Politisches

Alles, was nicht direkt mit Python-Problemen zu tun hat. Dies ist auch der perfekte Platz für Jobangebote.
BlackJack

Montag 8. Juni 2009, 07:22

Ja, eine 1 vor'm Komma währe echt schön gewesen.
Benutzeravatar
Dill
User
Beiträge: 470
Registriert: Mittwoch 10. Januar 2007, 14:52
Wohnort: Köln

Montag 8. Juni 2009, 07:31

ja, die geschichte mit dem urheberrecht macht die piraten leicht angreifbar und für viele unwählbar. das ist einfach sehr schwer zu vermitteln. dazu noch der name. ich habe mich erst recht spät dazu entschieden die zu wählen (und das nur aus protest gegen onlinedurchsuchung, pornosprerre und co). andere zu überzeugen war sehr schwer bis nicht möglich (eben wegen name, urheberrechtgeschichte oder weil ihnen das thema nicht wichtig genug war)
http://www.kinderpornos.info
Panke
User
Beiträge: 185
Registriert: Sonntag 18. März 2007, 19:26

Montag 8. Juni 2009, 07:45

Meine Mitbewohnerin studiert Politikwissenschaft und als ich sagte, ich wähle Piraten, meinte sie: "Damit du deine illegalen Raubkopien weiter ziehen kannst!?" und hat das Programm gleich noch auf diesen Punkt reduziert. Wohlgemerkt nachdem sie es sich angeschaut hat. Ich glaube, die Menschen verstehen die Baustellen nicht, an denen die Piraten arbeiten.
Leonidas
Administrator
Beiträge: 16024
Registriert: Freitag 20. Juni 2003, 16:30
Kontaktdaten:

Montag 8. Juni 2009, 09:57

Immerhin kriegen die dann die Regierung die sie verdient haben. Aber dann dürfen sie ja auch nicht meckern, denn entweder haben sie sie direkt gewählt oder durch ihr Fernbleiben von der Wahl signalisiert dass sie mit der Mehrheit übereinstimmen.

Edit: Man sieht schon, alleine durch ein Studium werden die Menschen nicht schlauer. Manchmal habe ich auch das gefühl, dass die Menschen dann sogar noch mehr auf festgefahrene Denkmuster fokussiert werden. Ohh, wir brauchen Patente, oooh, Urheberrecht verschärfen etc. weil sie es nicht anders gewöhnt sind und eine kritische Auseinandersetzung unbequem ist und überlegung erfordert.
My god, it's full of CARs! | Leonidasvoice vs Modvoice
EyDu
User
Beiträge: 4871
Registriert: Donnerstag 20. Juli 2006, 23:06
Wohnort: Berlin

Montag 8. Juni 2009, 10:37

Leonidas hat geschrieben:Immerhin kriegen die dann die Regierung die sie verdient haben. Aber dann dürfen sie ja auch nicht meckern, denn entweder haben sie sie direkt gewählt oder durch ihr Fernbleiben von der Wahl signalisiert dass sie mit der Mehrheit übereinstimmen.
Und einige verschenken Ihre Stimme weil sie die Piraten wählen. Ich finde die Position ja nicht schlecht, aber ein "Wahlprogramm" der Form: "wir kümmern uns nur um die Themen die uns interessieren und nicht um die restliche Europapolitik" finde ich einfach unwählbar.
Das Leben ist wie ein Tennisball.
Leonidas
Administrator
Beiträge: 16024
Registriert: Freitag 20. Juni 2003, 16:30
Kontaktdaten:

Montag 8. Juni 2009, 10:44

EyDu hat geschrieben:"wir kümmern uns nur um die Themen die uns interessieren und nicht um die restliche Europapolitik" finde ich einfach unwählbar.
Man muss IMHO nicht zu jedem Thema eine Meinung haben außerdem für den Fall dass die Piraten in die Regierung kommen würden, wäre das eh eine Koalition.
My god, it's full of CARs! | Leonidasvoice vs Modvoice
EyDu
User
Beiträge: 4871
Registriert: Donnerstag 20. Juli 2006, 23:06
Wohnort: Berlin

Montag 8. Juni 2009, 11:14

Ich würde auch nicht verlangen, dass jede Partei zu jedem Thema sofort eine Meinung oder Aussage parat hat, aber mehr als ein Thema sollte es dann doch schon sein. Egal ob man sich in der Opposition oder in der Regierung in einer Koalition befindet. Sonst sehe ich es weniger als Partei sondern eher als eine Initiative.
Das Leben ist wie ein Tennisball.
Benutzeravatar
snafu
User
Beiträge: 5440
Registriert: Donnerstag 21. Februar 2008, 17:31
Wohnort: Gelsenkirchen

Montag 8. Juni 2009, 11:21

Das nennt man dann wohl Protestwahl. Kein Mensch bei normalem Verstand wird ernsthaft geglaubt haben, dass die bei der nächsten Wahl wirklich ins Parlament einziehen. Und selbst wenn es 1-2 Sitze gegeben hätte, so ist mir eine gewisse Gegenstimme bei den für mich relevanten Dingen wichtiger als wenn die zu allem und jedem was zu sagen hätten. Sinnigerweise kann man ja auch zu Themen schweigen, von denen man nicht so viel Ahnung hat beziehungsweise sich bei bestimmten Abstimmungen enthalten. Ich sehe da absolut kein Problem drin.

