher unter der GPL herausgebracht wurden. Die bleiben dann natürlich weiterhin GPL.
gummibaerchen
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Sonntag 21. Januar 2007, 16:56

sape hat geschrieben:
CM hat geschrieben:Deutsch zu lesen ... aber bei dem
Deppenleerzeichen neuerdings wider in Mode?
Wer ander'n eine Grube gräbt...
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birkenfeld
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Sonntag 21. Januar 2007, 21:51

gummibaerchen hat geschrieben:
sape hat geschrieben:
CM hat geschrieben:Deutsch zu lesen ... aber bei dem
Deppenleerzeichen neuerdings wider in Mode?
Wer ander'n eine Grube gräbt...
...der hat ein Gruben Grab Gerät.

Kommen wir jetzt auf die Zitateseite?
Dann lieber noch Vim 7 als Windows 7.

http://pythonic.pocoo.org/
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tiax
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Montag 22. Januar 2007, 01:31

...der hat ein Gruben Grab Gerät.
Ja, weil die Leerzeichen wieder nicht stimmen :wink:
Ne invoces expellere non possis
[url=xmpp://florian@florianheinle.de]xmpp:florian@florianheinle.de[/url]
sape
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Montag 22. Januar 2007, 01:50

gummibaerchen hat geschrieben:
sape hat geschrieben:
CM hat geschrieben:Deutsch zu lesen ... aber bei dem
Deppenleerzeichen neuerdings wider in Mode?
Wer ander'n eine Grube gräbt...
Sehr kompliziert nich wa nich wa? :roll: (Man achte auf den Satz von Luzandro, der dick angestrichen ist und dann auf meine Antwort.).
---->
sape hat geschrieben: Luzandro, zwischen "Deutsch zu lesen" und "..." ist ein unnötiges Leerzeichen. Zwischen "..." und "aber bei dem" das gleiche.

Luzandro hat geschrieben: Also wenn es nicht wirklich so ausufert wie vor der letzten Diskussion wäre es sehr angenehm, wenn man diese kritische Haltung in erster Linie einmal seinen eigenen Beiträgen entgegen bringt
Eben, das war meine Intention. Man sollte vor seiner eigenen Haustür kehren. Ohne, jemanden anzugreifen (Ist nicht persönlich gemeint CM. Damit spreche ich allgemein alle an auf die folgendes zutrift.), aber sich über die Rechtschreibung von einigen zu ärgern und solche schlechten Aussagen zu machen wie "Also erstens würde ich mich schon freuen hier im Forum häufiger gutes Deutsch zu lesen" und dann selber 1K Fehler reinhauen, zieht das ganze ins lächerliche.

Aber ich weiß, keiner versteht mal wider was ich eigentlich sagen will und bezwecken wollte...
Und ist es jetzt Klarer? Nein? -> C#
sape
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Montag 22. Januar 2007, 01:57

Luzandro hat geschrieben:Um die Diskussion wieder auf das eigentliche Thema zu lenken... naja, um eigentlich überhaupt einmal irgendeine On-Topic-Antwort zu posten ;)
The third option, which is what is motivating me to write this, is to
convince people who have released code under the GPL to re-release it
under a BSD compatible license. Package authors retain the copyright
to their software and have discretion to re-release it under a license
of their choosing.
Das kann doch nur für die erste Version, die ich unter GPL released habe, funktionieren? Oder kann ich einen Code, der schon auf GPL-Code basiert, plötzlich wieder unter einer lockereren Lizenz verbreiten? Wie sieht das dann aus, wenn auch nur irgendwer anderer irgendeine Änderung daran vorgenommen hat?
Mit deinem Code kannst du machen was du willst. Du kannst z.B. teile deines Programms unter GPL stellen und diese Teile trotzdem in Closed Source nutzen, weil es dein Code ist. Wenn aber an dem Code mehrere Leute beteiligt sind, dann ist das nicht mehr möglich, weil es nicht mehr nur dein Code alleine ist. Die einzige Möglichkeit ist dann, den Code zu relizenzieren auf eine kompatible Lizenz und dazu müssen alle beteiligten einverstanden sein.

