Findest du das verrückt?

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N317V
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Dienstag 6. Dezember 2005, 16:29

qweet hat geschrieben:Die letzten 6 Zahlen waren 000111. Ich lag 6x in Folge! Richtig. Sollte ich jetzt anfangen ein Muster zu erkennen?
Nein, weil es keines gibt. Die Chance bleibt 50:50. Mann, ich hatte mal eine Diskussion mit meinem Cousin, der von den neuen Zahnbürsten unbedingt die blaue und nicht die grüne wollte; genau wie ich. Er hat schließlich beide hinter dem Rücken umhergetauscht und mich eine Hand wählen lassen. Ich hab zirka 20 mal in Folge richtig getippt. Bin ich jetzt Jesus? Nein! Ich hatte einfach Glück!
qweet hat geschrieben: Deswegen möchte ich jeden auffordern es mir gleich zu tun und ein ähnliches Ergebnis zu präsentieren.
s.o.
qweet hat geschrieben: Natürlich könnte es auch sein, dass ich mir das alles nur ausdenke. Das alles nur ein riesengroßer Bluff ist. Doch warum sollte ich soviel Zeit in so etwas hineinstecken? Ja warum?
Ich behaupte, dass ich die Wahrheit sage.
Ich bin fest davon überzeugt, dass Du fest davon überzeugt bist.

qweet hat geschrieben:
Es gibt auf die Börse dermaßen viele Einflüsse: politische Konstellationen, Naturkatastrophen, einfach nur das Wetter, die öffentliche Meinung, die marktschreierischen Erfolgsmeldungen der börsennotierten Firmen, die Einschätzung der Analysten, die Börsenkurse untereinander etc. etc. Wenn Du das alles im Blick hast und das eine sehr lange Zeit beobachtest, dann kannst Du ein intuitives Gefühl dafür entwickeln, was passieren wird.
Meines Erachtens hat NIEMAND auf dieser Welt solche Fähigkeiten dies alles zu überschauen. Somit müsste es absolut sinnfrei sein, sich überhaupt im Devisenmarkt aufzuhalten, da man doch nur verlieren kann.
Du denkst nur schwarz/weiß. Tatsächlich ist es so, dass es extrem schwierig ist da den Überblick zu behalten und dass es deshalb für jeden, nicht absolut sinnfrei, aber riskant ist.
qweet hat geschrieben:Desweiter bin ich weiterhin der Meinung, dass ich nicht süchtig bin. Deswegen werde ich mich auch nicht damit beschäftigen, jetzt jedenfalls nicht, weil ich denke, dass es vor erst wichtigeres gibt. Und ich hätte doch etwas zu verlieren. Zeit!
Gibt es wirklich etwas wichtigeres, als rauszufinden, ob Du recht haben könntest oder Dich blind in etwas hineinsteigerst? Das ist doch das was Dich interessiert und weshalb Du diesen Thread eröffnet hast, oder? Wenn Du aber nur Bestätigung suchst und Zweifel einfach wegwischst, dann verschwenden wir hier beide unsere Zeit.
qweet hat geschrieben:Bitte sieh es auch so, dass ich nicht permanent "high" sein kann. Ja auch ich muss schlafen auch ich brauche Ruhe. Pausen. Ich finde das ist absurd.
Das muss jeder andere Süchtige auch. Das ist überhaupt gar kein Argument.
Es gibt für alles eine rationale Erklärung.
Außerdem gibt es eine irrationale.

Wie man Fragen richtig stellt
qweet
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Samstag 10. Dezember 2005, 13:08

Jeder der sich nur den aktuellen Preis anschaut wird mir wohl zustimmen: Keiner kann wissen ob der Preis nach oben oder nach unten ausschlägt.
Jeder von uns sieht nur, dass es passiert. Wenn ihr mich fragt, dann ist das chaotischer Zufall.

Nehmen wir an, der Preis ist bei 1.1700, ein Euro entspricht einem Dollar und 17 Cent.
Moment 1: Der Preis steigt von 1.1700 auf 1.1701 Moment 2: Der Preis steigt von 1.1701 auf 1.1702

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Moment 3: Der Preis stagniert bei 1.1702

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Ich denke es ist nicht schwer, sich das ganz über einen größere Zeitraum vorzustellen. Minuten, Stunden, Tage.
Interessant finde ich, dass die Kurve nur eine Kette aus zufälligen Momenten ist. Die ganze Linie ist ein reiner Zufall.

Kann mir jemand widersprechen?
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jens
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Samstag 10. Dezember 2005, 17:01

Du bist da schon auf dem richtigen Weg... Es hat was von Fraktalen: Von weitem sehen die so aus, wie von nahem.

Das erinnert mich auch an einem Quarks&Co Thema. Da wurde das Problem geschildert, die Küstenlänge von Norwegen zu bestimmen. Je nach angewendeten Maßstab ist diese sehr unterschiedlich lang.

Man muß also irgendwie mit Durchnittswerten Rechnen um dann eine Tendenz abzulesen.

EDIT:
Die Chaos-Theorie - einfach erklärt: http://www.quarks.de/dyn/3867.phtml

Küstenlinien – Selbstähnlichkeit in der Natur + Börsenkurse – menschengemachte Selbstähnlichkeit: http://www.quarks.de/dyn/3903.phtml

CMS in Python: http://www.pylucid.org
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Joghurt
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Samstag 10. Dezember 2005, 17:13

qweet hat geschrieben:Wenn ihr mich fragt, dann ist das chaotischer Zufall.
Das widerspricht sich. Chaotische Systeme sind nicht zufällig, sie hängen nur sehr empfindlich von den Anfangsbedingungen und Umweltbedingungen ab. Die nahe Zukunft eines chaotischen Systems kann man recht gut vorhersagen, auf langer Sicht geht dies jedoch nicht mehr. Das beste Beispiel ist die Wettervorhersage.

