Intellektuell unterentwickelt?

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BlackJack

Montag 4. Mai 2009, 14:50

@hendrikS: Das mit dem Fächer abwählen verstehe ich nicht!? Wenn man alles machen müsste, hätte man entweder deutlich mehr zu tun, oder der Tiefgang leidet. Und jemand der Geschichte und Sprachen toll, und Chemie und Physik blöd findet und deshalb abwählt, wird sicher nach dem Abi kein Chemie- oder Physikstudium beginnen wollen.
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birkenfeld
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Montag 4. Mai 2009, 15:32

BlackJack hat geschrieben:@hendrikS: Das mit dem Fächer abwählen verstehe ich nicht!? Wenn man alles machen müsste, hätte man entweder deutlich mehr zu tun, oder der Tiefgang leidet. Und jemand der Geschichte und Sprachen toll, und Chemie und Physik blöd findet und deshalb abwählt, wird sicher nach dem Abi kein Chemie- oder Physikstudium beginnen wollen.
ACK. Und es gibt ja (zumindest "damals" bei mir in Bayern) genügend Fächer, die man nicht abwählen kann -- Deutsch, Mathe, Geschichte, zwei Naturwissenschaften, etc.
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BlackVivi
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Montag 4. Mai 2009, 15:41

BlackJack hat geschrieben:@hendrikS: Das mit dem Fächer abwählen verstehe ich nicht!? Wenn man alles machen müsste, hätte man entweder deutlich mehr zu tun, oder der Tiefgang leidet. Und jemand der Geschichte und Sprachen toll, und Chemie und Physik blöd findet und deshalb abwählt, wird sicher nach dem Abi kein Chemie- oder Physikstudium beginnen wollen.
Auch etwas, was mich hier ankotzt oO' Grundwissen und sowas in bestimmten Gebieten zu haben ist wirklich dolle wichtig und so... Aber irgendwann ist auch mal Schluss. Ich will nicht 13 Jahre lang etwas lernen, was mich einfach null... aber wirklich null interessiert. 10 Jahre ... oder 11, von mir aus... sind in Ordnung, aber dann muss mal gut sein. Lieber viele Kräfte, die etwas gut können, als ganz viele Kräfte, die alles ein bisschen können...
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birkenfeld
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Montag 4. Mai 2009, 15:43

BlackVivi hat geschrieben:Auch etwas, was mich hier ankotzt oO' Grundwissen und sowas in bestimmten Gebieten zu haben ist wirklich dolle wichtig und so... Aber irgendwann ist auch mal Schluss. Ich will nicht 13 Jahre lang etwas lernen, was mich einfach null... aber wirklich null interessiert. 10 Jahre ... oder 11, von mir aus... sind in Ordnung, aber dann muss mal gut sein. Lieber viele Kräfte, die etwas gut können, als ganz viele Kräfte, die alles ein bisschen können...
Du weißt ja, deine Schulpflicht ist nach neun Jahren vorbei. Alles weitere ist sowieso eigene Entscheidung...
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hendrikS
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Montag 4. Mai 2009, 15:46

@BlackJack Ich glaube Abitur steht fuer allgemeine Hochschulreife und nicht fuer spezifische Hochschulreife.

Es wuerde das Schulsystem vereinfachen und Leistungen auch vergleichbarer machen.
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Montag 4. Mai 2009, 15:47

birkenfeld hat geschrieben:
BlackVivi hat geschrieben:Auch etwas, was mich hier ankotzt oO' Grundwissen und sowas in bestimmten Gebieten zu haben ist wirklich dolle wichtig und so... Aber irgendwann ist auch mal Schluss. Ich will nicht 13 Jahre lang etwas lernen, was mich einfach null... aber wirklich null interessiert. 10 Jahre ... oder 11, von mir aus... sind in Ordnung, aber dann muss mal gut sein. Lieber viele Kräfte, die etwas gut können, als ganz viele Kräfte, die alles ein bisschen können...
Du weißt ja, deine Schulpflicht ist nach neun Jahren vorbei. Alles weitere ist sowieso eigene Entscheidung...
Gibt Studien, ... naja, ob sie stimmen sei mal dahingestellt, aber sie fühlen sich richtig an, ... die beweisen, dass in kaum einem anderen Land der Schulabschluss so wichtig ist wie hier.

Außerdem bin ich dem Zeug aus dem Weg gegangen. Realschule -> Fachabi -> Studium. So musste ich mich nicht damit rumplagen... aber trotzdem is's nicht das Wahre. Die Ausstattung in'r Schule für Leute mit Begabungen oder Leute, mit starken Interessen ist... recht schlecht.
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Montag 4. Mai 2009, 15:48

hendrikS hat geschrieben:Es wuerde das Schulsystem vereinfachen und Leistungen auch vergleichbarer machen.
Na, dann mal los! :)
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birkenfeld
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Montag 4. Mai 2009, 16:22