So hatte ich das damals verstanden in den einen Thread, in dem es hieß: Mit deinen Code kannst du machen was du willst, unabhängig von der Lizenzform. Er gehört dir.

EDIT:
Hier die Postst zu der damaligen Frage aus diesem Thread.
sape hat geschrieben:Mal ne frage: Was ist wenn ich nun Module schreibe die ich in einer von mir geschriebenen Software benutze (Alles Free) und irgendwann aber einen Auftrag kriege eine Software zu schreiben, die Kommerziell verwendet wird und ich dafür meine Module benutzen will.

Wenn besagte Module unter GPL sind darf ich sie nicht benutzen für die Kommerzielle Sotware obwohl ich der Urheber bin?

Wenn ich sie unter der MIT stelle darf ich das oder?

:?

lg xtra

EDIT: Schreibfehler berichtigt. Ich meinte "Wenn besagte Module unter GPL sind darf ich sie nicht" und nicht "Wenn besagte Module unter GPL sind darf ich sie ich"
tiax hat geschrieben:Du brauchst das Programm nicht unter einer anderen Lizenz veröffentlichen. Du selbst darfst damit natürlich tun und lassen, was du möchtest.
sape hat geschrieben:Echt? Und das würde nicht gegen die GPL verstoßen?
BlackJack hat geschrieben:Nein. Ist schliesslich Dein Quelltext.
Leonidas hat geschrieben:Außerdem hindert dich keiner daran die Lizenz zukünftiger Versionen zu ändern. Zum Beispiel kann ein Hersteller eine Software die ursprünglich unter GPL war, auch später unter einer proprietären Lizenz vertreiben - solange er das OK aller Contributors hat.
merlin_emrys
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Montag 22. Januar 2007, 07:24

Wer auch immer mal drueberlesen will, hier ein Uebersetzungsvorschlag:
###### Von John Hunter als Antwort auf dieselbe Frage verfasst

Denken Sie darüber nach, Ihre Programme unter einer freizügigeren Lizenz zu veröffentlichen? Die meisten grundlegenden wissenschaftlichen Programmierwerkzeuge für Python (Scipy, Numpy, MatPlotLib, iPython, vtk, enthought tool suite, ....) sind unter einer BSD-artigen Lizenz lizensiert und können GPLierte Quelltexte nicht weiterverwenden.

Mein normaler "Lizenzierungsentwurf" steht hier darunter:

Ich fange mit einer Zusammenfassung dessen an, was viele von Ihnen bereits über "Open-Source-Lizenzen" wissen. Ich gehe davon aus, daß diese Darstellung weitgehend richtig ist, obwohl es kein rechtskräftiger Text ist, und wenn Sie rechtskräftig fehlerfreie Aussagen möchten, sollten Sie an dieser Stelle auf die ursprüngliche Referenz bezugnehmen. Die Open-Source-Initiative ist ein "Clearing House" (- d.h. eine Art Prüfsiegel-Vergabestelle, Anm. d. Übersetzers -) für OS-Lizenzen, und dort kann man mehr dazu lesen.

Die zwei in der Praxis dominanten Lizenzvarianten sind der GPL-Typ und der BSD-Typ. Es gibt noch unzählige weitere Lizenzen, die bestimmte Einschränkungen für die Wiederverwendung von Quelltexten vornehmen, aber der Zweck dieses Textes ist es, die Unterschiede zwischen GPL- und BSD-Varianten zu betrachten, besonders im Blick auf meine Erfahrungen bei der Entwicklung von MatPlotLib und im Gespräch über Lizenzfragen mit anderen Entwicklern.

