OS hin - OS her! Wie siehts bei Euch aus?

Alles, was nicht direkt mit Python-Problemen zu tun hat. Dies ist auch der perfekte Platz für Jobangebote.
sma
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Beitragvon sma » Sonntag 24. August 2008, 15:26

Als Gegenmeinung muss ich ja noch Mal erwähnen, dass ich meinen Mac als gelungene Kombination aus einem Unix mit schicker Oberfläche in einem eleganten Gehäuse ansehe und nach 15 Jahren Windows sehr zufrieden bin. An Apples Firmenpolitik störe ich mich nicht - mit Ausnahme dass es mich gewaltig stört, dass a) Java 6 extrem spät kam und dann auch nur für Intel-64-Bit. Hier hoffe ich auf's openjdk.

An Ubuntu könnte ich mich vielleicht gewöhnen, aber da müsste man sich wieder selbst um Hardware und damit verbundene Probleme kümmern und das in meinem Augen wichtige Font-Rendering beherrscht Ubuntu (auch Mangels der Fonts) nicht in gleicher Qualität wie OS/X oder Windows. Ob das Betriebssystem nun Opensource ist oder nicht, spielt für mich keine so große Rolle wie ob es kostenlos ist und ob ich ausreichend kostenlose Software finde. Den Preis für Vista war ich nicht bereit zu bezahlen - da habe ich dann lieber viel mehr Geld für einen neuen Mac in die Hand genommen ;)

Stefan
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Leonidas
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Beitragvon Leonidas » Sonntag 24. August 2008, 16:01

Interessant finde ich im Font-Rendering Kontext den folgenden Artikel:
Texts Rasterization Exposures

Es gibt übrigens auch OS X like font rendering in Linux, aber irgendwie bin ich von dem Rendering da nicht besonders angetan.
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Beitragvon shakebox » Sonntag 24. August 2008, 17:00

als jemand der seit vielen Jahren professionell mit allen drei großen Plattformen arbeitet kann ich nur sagen: es gibt einfach nicht DAS richtige Betriebssystem allgemein. Denn letztendlich will ich ja nicht mit nem Betriebssystem arbeiten sondern mit bestimmten Programmen. Und manche Programme für bestimmte Arbeitsbereiche gibt es halt nunmal nur für bestimmte Systeme. Und nicht immer gibt es zu diesen, oft kommerziellen, Programmen gleichwertige Alternativen, die dann evtl. sogar noch Open Source sind. (klassisches, einfaches Beispiel: Photoshop in der Bildbearbeitung).

Natürlich würde ich mir in der Theorie wünschen, überall Linux und Open Source-Apps einsetzen zu können. Das ist aber utopisch und weltfremd.

Mich schockiert daß diese Grabenkriege und vorurteilsbehaftetes Bashing von Systemen nachwievor so verbreitet sind. Das erlebe ich sowohl in dem mir vor allem vertrauten Bereich der Macleute gegenüber Windows, aber eben auch bei Linuxlern gegenüber OS X. Die Kommentare, als ich mich bei meinem ersten Besuch des Münchner Python-Stammtischs als Macianer geoutet habe, haben mich ehrlich gesagt erschreckt und fand ich peinlich. Schade daß diese oft auf reinen Vorurteilen gefusste Haltung nicht inzwischen mal ausgestorben ist und nem gewissen Realismus Platz gemacht hat.

Fazit: wer kommerziell arbeitet braucht passende Werkzeuge. Mit allen drei großen Plattformen lässt sich professionell arbeiten sofern man sich Mühe gibt bei der Planung, Einrichtung und Pflege der Systeme. Welches jeweils das passende System ist hängt allein davon ab um welchen konkreten Arbeitsbereich es gerade geht.