Wenn z.B. die Anfangsbedingungen zweier theoretischen chaotischen Systeme nur um 0.00000001 voneinander abweichen, sind z.B. die ersten 100 Meßwerte beider Systeme nahezu identisch, alle weiteren haben jedoch keinerlei Bezug mehr zueinandner.

Aus diesem Grund bringt es dir überhaupt nichts, dir zufällige Verteilungen anzusehen. Die Börsendaten selbst schon eher.

Aber auch ich möchte dir raten, dich erstmal etwas davon zu entfernen, du scheinst wirklich an der Grenze einer Spielsucht zu sein; du steigerst dich zu sehr in das Thema hinein.
BlackJack

Samstag 10. Dezember 2005, 22:58

qweet hat geschrieben:Jeder der sich nur den aktuellen Preis anschaut wird mir wohl zustimmen: Keiner kann wissen ob der Preis nach oben oder nach unten ausschlägt.
Jeder von uns sieht nur, dass es passiert. Wenn ihr mich fragt, dann ist das chaotischer Zufall.
Mit anderen Worten: Glücksspiel.
Ich denke es ist nicht schwer, sich das ganz über einen größere Zeitraum vorzustellen. Minuten, Stunden, Tage.
Interessant finde ich, dass die Kurve nur eine Kette aus zufälligen Momenten ist. Die ganze Linie ist ein reiner Zufall.

Kann mir jemand widersprechen?
Ja, die einzelnen Ausschläge sind Zufall, aber im Grossen und Ganzen liegt ein Trend unter dem "Rauschen" der von Gewinnwarnungen, Analystenmeldungen, Medienberichten über Entlassungen, Leitzins, erwartete Marktnachfrage in der entsprechenden Branche etc. beeinflusst wird. Das sind im gewissen Sinn zwar auch "zufällige" Ereignisse, aber sie lassen sich 1. besser vorhersagen oder raten, also mit mehr als 50% Wahrscheinlichkeit, und 2. haben sie etwas längerfristige Auswirkung auf den Kurs als die kleinen "zufälligen" Ausschläge im Minutentakt.
qweet
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Montag 19. Dezember 2005, 21:52

Ja, die einzelnen Ausschläge sind Zufall, aber im Grossen und Ganzen liegt ein Trend unter dem "Rauschen" der von Gewinnwarnungen, Analystenmeldungen, Medienberichten über Entlassungen, Leitzins, erwartete Marktnachfrage in der entsprechenden Branche etc. beeinflusst wird. Das sind im gewissen Sinn zwar auch "zufällige" Ereignisse, aber sie lassen sich 1. besser vorhersagen oder raten, also mit mehr als 50% Wahrscheinlichkeit, und 2. haben sie etwas längerfristige Auswirkung auf den Kurs als die kleinen "zufälligen" Ausschläge im Minutentakt.
Einen langfristigen Trend kann man meiner Meinung nach mit Hilfe einer Simulation stark zusammenfassen, so dass er eben nur noch ein kleiner "zufälliger" Ausschlag im Minutentakt ist.
So kenne ich zB: http://www.tradingsimulatorsoftware.com/index.htm
die eben so etwas macht.

Ich versuche halt das Selbe auch. Natürlich wäre es besser wenn ich die Daten aus dem Markt hätte, die habe ich aber nicht, also simuliere ich es eben anders.

Bei Interesse:
http://qweet.blogspot.com/
BlackJack

Dienstag 20. Dezember 2005, 00:27

qweet hat geschrieben:
Ja, die einzelnen Ausschläge sind Zufall, aber im Grossen und Ganzen liegt ein Trend unter dem "Rauschen" der von Gewinnwarnungen, Analystenmeldungen, Medienberichten über Entlassungen, Leitzins, erwartete Marktnachfrage in der entsprechenden Branche etc. beeinflusst wird. Das sind im gewissen Sinn zwar auch "zufällige" Ereignisse, aber sie lassen sich 1. besser vorhersagen oder raten, also mit mehr als 50% Wahrscheinlichkeit, und 2. haben sie etwas längerfristige Auswirkung auf den Kurs als die kleinen "zufälligen" Ausschläge im Minutentakt.
Einen langfristigen Trend kann man meiner Meinung nach mit Hilfe einer Simulation stark zusammenfassen, so dass er eben nur noch ein kleiner "zufälliger" Ausschlag im Minutentakt ist.
So kenne ich zB: http://www.tradingsimulatorsoftware.com/index.htm
die eben so etwas macht.
Einen Trend kann man nicht auf einen zufälligen Ausschlag zusammenfassen. Der Trend wird ja gerade dadurch definiert, das er etwas längerfristiges "unter" den kleinen Ausschlägen ist.

Und was die Software da macht ist eine Marktsimulation. Die wird mit viel Brimborium auf der Webseite beschrieben, auch mit diesem "erlernbaren Instinkt" (was ein Widerspruch in sich ist) und natürlich ist die Software besser als alle anderen. Das klingt alles ziemlich nach "Snake Oil" (damit passt's ja ins Python-Forum). ;-)
Ich versuche halt das Selbe auch. Natürlich wäre es besser wenn ich die Daten aus dem Markt hätte, die habe ich aber nicht, also simuliere ich es eben anders.
Hm, dann müsste man die Wettervorhersage ja auch verbessern können, wenn man einfach mal ein wenig Zufallsdaten benutzt!?

Oder funktioniert das nur, wenn man auch fest dran glaubt!?
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