Die am besten bekannte und vielleicht am weitesten genutzte Lizenz ist die GPL, die über das Erteilen aller Rechte bezüglich des Quelltextes einschließlich der Weiterverbreitung hinaus eine besondere Verpflichtung mit sich bringt. Wenn Sie GPL-Quelltext in ihrem eigenen Code verwenden oder einbinden, müssen Sie ihr Produkt unter einer mit GPL kompatiblen Lizenz veröffentlichen. Das heißt, Sie sind gezwungen, den Quelltext anderen Leuten zur Verfügung zu stellen und ihnen auch das Recht zur Weiterverbreitung einzuräumen. Viele der bekanntesten und am weitesten verbreiteten Open-Source-Projekte wurden unter der GPL veröffentlicht, einschließlich Linux, gcc und Emacs.

Die zweite große Gruppe sind die BSD-artigen Lizenzen (die die MIT- und die Python-PSF-Lizenz umfassen). Diese erlauben im Grunde genommen, alles mit dem Quelltext zu machen, was man möchte: Ihn nicht beachten, ihn in Ihr eigenes quelloffenes Projekt einbauen, ihn in Ihr eigenes proprietäres (- d.h. dem Eigentümer bestimmte Rechte vorbehaltendes "nicht-freies", Anm. d. Übersetzers -) Projekt einzuschließen, ihn verkaufen, oder was auch immer. Python selbst wurde unter einer BSD-kompatiblen Lizenz veröffentlicht, in dem Sinne, daß von der PSF-Lizenz-Seite zitiert wird:

"Es gibt keine GPLartige "copyleft"- Einschränkung (- d.h.: keine Verpflichtung zum Beibehalten der Veröffentlichungsmodalitäten, Anm. des Übersetzers -). Die Verbreitung von binär codierten Versionen von Python, verändert oder nicht, ist zulässig. Es ist nicht erforderlich, etwas von Ihrem Quellcode zu veröffentlichen. Sie können auch Erweiterungsmodule für Python schreiben und sie ausschließlich in binärer Form zur Verfügung stellen."

Bekannte Projekte, die unter BSD-artiger Lizenz im Sinne des alles erlaubenden letzten Paragraphen sind das BSD-Betriebssystem, Python und TeX.

Ich halte die Entscheidung für eine Lizenz für eine wichtige, und ich befürworte eine BSD-artige Lizenz. Gemäß meiner Erfahrung ist der wichtigste Rohstoff, den ein quelloffenes Projekt braucht, Nutzer. Natürlich ist, etwas Sinnvolles zu leisten, eine Voraussetzung dafür, Nutzer zu bekommen, aber ich nehme auch an, daß Nutzer zu haben so etwas wie die Voraussetzung dafür ist, etwas Sinnvolles zu leisten. Es ist sehr schwierig, etwas in einem Vakuum zu gestalten, und Nutzer tragen durch ihre Vorschläge für weitere Funktionen und ihre Fehlersuch zu guter Software bei. Wenn Sie den Bedarf einiger Nutzer befriedigen, wird das unweigerlich dazu führen, daß sie den Bedarf einer großen Gruppe von Nutzern befriedigen. Und aus Nutzern werden Entwickler, insbesondere wenn sie selbst über einige Fähigkeiten verfügen und auf eine Funktion stoßen, die sie eigentlich bräuchten, oder wenn sie an ihre wissenschaftliche Abschlußarbeit gehen. Wenn Sie erst einmal eine große Menge Nutzer und eine Anzahl von Entwicklern haben, setzt ein Netzwerkeffekt ein, der die Zahl der Nutzer und Entwickler exponentiell anteigen läßt. In der Open-Source-Sprache wird das manchmal als "Wettkampf um Geistesanteile" (engl. "competing for mind share", d. Übersetzer) bezeichnet.

Daher nehme ich an, dass die Hauptsache (oder zumindest die wichtigste Nebensache), die ein quelloffenes Projekt haben kann, Geistesanteile sind, was heisst, dass Sie so viele Nutzer, wie Sie kriegen können, Ihre Software nutzen lassen möchten. Auch wenn Sie sie kostenlos verteilen, müssen Sie Ihre Software vermarkten, so als ob Sie dafür bezahlt würden. Aber wie das jetzt mit der Lizensierung zusammenhängt, fragen Sie?