Und um sma noch beizupflichten: was mir (bei allen Problemen und Bugs, die ich nach nun 18 Jahren Mac-Erfahrung nun wirklich auch zur Genüge kenne) am aktuellen OS X so gut gefällt ist eben die Kombination aus einer in großen Teilen durchdachten und funktionierenden GUI (inklusive so wichtiger Dinge wie eben Fontunterstützung, wirklich funktionierendem Copy&Paste, usw.) mit einem Unix-ähnlichen Unterbau. Denn dadurch hab ich gegenüber Windows halt einfach Dinge wie Skriptsprachen, Netzwerk-/Sicherheitsdienste (SSH, NFS, usw.) direkt an Bord und kann so Vorteile beider Welten kombinieren.
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Beitragvon Leonidas » Sonntag 24. August 2008, 17:18

shakebox hat geschrieben:Die Kommentare, als ich mich bei meinem ersten Besuch des Münchner Python-Stammtischs als Macianer geoutet habe, haben mich ehrlich gesagt erschreckt und fand ich peinlich. Schade daß diese oft auf reinen Vorurteilen gefusste Haltung nicht inzwischen mal ausgestorben ist und nem gewissen Realismus Platz gemacht hat.

Naja, reine Vorurteile nicht. Aber wenn man so anhört, was Mac-Leute für Probleme haben (mitsuhiko etwa hat einen Mac) oder wie blöd sich einige anstellen (da könnte ich dir auch hier im Forum Beispiele dafür geben) dann freut man sich mit Linux-Leuten zu sprechen, weil man denen seltener erklären muss wie man Programme in einer Shell startet. Klar, einige Dinge sind am Mac toll gemacht, aber ich vertrete eher den standpunkt dass es sich lohnt davon zu lernen, weniger sich darauf umzusatteln. Denn ein Umstieg von Microsoft zu Apple scheint mir nur beschränkt sinnvoll.

Utopisch und weltfremd schien es auch vor 40 Jahren Geld mit Software zu verdienen, da damals die Software eine Beigabe zur Hardware war und es den Begriff Open Source nicht so gab, weil es kein Closed Source gab um die Offenheit des Codes überhaupt erst relevant zu machen.

PS.: Mac-Bashing darf man auch nicht zu ernst nehmen. Windows wird auch gebasht und es gibt auch unter den Vim und Emacs-Usern immer mal wieder Seitenhiebe, ohne dass wir die anderen Editoren komplett verteufeln :) (Oder ebenso zwischen den Debian und Gentoo-Fraktionen). Also da ist auch ein wenig Entspanntheit gefragt.
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Beitragvon shakebox » Sonntag 24. August 2008, 17:34

Leonidas hat geschrieben:Also da ist auch ein wenig Entspanntheit gefragt.


Genau davon war aber eben damals beim Treffen nicht viel zu spüren. Man könnte ja auch anders damit umgehen und sich freuen daß auch Mac-Leute Interesse an Python haben.

Und ob es wirklich positiv ist daß Linuxler eher wissen wie man was aus ner Shell startet lass ich mal dahingestellt. Auch ne Shell ist eigentlich nicht der Weisheit letzter Schluß. Ich nutze sie gerne, aber das als Massstab zu nehmen dafür ob jemand was von Rechnern versteht oder sich "blöd anstellt", sorry, das ist peinlich. Der Mensch ist nicht als "Shell-User" auf die Welt gekommen und irgendwann wird es hoffentlich bessere Werkzeuge geben als ne Shell.

Utopisch und weltfremd schien es auch vor 40 Jahren Geld mit Software zu verdienen, da damals die Software eine Beigabe zur Hardware war und es den Begriff Open Source nicht so gab, weil es kein Closed Source gab um die Offenheit des Codes überhaupt erst relevant zu machen.


Ja klar. Wenn es die Software und Alternativen gibt nutze ich die doch gerne. Aber die gibt es halt nunmal nicht in allen Bereichen. Ich muss ja JETZT arbeiten und Ergebnisse liefern und nicht erst wenn es die Alternativen gibt. Wie gesagt: ich nutze gerne Linux und Open Source und würde es gerne noch intensiver nutzen. Aber ich kann z.B. nicht ernsthaft GIMP einsetzen um mein Geld zu verdienen. Da lande ich 2x in der Klapsmühle bei der mühsamen und umständlichen Bedienung, usw. An anderen Stellen dagegen ärgere ich mich in gleicher Form über OS X und nutze dann halt lieber Linux.