Die Piratenpartei ist eben eine Spezialpartei, die vornehmlich die Anliegen einer bisher noch relativ kleinen Minderheit vertritt. Warum sollte man daher mit einem ellenlangen Wahlprogramm aufwarten? Mal davon ab, dass die meisten Mitglieder der Piratenpartei vermutlich eher Experten für den IT-Bereich sind, denn auf dem internationalen politischen Parkett.
shcol (Repo | Doc | PyPi)
lunar

Montag 8. Juni 2009, 11:26

EyDu hat geschrieben:
Leonidas hat geschrieben:Immerhin kriegen die dann die Regierung die sie verdient haben. Aber dann dürfen sie ja auch nicht meckern, denn entweder haben sie sie direkt gewählt oder durch ihr Fernbleiben von der Wahl signalisiert dass sie mit der Mehrheit übereinstimmen.
Und einige verschenken Ihre Stimme weil sie die Piraten wählen. Ich finde die Position ja nicht schlecht, aber ein "Wahlprogramm" der Form: "wir kümmern uns nur um die Themen die uns interessieren und nicht um die restliche Europapolitik" finde ich einfach unwählbar.
Immer noch besser als "wir kümmern uns zwar um alles, aber bloß nicht mit richtigen Lösungen, die könnten ja Geld kosten und Wähler vergraulen" ...
Benutzeravatar
cofi
Moderator
Beiträge: 4432
Registriert: Sonntag 30. März 2008, 04:16
Wohnort: RGFybXN0YWR0

Montag 8. Juni 2009, 11:43

Leonidas hat geschrieben:
EyDu hat geschrieben:"wir kümmern uns nur um die Themen die uns interessieren und nicht um die restliche Europapolitik" finde ich einfach unwählbar.
Man muss IMHO nicht zu jedem Thema eine Meinung haben außerdem für den Fall dass die Piraten in die Regierung kommen würden, wäre das eh eine Koalition.
Ich finde den Ansatz ganz nett, aber ich finde, dass er einfach zu radikal kommuniziert wird, denn so hört sich das an, als wäre man nur Abgeordneter für Urheberrechtsfragen + Internet und der ganze Rest kann einem gestohlen bleiben. IMHO hört sich das reichlich hochnäsig an und macht sich damit eben unwählbar.
Zumal man einfach an Allroundprogramme gewöhnt ist, die dann zwar eh gekippt werden, wenn es sich anbietet, aber man muss mit einer neuen Partei zumindest so ehrlich sein, dass man keine Patentlösung dafür hat und es sich eben situationsabhängig überlegt, statt zu sagen: "ka -> machma nit". Schliesslich ist man nach einer (erfolgreichen) Wahl Volksvertreter, d.h. man sollte sich auch um die Probleme des _ganzen_ Volkes kümmern, jedoch wird kommuniziert, dass man sich eben nen Dreck drum schert und sich auf die eigenen Themen konzentriert.
Das macht sie für einen normalen Wähler eben unwählbar. Ich denke das sollte man den Piraten mal mitteilen.
(P.S. Eine Stimme für die Piraten ist nur verschwendet was Abgeordnete angeht, da die Partei pro Stimme Geldmittel bekommt nicht generell)
EyDu
User
Beiträge: 4871
Registriert: Donnerstag 20. Juli 2006, 23:06
Wohnort: Berlin

Montag 8. Juni 2009, 12:54

Das man zu einem Thema nichts sagt, weil man keine Ahnung hat, oder weil in den Führungspositionen keine "echten" Politiker sitzen, macht in meinen Augen eine Partei nicht unbedingt besser. Dann sollte sie dafür sorgen, dass entsprechende Wissen und Personal zu beschaffen. Im Falle eine Einzugs ins Parlament haben auch die "Ahnunglosen" mit zu "entscheiden". Auch wenn der Einfluss nur minimal ist.
Das Leben ist wie ein Tennisball.
BlackJack

Montag 8. Juni 2009, 12:59

@cofi: Ich finde die Piraten haben mit ihrem Wahlprogramm teilweise mehr als andere Grosse, denn eine Partei die zwar zu *allem* was sagen kann/will, aber im Ernstfall auch *alles* davon über Bord kippt, hat im Endeffekt weniger Programm als eine Partei die gewisse Sachen halt auch *wirklich* vertritt. Die Parteiprogramme von SPD und CDU sind doch im Grunde beliebig. Insbesondere wenn sie eine grosse Koalition bilden ist das alles eine Sosse und man hat nicht wirklich eine Wahl. Linke, FDP, und Grüne würden für ein bisschen mitregieren auch *alles* von ihrem Programm opfern, sofern sie die PR-Abteilung dazu kriegen, das irgendwie zu verkaufen. Ich sag' nur Grüne und Krieg, oder was die Linke in Berlin abzieht.