Viele Softwarefirmen werden für ihre eigene Software keinen GPL-Code nutzen, nicht einmal die, die sich für die Entwicklung quelloffener Software einsetzen wie beispielsweise enthougth, aus der legitimen Erwägung heraus, dass eine Nutzung der GPL ihren eigenen Code aufgrund seiner viralen Natur "infiziert". Eigentlich wollen sie das Recht behalten, bestimmten proprietären Code zu veröffentlichen. Und meiner Erfahrung nach fördern einige der besten Entwickler, weil die die Mittel haben, eine Sache erledigen zu lassen, auch eine langweilige, wenn sie sie in ihrem Code brauchen. Zwei der MatPlotLib-Backends (FLTK und wx) wurden von privaten Firmen beigetragen, die MatPlotLib entweder intern oder als kommerzielles Produkt nutzen - ich habe meine Zweifel, ob diese Firmen MatPlotLib nutzen würden, wenn der Quelltext unter der GPL stünde. Meiner Erfahrung nach ist der Nutzen einer Zusammenabeit mit dem privaten Sektor real, während die Furcht, dass irgeneinein private Firma Ihren Quelltext "stiehlt" und in einer proprietären Anwendung verkauft, ohne Sie zu entschädigen, das nicht ist.

Es gibt inzwischen eine Menge GPL-Quelltext auf der Welt, und es passiert in der Entwicklung von MatPlotLib immer wieder, daß wir, wenn wir bestimmte Algorithmen wiederverwenden wollen, auf die Jagd nach einer nicht-GPL-Version gehen müssen. Jüngst geschah das bei der Suche nach einem guten Konturen-Algorithmus. Ich befürchte, dass die "Lizenzgefechte", deren Auswirkungen schon bei vielen Projekten spürbar werden, das Potential haben, der Entwicklung quelloffener Software wirklichen Schaden zuzufügen. Es gibt zwei schlechte Möglichkeiten. 1) Mit GPL weitermachen und den Geistesanteil des privaten Sektors aufgeben. 2.) Auf GPL-Code verzichten und die Unterstützung des privaten Sektors behalten. Das ist eine sehr harte Entscheidung, weil es eine Menge Software sehr hoher Qualität gibt, die GPL ist, und wir sie nutzen müssten; nicht umsonst bezeichnet man die Lizenz als "viral".

Die dritte Möglichkeit, die mich dazu bewegt dies zu schreiben, ist, die Leute, die Code unter der GPL veröffentlicht haben, davon zu überzeugen, sie unter einer BSD-kompatiblen Lizenz wiederzuveröffentlichen. Viele Leute entscheiden sich für die GPL, wenn sie ein Software-Paket veröffentlichen, weil es die bekannteste Lizenz für quelloffenen Quelltext ist, und sie denken nicht weiter über Fragen wie die hier angesprochene nach, wenn sie eine Lizenz auswählen. Wenn man sie anspricht, sind solche Entwickler oft dafür zugänglich, ihren Quelltext unter einer freizügigeren Lizenz wiederzuveröffentlichen. Fernando Perez hat es so mit iPython gemacht, das unter der LGPL veröffentlicht worden ist und dann wiederveröffentlicht wurde unter einer BSD-Lizenz, um die Verbindung mit dem Quelltext von MatPlotLib, Scipy und enthought zu vereinfachen. Die LGPL ist freizügiger als die GPL, indem sie nicht-virale Verknüpfungen erlaubt, aber trotzdem sind viele Firmen aus rechtlichen Erwägungen einer Nutzung abgeneigt, und Sie können LGPL-Quelltext nicht für ein proprietäres Produkt wiederverwenden.

Insofern ermutige ich Sie, Ihren Quelltext unter einer mit BSD vereinbaren Lizenz zu veröffentlich und, wenn sie auf einen Open-Source-Entwickler treffen, dessen Quelltext Sie nutzen möchten, diesen ebenfalls zu ermutigen, dasselbe zu tun. Geben Sie ihm ruhig dieses Dokument weiter.