Denn ein Umstieg von Microsoft zu Apple scheint mir nur beschränkt sinnvoll.


da würde mich doch jetzt sehr interessieren warum das nur beschränkt sinnvoll ist. Nicht daß ich ein Verfechter bin der sagt: alle Windows-Leute sollten zu OS X wechseln weil das "besser" ist. Ganz im Gegenteil. Ich verteidige oft genug Windows gegenüber Mac-"Fanatikern". Aber Linux ist halt in vielen Bereichen auch absolut nicht der Weisheit letzter Schluß.
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Beitragvon audax » Sonntag 24. August 2008, 18:03

Nach einem kleinen Wahnsinn heute (Laptop neu aufgesetzt) kann ich nur sagen:
Linux stinkt, Windows und Mac allerdings auch.

Es gibt kein gutes OS, *BSD und Solaris stinken auch, einfach jedes OS ist blöd.

Notiz an mich:
Neue WLAN-Karte kaufen, Broadcom stinkt.
Realtek stinkt auch.
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Beitragvon Leonidas » Sonntag 24. August 2008, 18:16

shakebox hat geschrieben:
Leonidas hat geschrieben:Also da ist auch ein wenig Entspanntheit gefragt.


Genau davon war aber eben damals beim Treffen nicht viel zu spüren. Man könnte ja auch anders damit umgehen und sich freuen daß auch Mac-Leute Interesse an Python haben.

Also ganz ehrlich, mir ist nicht aufgefallen, dass da irgendeine besondere Feindlichkeit gegenüber Mac-Usern da war. Vielleicht muss man das auch im größeren Maßstab sehen, dass außerhalb von Mac-Kreisen der Mac-Kult eher skeptisch gesehen wird und Leute mit Mac potentiell diesem angehören könnten. Gehe mal auf eine Ruby/Rails-Konferenz mit einem Linux-System und du wirst damit auch recht alleine dastehen. Sehr amüsant fand ich einen Code-Generation-Talk bei dem der Vortragende einen Mac hatte und als die Kamera das Publikum zeigte, habe ich dort keinen nicht-Mac ausmachen können. Dort würdest du ohne Mac genauso aufgefallen sein.

shakebox hat geschrieben:Und ob es wirklich positiv ist daß Linuxler eher wissen wie man was aus ner Shell startet lass ich mal dahingestellt. Auch ne Shell ist eigentlich nicht der Weisheit letzter Schluß. Ich nutze sie gerne, aber das als Massstab zu nehmen dafür ob jemand was von Rechnern versteht oder sich "blöd anstellt", sorry, das ist peinlich. Der Mensch ist nicht als "Shell-User" auf die Welt gekommen und irgendwann wird es hoffentlich bessere Werkzeuge geben als ne Shell.

Obwohl eine Shell der Weißheit letzter Schluss sicherlich nicht ist, ist sie dennoch wohl eines der wichtigsten Werkzeuge für die Entwicklung. Sie ist auch die Möglichkeit Python-Programme zu starten ohne sich Sorgen machen zu müssen dass da am Environment irgendwas falsch ist (Eclipse fügt bei raw_inputs() unter Windows immer ein unnützes \r ein; Programme die in IDLE gestartet werden verhalten sich öfter mal anders als anderswie gestartete Programme).

Ich muss ja Leuten normalerweise auch nicht zeigen, wie man einen Computer anschaltet. Oder wie man einen Editor öffnet. Und um was von Rechnern verstehen da zählt auch dazu dass man auch sonst mit seinem System experimentiert, unter Windows kommt man dann schon irgendwann auf die MS-DOS Eingabeaufforderung und kommt dann schließlich darauf wozu das schwarze Fenster mit dem blinkenden Cursor gut ist.

shakebox hat geschrieben:
Utopisch und weltfremd schien es auch vor 40 Jahren Geld mit Software zu verdienen, da damals die Software eine Beigabe zur Hardware war und es den Begriff Open Source nicht so gab, weil es kein Closed Source gab um die Offenheit des Codes überhaupt erst relevant zu machen.


Ja klar. Wenn es die Software und Alternativen gibt nutze ich die doch gerne. Aber die gibt es halt nunmal nicht in allen Bereichen. Ich muss ja JETZT arbeiten und Ergebnisse liefern und nicht erst wenn es die Alternativen gibt.