Da hätte ich echt lieber kleine Parteien die nur Felder besetzten, die ihnen wirklich wichtig sind, und mit ein paar wenigen Abgeordneten den Grossen auf die Finger schauen und unbequeme Fragen stellen. Denn auch das ist wichtig, dass da jemand ist, der darauf achtet, dass nicht zuviel von Einheitsbrei-Parteien hinter verschlossenen Türen gemauschelt wird.
Benutzeravatar
cofi
Moderator
Beiträge: 4432
Registriert: Sonntag 30. März 2008, 04:16
Wohnort: RGFybXN0YWR0

Montag 8. Juni 2009, 13:12

@Blackjack Der Meinung bin ich auch, aber es ging mir um die Art der Kommunikation. Damit schreckt man eher ab, weil es sich so anhört als würde man nur das tun, das einem Spass macht und den Rest auf der faulen Haut liegen.
Ich meine im Allgemeinen kann man davon ausgehen, dass Wahlprogramme eh gebrochen werden, aber trotzdem wirbt man damit, vor allem wenn man eine neue Partei ist. Wobei man noch stärker auf die Formulierungen achten muss, da einem genau aus dem Punkt ein Strick gedreht werden kann.

Last but not least: Man darf nicht vergessen, dass die Volksparteien im Kopf vieler Leute fest verankert sind, lange Zeit hatten wir nur 3 Parteien (wobei die FDP unter die Bettdecke geschlupft ist, die ihr am wärmsten war) und die letzte Etappe mit vielen kleinen Parteien war Weimar. Negativer besetzt kann es gar nicht sein (wenn auch zu unrecht, wenn man an die goldenen Zwanziger denkt, trotz der Finanzkrise) ;)
Benutzeravatar
snafu
User
Beiträge: 5440
Registriert: Donnerstag 21. Februar 2008, 17:31
Wohnort: Gelsenkirchen

Montag 8. Juni 2009, 13:27

Ohne jetzt abschätzig wirken zu wollen, aber das Argument, die Piratenparteimitglieder könnten ganz eventuell ja auch mal ins Parlament kommen und bräuchten deshalb zwingend ein Proforma-Wahlprogramm, so wie die großen Vorbilder, finde ich doch etwas ... eigenartig. Das klingt ja schon regelrecht nach dem Wunsch, belogen zu werden. Insbesondere wenn ich irgendetwas von zu erfüllenden Pflichten als Volksvertreter und ähnlichen Worthülsen höre. Aber ich habe den Eindruck, hier gehen unsere politischen Ansichten wohl auch etwas zu weit auseinander als dass ich das hier tiefergehend diskutieren möchte, wenn ich ehrlich bin.

Und ich sage es noch einmal: Die Piratenpartei versteht sich offenbar - wie auch von BJ angemerkt - als Gegenstimme, die den großen Parteien gelegentlich mal in bestimmten Entscheidungsgebieten auf die Finger [sc]hauen soll. Die werden sich in ihrer Mehrzahl - wie auch deren Wähler - wohl kaum ernsthaft für EU-Osterweiterungen oder Erhöhungen der Milchpreise interessieren. (Ich übrigens auch nicht.) Wenn man wirklich eine Allroundpartei möchte, weil man glaubt, mit seiner Wahl etwas zum Wohle aller Bürger beitragen zu können, ist man bei der Piratenpartei, wohl tatsächlich an der falschen Stelle. Ob man dann aber soweit gehen sollte, von verschwendeten Stimmen zu sprechen, halte ich doch für äußerst fragwürdig und eigentlich auch etwas respektlos anderen Meinungen gegenüber.
shcol (Repo | Doc | PyPi)
Benutzeravatar
Dill
User
Beiträge: 470
Registriert: Mittwoch 10. Januar 2007, 14:52
Wohnort: Köln

Montag 8. Juni 2009, 16:12

die piraten sind eine protestpartei. wer die jetzt gewählt hat sagt: ich bin mit eurer politik im dunskreis internet nicht einverstanden. es wäre doch bescheuert von den piraten ein universelles wahlprogramm aufzulegen. ihre wählerschaft ist so heterogen, da würde man ja die hälfte verkraulen.
http://www.kinderpornos.info
Antworten