Anmerkungen, Verbesserungsvorschläge, Korrekturen usw. senden Sie bitte an jdhunter at ace.bsd.uchicago.edu
Anmerkungen zur Uebersetzung:
Ich habe versucht, den Gebrauch von Anglizismen einigermassen gering zu halten; allerdings habe ich da, wo eine deutschsprachige Formulierung deutlich sperriger wuerde, dann doch der englischen Version den Vorzug gegeben. Insofern kommt es zu einem Nebeneinander von "Open-Source" und "quelloffen".
Gar nicht recht uebersetzen konnte ich: "Code" (auch in der Hybridform "Quellcode"), "Projekt", "proprietär", "kompatibel", "legitim", "copyleft", "Modul" (in der Hybridform "Erweiterungsmodul"), "Software". Manches davon duerfte aber auch kaum noch als Anglizismus auffallen. "copyleft" habe ich in Klammern erklaert, weil es als Wortspiel unuebersetzbar ist, andererseits aber wohl noch nicht so selbsterklaerend wie "copyright". Eigentlich haette ich gerne auch fuer den Ausdruck "proprietaer" eine kurze Erlaeuterung - schon, weil, wie man hieran sehen kann, ich nicht einmal selbst weiss, was sich dahinter nun eigentlich verbirgt. (Ich setze es mit "kaeuflich" gleich, vermute aber, dass das eine verfaelschende Vereinfachung des Sachverhalts darstellt?)
Bei Namen kenne ich oft die "gebräuchliche" deutsche Schreibweise nicht, insbesondere bezüglich der Groß- und Kleinschreibung (z.b. "Emacs" oder "emacs"?)
Und habe ich "backend" richtig mit "Datenbank" uebersetzt? Oder waere "Erweiterung" richtiger?
Auch fuer "reuse" boete sich vielleicht eine andere Uebersetzung als "wiederverwenden" an; sprachlich haette ich "einbauen" oder "mitbenuzen" vorgezogen, bin mir aber nicht sicher, ob das noch in das englische "reuse" faellt?

Edit:
Ich habe jetzt meine Anmerkungen vollständig aus dem Text herausgenommen. Interessieren würde mich noch, ob es bessere Übersetzungen für die folgenden Stellen gibt bzw. ob ich korrekt übersetzt habe:
John Hunter hat geschrieben:My standard "licensing pitch" is included below:
Meine Übersetzung hat geschrieben:Mein normaler "Lizenzierungsentwurf" steht hier darunter:
Hier erweckt die Übersetzung meines Erachtens einen falschen Eindruck, weil ja kein ausformulierter "Lizenzierungsentwurf" folgt, sondern eher Erwägungen zur Lizenzauswahl.
John Hunter hat geschrieben:python itself is released under a BSD compatible license, in the sense that, quoting from the PSF license page
Meine Übersetzung hat geschrieben: Python selbst wurde unter einer BSD-kompatiblen Lizenz veröffentlicht, in dem Sinne, daß von der PSF-Lizenz-Seite zitiert wird:
John Hunter hat geschrieben:There is a lot of GPL code in the world, and it is a constant reality in the development of matplotlib...
Meine Übersetzung hat geschrieben:Es gibt inzwischen eine Menge GPL-Code auf der Welt, und es passiert in der Entwicklung von MatPlotLib immer wieder...
Und noch zwei Dinge sind mit aufgefallen:
John Hunter hat geschrieben:GPLd code
Das angehängte -d habe ich jetzt mal zu einem "-ierten" gemacht, in der Annahme, dass es darum ging, aus "licence" das Adjektiv "licenced" zu machen?
John Hunter hat geschrieben:a good contouring algorithm
Ist "Konturen-Algorithmus" als Übersetzung irreführend?
Zuletzt geändert von merlin_emrys am Dienstag 23. Januar 2007, 02:57, insgesamt 4-mal geändert.
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gerold
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merlin_emrys hat geschrieben:hier ein Uebersetzungsvorschlag
Danke für die Übersetzung! 8)