Gut das nicht jeder so denkt, sonst würden diese Alternativen nie entstehen.

shakebox hat geschrieben:
Denn ein Umstieg von Microsoft zu Apple scheint mir nur beschränkt sinnvoll.


da würde mich doch jetzt sehr interessieren warum das nur beschränkt sinnvoll ist. Nicht daß ich ein Verfechter bin der sagt: alle Windows-Leute sollten zu OS X wechseln weil das "besser" ist. Ganz im Gegenteil. Ich verteidige oft genug Windows gegenüber Mac-"Fanatikern". Aber Linux ist halt in vielen Bereichen auch absolut nicht der Weisheit letzter Schluß.

Gut, nehmen wir an, die Nutzerzahlen von Windows und Mac OS X vertauschen sich von heute auf morgen. Was hätten wir damit übermorgen? Eine Softwarewelt die von Apple genauso kontrolliert wird heute von Microsoft, zudem noch eine Hardwarewelt die von Apple kontrolliert wird (die Versuche Apple-kompatible Hardware zu bauen wurden schon mehrmals von Apple von der Bildfläche geklagt). Schau dir die Situation beim iPhone an: um Software zu entwicklen brauchst du ein kostenpflichtiges SDK, um Software zu vertreiben muss Apple zustimmen. Also eine ähnlich geschlossene Platform wie auch Microsoft anstrebt. Auch FairPlay unterscheidet sich nicht sonderlich von den DRM-Angeboten von Microsoft.

Also gut, was würde besser werden? Mac OS X hat zwar einen Unix-Unterbau, aber das haben Linux, *BSD, (Open)Solaris auch, die zudem auch auf X11 setzen, so dass sie zu Unix-Programmen eher kompatibel sind als Mac-Programme die nunmal ihre eigene propietäre Nische besetzen. Mac OS X hat einen besseren Browser als Windows, aber auf allen Systemen kann man andere, bessere Browser einsetzen. Apples Produktupdates sind ebensowenig unproblematisch wie die Migration zwischen verschiedenen Windows-Versionen (mit einigen Linux-Distributionen klappt das durchaus sehr gut), noch hat Mac OS X ein Paketsystem, bleibt also entweder ein 3rd-Party-System wie Fink oder MacPorts nutzen oder Software mehr oder minder auf Windows-Art zu installieren. Man könnte wohl die hohe Kompatibilität der Programme als Pluspunkt gegenüber Linux sehen (wobei das andererseits auch Windows vor immer mehr Probleme stellt), aber Windows bietet Kompatibilität mit vielen DOS-Programmen in der NTVDM (also ähnlich emuliert wie in Mac OS X das Mac OS Classic emuliert) sowie Win16 und auch so ziemlich allen Win32-APIs, die sogar in voller Geschwindigkeit laufen.
Mac OS X ist aufgrund des Unterbaus portabler, aber man sollte nicht vergessen, dass es Windows NT, also den Ursprung von dem der aktuelle Windows-Kernel abstammt vor Jahren auf Alphas lief, also 64-Bit Systemen, als Apple noch nicht einmal Preemptives Multitasking unterstützte. Windows Server 2003 gibt es auch als Itanium-Version, zeigt also auch dass aktuelle Versionen prinzipiell zumindest portabel sind. Also auch da sehe ich keinen besonders großen Unterschied.

Apropos: Ich schreibe das hier weniger um den Einsatz von Linux zu pushen sondern eher den freier Systeme. Das ist für mich der Unterschied. ReactOS ist ja auch ein netter Ansatz und durch die Kooperation mit dem Wine-Projekt springt für alle etwas raus. Allerdings ist ReactOS nur bedingt alltagstauglich und Linux-Systeme bringen in der Regel auch mehr freie Software mit, haben für mich also eher Vorteile.

