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jens
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Beitragvon jens » Montag 5. Dezember 2005, 08:00

Das ist doch mal ein Beispiel!
Du möchtest allerdings, das jede einzelkomponete ein eigener Rechner wird! Und das macht wenig Sinn, weil es unwirtschaftlich wird. Bis eine Festplatte alles mit den gespeicherten Daten anstellen kann (resize der Partitionen), brauchst sie selber RAM, CPU und eine wesendlich größere Firmware...

Eine heutige Festplatte hat zwar schon etwas RAM (Cache) und eine Firmware und eine Grafikkarte hat einen fetten Prozezzor und relativ viel RAM, aber schauen wir uns mal eine heutige billige Netzwerkkarte an. Auf den billigen Realteks ist so gut wie nix. Außer der mini Netzwerkchip, der IMHO sogut wie nix kann, weil alles die CPU macht.
Wenn du jetzt alle möglichen Netzwerkfunktionen auf eine Netzwerkkarte packen willst, was meinst du wie teuer die wird?

Und was ist mit einem DVD-Brenner? Der müßte genauso wie die Festplatte, fast alle gleichen Komponeten aufweisen... Weitergedacht, ist jedes einzelteil eines Rechners, ein eigener Rechner! Das wird teuer...
...aber Interessant... So könnte man, theoretisch, einfach eine Netzwerkkarte mit einer Festplatte zusammen stöpseln und hätte einen Fileserver... Man könnte eine Netzwerkkarte mit einer Grafikkarte zusammen bringen und hat schon fast einen ThinClient...

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Beitragvon (unintent'lly left blank) » Montag 5. Dezember 2005, 18:00

Also bleibt -- abgesehen von der aufwendigeren und damit teureren
Firmware-Entwicklung -- das Deinem Posting nach wesentliche Problem,
daß es teuer ist, CPU/RAM/ROM in jede Hardware-Einheit einzubauen.

Ich halte dies aber für kein wirtschaftliches oder technisches Problem,
denn CPUs sind heutzutage eigentlich unglaublich billig; es gibt
in Hardware-Beschreibungssprachen formulierte Beschreibungen von
RISC-CPUs aus z.B. der ARM-Familie, die sich in ASICs integrieren lassen,
d.h. es wird einfach ein Teil der Gatter für die CPU verwendet; was sind
heute schon 20.000 Gatter ? Und RAM ist noch billiger, heutzutage sind
MBytes an RAM auf demselben chip integrierbar, auf dem sich auch
eine CPU (oder mehrere) befindet (siehe L1- und L2-Caches) - also
auch hier keine große Verteuerung notwendig. Ich denke, daß man in
Großserien-Stückzahlen für
1 oder 2 Euro pro Gerät zusätzlicher Herstellungskosten eine Harddisk so mit CPU/RAM/EEPROM ausrüsten kann, daß sie "high-level"-Befehle wie dir, open, load... versteht.
(so viele High-level-Befehle für Festplatten braucht es ja nicht - UN*X hatte ursprünglich als Minimum open, close, read, write und creat)
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jens
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Re: re

Beitragvon jens » Montag 5. Dezember 2005, 20:21

(unintent'lly left blank) hat geschrieben:Ich denke, daß man in
Großserien-Stückzahlen für 1 oder 2 Euro pro Gerät zusätzlicher Herstellungskosten eine Harddisk so mit CPU/RAM/EEPROM ausrüsten kann, daß sie "high-level"-Befehle wie dir, open, load... versteht.

Naja, du glaubst garnicht wie hart der Hardware-Markt ist! Da wird um buchteile von Cents gespart...

Mal angenommen, es kommt wirklich dazu das eine Firma/Konsotium das parallel einführen würde... Ich denke nicht das sich das durchsetzten wird, weil sich halt immer ehr das billigere durchsetzt :?
Das war halt beim VHS/Beta, das war bei USB/Firewire und bei einigen anderen Sachen auch, die mir jetzt nicht einfallen :(

Und die Frage ist natürlich, was es wirklich bringen würde... Auch wenn es ein nettes Szenario wäre Festplatte + Netzwerkkarte => Networkstorage... Nur, warum sollte die Festplatte und Netzwerkkarte "so viel" können, wenn es im PC jetzt nicht nötig ist???

Es ist ja nicht so, das es momentan keine Einheitlichen Schnittstellen gibt... z.B. P-ATA, S-ATA bei Festplatten... Sie sind nur ehr Lowlevel, damit man alles mit der Platte machen kann... Das wäre bei deinem Szenario anders. Man kann dann nicht mehr die Festplatte in allen Variationen ansprechen.