lg
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Montag 22. Januar 2007, 07:46

merlin_emrys hat geschrieben:Eigentlich haette ich gerne auch fuer den Ausdruck "proprietaer" eine kurze Erlaeuterung - schon, weil, wie man hieran sehen kann, ich nicht einmal selbst weiss, was sich dahinter nun eigentlich verbirgt. (Ich setze es mit "kaeuflich" gleich, vermute aber, dass das eine verfaelschende Vereinfachung des Sachverhalts darstellt?)
Auch freie Software kann "käuflich" sein - proprietär würde ich am ehesten als "nicht frei" bezeichnen, üblicherweise closed-source Code, der sich auch nicht an übliche Standards hält (bezogen auf nicht dokumentierte Protokolle). Ist aber wohl auch keine sinnvolle Definition.
Und habe ich "backend" richtig mit "Datenbank" uebersetzt? Oder waere "Erweiterung" richtiger?
Halte ich beides für unpassend, allerdings weiß ich auch keinen griffigen deutschen Begriff dafür - backend ist halt einfach der interne Kernbereich der Applikation, der die hauptsächliche Funktionalität bereitstellt, unabhängig vom konkreten frontend, das diese Funktionalität verwendet
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sape
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Montag 22. Januar 2007, 09:37

merlin_emrys hat geschrieben:Wer auch immer mal drueberlesen will, hier ein Uebersetzungsvorschlag:
Vielen, vielen Danke. Finde ich total nett von dir, das du dir die Mühe gemacht hast! :)

lg
sape
sape
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Montag 22. Januar 2007, 09:53

So, hab mir deine Übersetzung nun durchgelesen. Finde ich Super :) War für mich leichter verständlich, als mich mit google und LEO durch den Englischen Text zu quälen. Danke.

lg
sape
BlackJack

Montag 22. Januar 2007, 10:54

merlin_emrys hat geschrieben:
Die Open-Source-Initiative ist ein Sammelbecken (eig. "Verrechnungsstelle"?, passendes deutsches Bild?) für OS-Lizenzen, und dort kann man mehr dazu lesen.
Ich würde “Clearing House” auch im deutschen stehen lassen. Sammelbecken triffts nicht ganz. Die sammeln, bewerten und verteilen die Informationen über Lizenzen und vergeben so etwas wie ein Prüfsiegel. Das ist deutlich mehr als blosses sammeln.
Wenn Sie GPL-Code in ihrem eigenen Code verwenden oder darauf bezugnehmen (?korrekt übersetzt?), müssen Sie ihr Produkt unter einer mit GPL kompatiblen Lizenz veröffentlichen.
Das “link” kommt vom “linker”, zu deutsch Binder ─ ich hätte hier “einbinden” gewählt.
Gar nicht recht uebersetzen konnte ich: "Code" (auch in der Hybridform "Quellcode"),
Insbesondere letzteres ist “Quelltext”. Das funktioniert auch oft bei “Code” aber nicht immer. Da muss man sich klar machen in welcher Form Code gemeint ist, Quelltext oder (auch) in "Binärform". Wenn (auch) "Binärform" dann benutze ich “Code”.
"Projekt",
Das ist doch eine Übersetzung von “project”, oder nicht?
Eigentlich haette ich gerne auch fuer den Ausdruck "proprietaer" eine kurze Erlaeuterung - schon, weil, wie man hieran sehen kann, ich nicht einmal selbst weiss, was sich dahinter nun eigentlich verbirgt. (Ich setze es mit "kaeuflich" gleich, vermute aber, dass das eine verfaelschende Vereinfachung des Sachverhalts darstellt?)
Denke ich auch. Es bezeichnet "nicht-freie" Programme und Protokolle und Dateiformate. Also alles wo irgendwer, Privatperson oder Firma, den Daumen drauf hat. Das beinhaltet die Closed-Source-Programme aber zum Beispiel auch das PDF-Format, Flash oder Microsofts XML-Word-Dokumentformat. Und Programme die zwar als Quelltext vorliegen, aber nicht "frei" sind.
Bei Namen kenne ich oft die "gebräuchliche" deutsche Schreibweise nicht, insbesondere bezüglich der Groß- und Kleinschreibung (z.b. "Emacs" oder "emacs"?)
Bei Eigennamen stellt sich diese Frage doch gar nicht, die sollte man so schreiben wie im "original". Bei Emacs wäre das “XEmacs” bzw. “GNU Emacs”, also mit grossem E am Anfang.
Und habe ich "backend" richtig mit "Datenbank" uebersetzt? Oder waere "Erweiterung" richtiger?
Das hätte ich mit “Backend” "übersetzt". “Datenbank” ist auf jeden Fall falsch, die beiden Beispiele in Klammern sind GUI-Toolkits.
Auch fuer "reuse" boete sich vielleicht eine andere Uebersetzung als "wiederverwenden" an; sprachlich haette ich "einbauen" oder "mitbenuzen" vorgezogen, bin mir aber nicht sicher, ob das noch in das englische "reuse" faellt?
Wiederverwenden ist schon gut. Genau darum geht es ja, dass nicht alles immer neu geschrieben werden muss, sondern guter, freier Quelltext wiederverwendet werden kann.
merlin_emrys
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Registriert: Freitag 3. März 2006, 09:47