PS: Vielleicht sollte ich mich ja auch in die FSF/FSFE "einweisen" lassen :)
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Beitragvon shakebox » Sonntag 24. August 2008, 18:18

Es gibt kein gutes OS, *BSD und Solaris stinken auch, einfach jedes OS ist blöd.


ja, so könnte ich das auch als weniger positives Fazit unterschreiben :)

Ist wie im Straßenverkehr: es sind nicht DIE Radfahrer blöd oder DIE Autofahrer oder DIE Fußgänger. Nee, DIE Blöden haben es ganz gut im Griff, sich sehr gleichmäßig zu verteilen auf alle Verkehrsmittel. Von daher ist keines problemfrei, es gibt nur für bestimmte Zwecke halt jeweils ein mehr oder weniger Geeignetes. Richtig gut ist aber keines :)
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Sidux

Beitragvon sehbaer » Sonntag 24. August 2008, 18:21

Um nochmal zum eigentlichen Thema zurückzukommen: Ich schwör mittlerweile auf Sidux. Das ist quasi Debian at the bleeding edge.
Sidux läuft sehr schnell, irre stabil und ist softwaremäßig immer immer auf dem neuesten Stand. Dazu gibt es ein paar geniale Skripte (z.B. smxi, ceni), die auch einem altgedienter Mausschubser die Falten aus dem Sack ziehen.
Nicht zuletzt der geringe Zeitaufwand zur Installation (ab ca. 15min) ist es Wert einmal erlebt zu haben. Ist auch Live CD.
Es gibt eine griffige Dokumentation und etwaige Macken werden sehr schnell gefixt.
Bei mir läuft das prima auf Lenovo T61p mit Nvidia. Also ziemlich modernes Zeug. Viele ander Distris hatten da Probleme mit Sound, Wlan etc. Sidux machte das "out of the box".
...es sind ganz bestimmt mehr Nullen als Einsen.
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Beitragvon shakebox » Sonntag 24. August 2008, 18:30

Gut das nicht jeder so denkt, sonst würden diese Alternativen nie entstehen.


Hm. Ich bin hauptsächlich Anwender, nicht Entwickler. Sollte ich also Deiner Meinung nach erstmal die Hände in den Schoß legen und abwarten bis es diese Alternativen gibt, bzw. komplett umlernen und diese selbst entwickeln? Ich muß nen bestimmten Job machen, den ich gelernt habe und der mir Spaß macht. Und nicht für alle Bereiche darin gibt es freie Software, die ich jetzt verwenden könnte. Also den Job nicht mehr weitermachen?

Es gibt wunderbare freie Softwareprojekte. Einige davon hab ich mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln auch schon unterstützt und teilweise vorangetrieben. Aber es gibt sie halt nicht für alles und ich befürchte daß das auch in Zukunft nicht komplett anders sein wird.
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Beitragvon Leonidas » Sonntag 24. August 2008, 18:47

shakebox hat geschrieben:Sollte ich also Deiner Meinung nach erstmal die Hände in den Schoß legen und abwarten bis es diese Alternativen gibt, bzw. komplett umlernen und diese selbst entwickeln?

Wine existiert, für Mac-Software gibt es bisher noch nichts da die Anzahl der interessanten Software die es nur für Mac gibt sich recht in Grenzen hält. Je mehr Leute eine Software unter Wine nutzen desto eher sieht der Hersteller den Bedarf nach einer Linux-Version, bzw desto eher sehen Entwickler dass da Bedarf herrscht umso größer ist die Chance dass sie statt den nächsten Window Manager oder sonst irgendeinem Ding was wieder nur das gleiche in einem etwas neuem Aufguss ist sich dessen Annehmen. Vorrausgesetzt das Problem interessiert sie. Es ist weniger ein Individualproblem sondern das von Problem und Nachfrage. Schau wie groß die Nachfrage nach virtualisierung ist und wie viel Software wir inzwischen haben: Xen, VirtualBox, KVM, QEMU, Parallels, VMWare, Virtual PC. Viele davon ist frei und sogar Microsoft gibt sie zumindest umsonst her.

Allerdings hast du dir das uninteressanteste meiner Argumente herausgegriffen. Wo sähst du denn den Vorteil bei so einem generellen Umstieg zu Apple? (Damit wären wir auch wieder mehr ontopic)

grüße,
Leonidas, der nun die Chefdogmatiker-Kappe weglegt.