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re:

Beitragvon (unintent'lly left blank) » Montag 5. Dezember 2005, 21:40

Hallo

obwohl bei PC-Hardware mit "Bruchteilen" (wörtlich zu nehmen, wenn man allzu geizig einkauft :D ) von Cents kalkuliert wird, hoffe ich, daß sich innerhalb
der nächsten 10 oder 20 Jahre Hardware mit "intelligenteren" Interfaces
durchsetzen werden, auch wenn die Herstellung 1 Euro mehr kosten würde.

Schön im Sinne verbesserter Konnektivität ist auch der in den letzten Jahren zu beobachtende Trend zu einheitlichen Schnittstellen; wo man früher noch
einen ganzen Schnittstellen-Zoo von RS-232 bis S-Video unterhalten mußte, reicht heute für fast alle Peripherie USB - vom Tassenwärmer bis zur Grafikkarte.

Wenn man eines Tages noch Hauptspeicher- und CPU-Boxen sowie
übliche PCI-Hardware als externe Geräte über den schnelleren Nachfolger von USB ankoppeln können wird, dann braucht
man anstelle eines PCs nur noch eine Basisstation, die lediglich ein Netzteil und 20 USB-(o.ä.)Buchsen beherbergt, und kann sich durch einfaches
An- und Abstöpseln von Peripherie jeden beliebigen PC mit beliebig vielen parallel verwendbaren CPUs und Hauptspeicher-Boxen zusammenstellen.

Wär doch praktisch. In so einem (über serielle Verbindungen oder
Drahtlos) "verteilten" Computer macht ein zentrales OS dann endgültig keinen Sinn mehr.
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Beitragvon jens » Montag 5. Dezember 2005, 21:56

Und da wären wir dann fast bei den ThinClients... d.h. das Uralte Client-Server Prinzip aus den 70er oder 80er.... :lol:

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re:re:

Beitragvon (unintent'lly left blank) » Dienstag 6. Dezember 2005, 09:50

Ist eben alles schon mal in der einen oder anderen Form dagewesen.

Das ist ja auch nicht schlecht, nur finde ich, daß die heutigen OS'es es
mit der ewigen Wiedergeburt von ausgelatschten OS-Konzepten aus den 60ern und 70ern (U*I*, *P/M) mit aufgepapptem 60er-Jahre-GUI (X*r*X Star)
etwas übertreiben. Was Neues könnte da nicht schaden.
Hoffentlich was ähnlich
Erfrischendes, wie Python im Vergleich zum portablen 60er-Jahre-Assembler
C/C++ ist.
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Beitragvon Leonidas » Dienstag 6. Dezember 2005, 15:58

Was würde dir dann als grundlegend neues denn vorschweben?

Denn den 3D-Desktop finde ich persönlich nicht neu und eigentlich eher störend.
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re:sub:

Beitragvon (unintent'lly left blank) » Dienstag 6. Dezember 2005, 18:20

Einiges habe ich weiter oben ja schon skizziert:
Treiber in die Geräte integrieren, ansprechbar über standardisierte
High-Level-Kommandos ("intelligente Peripherie").
Eine einheitliche optische (besser noch: drahtlose) High-speed-Verbindung für alle Peripherie-Geräte zugleich.
Statt des PCs eine Basisstation bestehend aus Netzteil und 20 High-Speed-Anschlüssen für Peripherie wie CPU-Boxen, Speicher-Boxen,
Massenspeicher, Grafikkarten usw.
Anstelle des zentralen OS die Funktionseinheiten des OS in die jeweiligen Geräte integrieren, die gesteuert werden sollen.

Computer nach diesem Prinzip wären flexibler, kompatibler, icherer und
billiger (da das monolitische OS wegfiele), wahrscheinlich auch schneller
(da heutige OS nicht gerade Resourcen-schonend arbeiten).
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Beitragvon Leonidas » Dienstag 6. Dezember 2005, 18:47

Ich meinte eigentlich was dir als grundlegend neue GUI einfallen würde.
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re

Beitragvon (unintent'lly left blank) » Dienstag 6. Dezember 2005, 20:15

Am GUI-Prinzip gibt es momentan wahrscheinlich nicht so viel auszusetzen,
außer daß es ein (für Computerentwicklungs-Verhältnisse) altes
Konzept ist, daß sich in den letzten Jahrzehnten nur wenig verändert hat. Wie wäre es, wenn man den Bildschirm in die
Schreibtischplatte pultartig einlassen würde und statt mit der Maus
mit den Fingern oder einem Stift auf dem Tisch steuern würde ?
Auch zukunftsträchtig scheint mir das bereits im Teststadium befindliche Konzept, die Grafikausgabe
statt auf einen Bildschirm auf eine Halb-Spiegelbrille direkt vor das Auge
zu projizieren und statt der Maus eine Art 3D-Joystick zu verwenden; dann kann man sich bei der Computerarbeit frei bewegen.

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