Montag 22. Januar 2007, 11:42

sape hat geschrieben:Vielen, vielen Danke. Finde ich total nett von dir, das du dir die Mühe gemacht hast! :)
Bitte, bitte :-) . Ich hatte den Eindruck, daß der Text in einem sehr angenehmen und "übersetzbaren" Englisch gehalten war; lange gebraucht habe ich vor allem deswegen, weil ich halt die Fachsprache nicht wirklich verstehe.
Und insofern fand ich es sogar lehrreich - ich habe mal über Begriffe nachgedacht, die ich sonst lese und irgendwie vage mit etwas verbinde, aber eben doch nicht wirklich verstehe.


@ BlackJack: Herzlichen Dank für die Übersetzungshilfen!
BlackJack hat geschrieben:
merlin_emrys hat geschrieben:
Ich würde “Clearing House” auch im deutschen stehen lassen.
Hmm... ja, offenbar gibt es keine deutsche Entsprechung, die solche Stellen summarisch zusammenfassen würde. Ich habe es mal mit einer Erläuterung versehen...
Das “link” kommt vom “linker”, zu deutsch Binder ─ ich hätte hier “einbinden” gewählt.
Ja, das ist gut - danke!
Insbesondere letzteres ist “Quelltext”. Das funktioniert auch oft bei “Code” aber nicht immer. Da muss man sich klar machen in welcher Form Code gemeint ist, Quelltext oder (auch) in "Binärform". Wenn (auch) "Binärform" dann benutze ich “Code”.
Das klingt schlüssig... Ich gehe den Text nochmal daraufhin durch. Ob in diesem Sinne "Quelltext" oder "Code" gemeint ist, müsste ich hoffentlich jeweils herausfinden können :-) .
"Projekt",
Das ist doch eine Übersetzung von “project”, oder nicht?
Edit: Hmm, ja, doch, da scheinst Du einfach recht zu haben... :-)
Denke ich auch. Es bezeichnet "nicht-freie" Programme und Protokolle und Dateiformate. Also alles wo irgendwer, Privatperson oder Firma, den Daumen drauf hat. Das beinhaltet die Closed-Source-Programme aber zum Beispiel auch das PDF-Format, Flash oder Microsofts XML-Word-Dokumentformat. Und Programme die zwar als Quelltext vorliegen, aber nicht "frei" sind.
Könnte man das unter "Programme, deren Nuzung mit rechtlichen Einschränkungen verbunden ist" zusammenfassen?
Bei Eigennamen stellt sich diese Frage doch gar nicht, die sollte man so schreiben wie im "original".
Gut... dann muss ich nur noch rausfinden, wie die "Originalschreibweise" ist... ich geh dann mal sammeln ;-) .