P.S.: Heute habe ich mich nach alternativen zu Googles BigTable umgesehen. Et voila, da gäbe es mit Hypertable und HBase sogar zwei freie Alternativen. Da gab es also durchaus Nachfrage, auf wenn es eher ein Nischenprodukt ist. Achja, um es mit audax' Worten zu sagen: Hypertable stinkt. Bei HBase muss ich noch sichergehen :)

Edit: shakebox, was machst du denn so? Ich würde mich wundern, wenn du nicht irgendetwas könntest, was der Welt der freien Software nützen könnte. Zum Beispiel Grafiker etc.
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Beitragvon shakebox » Sonntag 24. August 2008, 19:13

Wo sähst du denn den Vorteil bei so einem generellen Umstieg zu Apple?


Hm, da hast Du mich glaub falsch verstanden. Genau den Wechsel will ich eben nicht. Ich finde daß man mit allen großen Systemen gut und professionell arbeiten kann. Nur eben nicht in allen Bereichen gleich gut. Manchmal eignet sich das eine besser, manchmal das andere.

Für mich hat nur OS X gegenüber dem alten Mac OS Classic/9 den sehr positiven Vorteil daß ich jetzt eben beides habe: den sehr durchdachten Überbau, weswegen viele gerne nen Mac benutzen, und eben dem Unix-Unterbau, der mir, als jemand der eben auch mit Linux und ner Shell umgehen kann und das gerne nutzt, zusätzliche Möglichkeiten bietet. Das hab ich so zusammengepackt unter Windows nicht bzw. muß es halt nachträglich installieren. Deshalb finde ich für bestimmte Bereich eben OS X geschickter als Windows, sofern es die Software die ich brauche sowieso für beide Plattformen gibt.
Edit: shakebox, was machst du denn so? Ich würde mich wundern, wenn du nicht irgendetwas könntest, was der Welt der freien Software nützen könnte. Zum Beispiel Grafiker etc.


Wie gesagt: ich hab schon bei mehr oder weniger freien Softwareprojekten mitgearbeitet und versucht, mein Knowhow da einzubringen.

Mein Geld verdiene ich damit, für Kinofilme digitale Effekte zu machen. Konkreter: Compositing. Also nicht 3D sondern sozusagen Photoshop für Bewegtbild. Und das Schöne in dem sogenannten VFX-Bereich (Visual Effects) ist eben daß sich da seit einiger Zeit Python als Skriptsprache immer mehr durchsetzt. Nicht nur als alleinstehende Skriptsprache für Workflow-Geschichten sondern eben auch als interne Skriptsprache für alle möglichen kommerziellen Programme in der Branche.
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Beitragvon epsilon » Montag 25. August 2008, 15:07

Leonidas hat geschrieben:Interessant finde ich im Font-Rendering Kontext den folgenden Artikel:
Texts Rasterization Exposures


Interessanter Link, das werd' ich mal testen / mir genauer ansehen.
lunar

Beitragvon lunar » Montag 25. August 2008, 17:28

sma hat geschrieben:An Ubuntu könnte ich mich vielleicht gewöhnen, aber da müsste man sich wieder selbst um Hardware und damit verbundene Probleme kümmern

Auf handelsüblichen Bürorechnern und Laptops läuft Ubuntu meist out-of-the-box. Auch gibt es mittlerweile in den meisten Kategorien Hardware, die nicht nur unter Linux läuft, sondern auch noch Linux-Support durch den Hersteller erfährt. Wer also ein bisschen Zeit in den Hardware-Kauf investiert, findet gute Hardware für Linux.

Natürlich gibt es noch immer Problemfelder, digitales Fernsehen, Highend-Audio, etc. Aber mit ein bisschen Zeit lässt sich auch da was finden.

Viel problematischer ist imho fehlende Unterstützung durch Softwarehersteller, was in entsprechend schlechten Linux-Versionen von verbreiteter Software wie Skype resultiert.

und das in meinem Augen wichtige Font-Rendering beherrscht Ubuntu (auch Mangels der Fonts) nicht in gleicher Qualität wie OS/X oder Windows.

Wann hast du das letzte Mal ein Linux-System unter den Händen gehabt? Ich persönlich kann nämlich zwischen dem Font-Rendering von Vista und Ubuntu keine allzu
großen qualitativen Unterschiede erkennen. Und was fehlende Schriften angeht: Die kann man nachinstallieren.