BlackVivi hat geschrieben:Gibt Studien, ... naja, ob sie stimmen sei mal dahingestellt, aber sie fühlen sich richtig an, ... die beweisen, dass in kaum einem anderen Land der Schulabschluss so wichtig ist wie hier.
Kein Wunder -- schließlich gibt es in vielen anderen Ländern auch nur einen Schulzweig. Das IMHO gute am deutschen System ist gerade, dass es für jeden die "richtige" Schule gibt (dass das in der Praxis nicht immer funktioniert, ist klar). Dass man mit einem Hauptschulabschluss so nicht studieren kann, sollte auch nicht verwundern -- warum sollte man das auch wollen?
Außerdem bin ich dem Zeug aus dem Weg gegangen. Realschule -> Fachabi -> Studium. So musste ich mich nicht damit rumplagen... aber trotzdem is's nicht das Wahre. Die Ausstattung in'r Schule für Leute mit Begabungen oder Leute, mit starken Interessen ist... recht schlecht.
Weil eine zu einseitige Ausrichung auch keine vernünftige Ausbildung ist. Du kannst nicht jeden nur in dem speziellen Fach großziehen, das ihm am liebsten ist, darunter leiden die Allgemeinbildung wie auch der Charakter, und es führt zu Fachidioten, die vielleicht programmieren können, aber glauben, die Ostsee sei nur für die DDR dagewesen und hieße jetzt Nordsee.
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Montag 4. Mai 2009, 17:05

birkenfeld hat geschrieben:
Außerdem bin ich dem Zeug aus dem Weg gegangen. Realschule -> Fachabi -> Studium. So musste ich mich nicht damit rumplagen... aber trotzdem is's nicht das Wahre. Die Ausstattung in'r Schule für Leute mit Begabungen oder Leute, mit starken Interessen ist... recht schlecht.
Weil eine zu einseitige Ausrichung auch keine vernünftige Ausbildung ist. Du kannst nicht jeden nur in dem speziellen Fach großziehen, das ihm am liebsten ist, darunter leiden die Allgemeinbildung wie auch der Charakter, und es führt zu Fachidioten, die vielleicht programmieren können, aber glauben, die Ostsee sei nur für die DDR dagewesen und hieße jetzt Nordsee.
Deswegen sagte ich ja... solides Grundwissen. Aber wenn du dir das Abiprogramm für Physik anschaust, dass ist teilweise sehr tief in die Materie, Sachen die garantiert nicht mehr in das Grundwissen hineingehören. Und vor allem werden dann Sachen vertieft, ohne ordentliche Grundlagen zu schaffen...

Beispiel: 'ne Freundin geht auf'n Gymnasium, ich helfe ihr bei den Matheaufgaben. Die besprechen Integrale ohne jemals auch nur ein Sigma GESEHEN zu haben, geschweige denn es benutzen zu können. Sie wissen nicht, was ein Integral bedeutet... Ihnen wird gesagt: "Fläche unter einer Funktione DURR so rechnets man es aus". Solch' ein Wissen halte ich für überflüssig. Für Leute die sich dafür interessieren, sowie für Leute die sich nicht dafür interessieren.

Natürlich stimme ich dir zu - alle Fächer in der Schule sind von Bedeutung. Aber nur bis zu einem gewissen Grad. Irgendwann, wenn man als jugendlicher seinen Weg gefunden hat, sollte man ZUMINDEST die Wahl haben, zu entscheiden. Keine Pseudoentscheidung, wo man sowieso nur die leichten Fächer abwählen kann... Sondern eine richtige Entscheidung.


Und außerdem finde ich das mit dem einem Schulzweig besser. Wenn man nicht gut genug ist, muss man halt früher abgehen... wer gut genug ist, geht weiter. In England kann auch nicht jeder studieren... Ich habe ohne Umzug in meiner Schullaufbahn 4 verschiedene Schulen und Klassen besucht. Alle mit komplett unterschiedlichem Stil und Lehrern und alles. Auf der einen Schule war ich richtig gut - auf der anderen war ich unfassbar schlecht. Macht das Sinn? Ich fänds besser, wenn mit der Zeit zumindest so etwas ähnliches wie ein Klassengefühl entsteht. Man zumindest die ersten 6 Jahre oder so zusammen verbringt.. aber hier wird ja quasi schon nach 4 Jahren, wo viele Menschen sich noch gar nicht richtig entwickelt haben, entschieden über deine Zukunft.

Natürlich kannst du nach der Hauptschule auf die Real und dann auf das Gymnasium und dann Studieren.. Doch wieviele schaffen das? Hier wird teilweise willkürlich kategorisiert, nach einem Standard und zu einem Zeitpunkt... der absurd ist. Das mag ich einfach nicht.
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Montag 4. Mai 2009, 21:32

BlackVivi hat geschrieben:Man zumindest die ersten 6 Jahre oder so zusammen verbringt.. aber hier wird ja quasi schon nach 4 Jahren, wo viele Menschen sich noch gar nicht richtig entwickelt haben, entschieden über deine Zukunft.
Ausgerechnet in Berln, der schulischen Heimat von dynasty-warriors und applegreen sind es 6 statt 4 Jahre ...
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Montag 4. Mai 2009, 22:19

BlackVivi hat geschrieben:Solch' ein Wissen halte ich für überflüssig. Für Leute die sich dafür interessieren, sowie für Leute die sich nicht dafür interessieren.
Zitat der Woche. :lol:
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