Das hätte ich mit “Backend” "übersetzt". “Datenbank” ist auf jeden Fall falsch, die beiden Beispiele in Klammern sind GUI-Toolkits.
Hmm... da kommen wir zu einer grundsätzlicheren Frage, und zwar der der Addressaten. Ganz sicher richtet sich der Text an Leute, die genug vom Programmieren verstehen, um eine lizenzwürdige Schöpfungshöhe zu erreichen. Ich bin mir nun nicht darüber im klaren, ob das nur möglich ist, wenn man gleichzeitig die "Fachsprache" lernt, oder ob der Text unter Umständen auch an Leute weitergereicht werden kann, die die Fachsprache (ebenso wie ich ja auch) letztlich nicht beherrschen. Wenn das der Fall sein sollte, wäre es in meinen Augen schon besser, Fachbegriffe nicht einfach unkommentiert zu übernehmen.

"Wiederverwenden" werde ich dann einfach stehenlassen.
BlackJack

Montag 22. Januar 2007, 15:27

merlin_emrys hat geschrieben:
Denke ich auch. Es bezeichnet "nicht-freie" Programme und Protokolle und Dateiformate. Also alles wo irgendwer, Privatperson oder Firma, den Daumen drauf hat. Das beinhaltet die Closed-Source-Programme aber zum Beispiel auch das PDF-Format, Flash oder Microsofts XML-Word-Dokumentformat. Und Programme die zwar als Quelltext vorliegen, aber nicht "frei" sind.
Könnte man das unter "Programme, deren Nuzung mit rechtlichen Einschränkungen verbunden ist" zusammenfassen?
Hm, eigentlich auch nicht, weil bei der GPL ja zum Beispiel ziemlich massive rechtliche Einschränkungen verbunden sind. Ich denke, auch im Hinblick auf die Herkunft des Wortes sollte man das am "Eigentümer" festmachen, also das jemand bestimmtes da ist, der die weitgehende Kontrolle am Programm, Protokoll oder Dateiformat behält.
Das hätte ich mit “Backend” "übersetzt". “Datenbank” ist auf jeden Fall falsch, die beiden Beispiele in Klammern sind GUI-Toolkits.
Hmm... da kommen wir zu einer grundsätzlicheren Frage, und zwar der der Addressaten. Ganz sicher richtet sich der Text an Leute, die genug vom Programmieren verstehen, um eine lizenzwürdige Schöpfungshöhe zu erreichen. Ich bin mir nun nicht darüber im klaren, ob das nur möglich ist, wenn man gleichzeitig die "Fachsprache" lernt, oder ob der Text unter Umständen auch an Leute weitergereicht werden kann, die die Fachsprache (ebenso wie ich ja auch) letztlich nicht beherrschen. Wenn das der Fall sein sollte, wäre es in meinen Augen schon besser, Fachbegriffe nicht einfach unkommentiert zu übernehmen.
Programmierer werden mit Frontend/Backend sicher etwas anfangen können. Linux-Nutzer wahrscheinlich auch, weil hier sehr verbreitet ist, Lösungen als Kommandozeilenprogramme zu schreiben und dann GUIs als Frontends "draufzusetzen".

Aber selbst wenn nicht, ist die Begriffsdefinition in diesem Fall für das Verständnis vielleicht auch nicht so wichtig. Auch der unbedarfte Leser wird wahrscheinlich mitbekommen, dass andere Programmierer Teile zur Software beigesteuert haben, was sie bei einer anderen Lizenz vielleicht gelassen hätten. Was diese Programmteile nun im einzelnen machen, ist in dem Zusammenhang nicht wirklich von Bedeutung.

In einer Buch- oder Artikelform könnte man mit Textkästen oder Fussnoten arbeiten, um die Begriffe dem Laien näher zu bringen.
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