Was diesen Flamewar angeht:
Jedes System hat seine Macken, ebenso wie jede Nutzerclientel ihre Klischees hat. Windows-Nutzer sind im Allgemeinen doof, Mac-User fanatische Markenjunkies und Linux-Nutzer halt weltfremde Geeks. So what? Man sollte das nicht zu ernst nehmen ... von beiden Seiten.
sma
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Beitragvon sma » Dienstag 26. August 2008, 20:54

Ob ein Anwender - egal welches OS er/sie benutzt - eine Shell kennen muss, weiß ich nicht. Einem Software-Entwickler sollte sie aber IMHO nicht fremd sein - auch hier wieder egal, um welches OS es sich dreht.
Leonidas hat geschrieben:Denn ein Umstieg von Microsoft zu Apple scheint mir nur beschränkt sinnvoll.

Ich fand ihn sinnvoll. Wie ich schrieb: OS X ist für mich aufgrund größerer Unix-Kompatibilität eine Verbesserung gegenüber Windows plus Cygwin (auch wenn der Java-Support suboptimal ist) und die Geräte sehen viel besser aus. Mein Windows-PC war immer nur eine häßliche graue Kiste, die unter dem Tisch versteckt war. Da gab es keine emotionale Bindung. Beim Mac ist das anders...

Leonidas hat geschrieben:Auch FairPlay unterscheidet sich nicht sonderlich von den DRM-Angeboten von Microsoft.

Eine geschlossene Plattform finde ich nicht grundsätzlich schlecht. Der Trick ist, dass die Fesseln nicht schmerzen dürfen. Und das iTunes ein brauchbares DRM benutzt (wie es sonst kein anderer Anbieter geschafft hat), kann mich schon aus dem Grund nicht stören, dass ich beruflich einige Jahre mit DRM beschäftigt war. Die Situation auf Handys war und ist vielleicht immer noch katastrophal im Vergleich.

Free Software als Religion ist nicht mein Ding. Ich habe kein Problem damit, wenn Apple (oder Microsoft) Geld damit verdient, damit ich keine Probleme habe. Ich habe den Tanenbaum und den alten Minix-Quelltext gelesen und weiß prinzipiell wie ein Unix-artiges OS funktioniert. Damit ist mein Wissensdurst gestillt und ich brauche nicht den Quelltext meines Betriebssystems zum selbstkompilieren. Jetzt könnte das Sicherheitsargument kommen, aber das ist letztlich nur eine Frage, wem ich wie weit vertraue.

Ich habe nichts dagegen, wenn ich ein Betriebssystem kostenlos bekomme und bewundere den Einsatz der vielen Entwickler rund um Linux und co, aber plattformübergreifende Anwendungen wie z.B. Firefox reichen mir persönlich - hauptsächlich aus dem Grund, damit ich unabhängig vom OS werde.

lunar hat geschrieben:[Über Ubuntu-Treiber] Aber mit ein bisschen Zeit lässt sich auch da was finden.

Und genau dieses bisschen Zeit möchte ich nicht aufbringen. Wenn ich mir im Apple-Store den DVB-T-USB-Stick bestelle, erwarte ich, dass er nach dem Einstecken funktioniert und ich experimentieren und recherchieren muss. Dafür habe ich im Vergleich zu anderen Lösungen auch mehr Geld ausgegeben. Auch Schriften extra nachzuinstallieren (die bei Ubuntu glaube ich in's Multiverse oder so verbannt wurden) empfinde ich als lästig. Zuzugeben geht das inzwischen reibungslos und man muss sie sich nicht extra mühsam von irgendwo beschaffen. Wie das Rendering trotzdem noch abweicht, sieht man in dem Artikel von Leonidas.

Ansonsten denke ich aber, dass das beste OS für Python Linux ist, da es dort am einfachsten ist, die häufig benötigten Bibliotheken komfortabel nachzuinstallieren. Warum können andere Betriebssysteme etwas wie das Debian-Paketsystem nicht nachbauen? MacPorts empfinde ich dagegeben primitiv und unpraktisch - zumal es immer erst die Programme übersetzen muss, was schier endlos dauert. Wäre ich 10 Jahre jünger und würde ausschließlich entwickeln, wäre wahrscheinlich Ubuntu mein Favorit.

Stefan

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