deutsch vs english vs denglish

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Sophus
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Samstag 5. September 2015, 20:31

Ich schrieb neulich zu meinem Freund folgende Nachricht "Hey Keule, ich werde mich morgen fernmündlich bei dir melden". Und jetzt zeige mir mal, wo das Wort Telefon vorkommt? :) Und nur weil alles kürzer und knackiger ist, muss es nicht gleich gut sein? Dann lieber bleibe ich dabei, dass ich über Google suche. Ich suche schon Anbeginn über Google. Früher nutzte Ich Yahoo, und habe nicht geyahoot :shock:
nezzcarth
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Samstag 5. September 2015, 20:33

Sophus hat geschrieben:Wie kann man so eine liberal-opportunistische Einstellung hegen?
Zum Beispiel, indem versucht, die dahinter stehenden Mechanismen zu reflektieren.
Was du in deinen Beiträgen äußerst, illustriert sehr gut, wie Sprache als Segregrations- und Stigmatisierungsmechanismus verwenden werden kann, obwohl es dafür keine inhaltliche Grundlage gibt.
Zuletzt geändert von nezzcarth am Samstag 5. September 2015, 20:44, insgesamt 2-mal geändert.
Üpsilon
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Samstag 5. September 2015, 20:35

Oder soll ich anstatt Einstellung Attitude sagen?
Wenn du Juror bei Germany's Next Topmodel bist, dann schon... :mrgreen: :D :)

Natürlich ist ein jeder Anglizismus unnötig, für den man bereits im Deutschen ein kurzes, treffendes Wort hat. Das ist nicht nur bei "Attitude" der Fall, sondern auch bei "coden" oder "downloaden".
PS: Die angebotene Summe ist beachtlich.
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Hyperion
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Samstag 5. September 2015, 20:37

@Sophus: Wir "predigen" sprachlich schwachen Neulingen praktisch immer, dass sie sich klar und präzise ausdrücken müssen, wenn man ihnen helfen soll. Oftmals merkt man Usern auch an, dass sie noch im Schulalter sind und an ihrer Sprachkompentez feilen müssen. Also so liberal sind wir hier sicherlich nicht - das hat letztlich auch nichts mit Liberalität zu tun. Dabei geht es schlicht um die Notwendigkeit, sich *verständlich* zu machen. Stil und Ausdruck sind natürlich nicht immer eine Augenweide - aber das hier ist auch kein deutsches Sprachforum! Ich persönlich hege einfach kein Interesse daran, jedem x beliebigen Fremden nahe zu legen, sich besseres Deutsch anzugewöhnen :K

Wo wir aber schon mal beim Kritisieren von angeblich mangelnder Bereitschaft zur "Erziehung" sind: Imho gehört dazu auch vor allem die *Einsicht* auf Seiten des Ermahnten. Ich bezweifel ganz einfach, dass das bei den Angesprochen auf fruchtbaren Boden fällt. Auf Dich haben wir beispielsweise schon unzählige Male mit immer denselben Hinweisen bezüglich Deiner Methodik- und Designfehler eingeredet - genützt hat es imho bis heute nicht viel! Und das beim hiesigen Kernthema, dem Programmieren. So viel also auch zur "Sinnhaftigkeit" anderen Usern auf Biegen und Brechen falsches Verhalten abzugewöhnen... :twisted:
encoding_kapiert = all(verstehen(lesen(info)) for info in (Leonidas Folien, Blog, Folien & Text inkl. Python3))
assert encoding_kapiert
Üpsilon
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Samstag 5. September 2015, 20:37

Und nur weil alles kürzer und knackiger ist, muss es nicht gleich gut sein
Na dann mal Budder bei die Fische: Was ist für dich gute Sprache?

@Mods: Das hier hat nix mehr mit Programmieren zu tun, dann wäre es vlt passend, den Thread ins Offtopic zu verschieben.
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Sophus
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Samstag 5. September 2015, 20:39

@nezzcarth: Wenn die Sprache wirklich keine Vorschriften kennt, dann könnten wir doch grammatikalische und orthographische Strukturen verwerfen. Die Deutschlehrer reden vorne vor ihren Schülern genauso viel Unsinn. Und wenn du wenn du mal einen Unfall melden musst, kannst ja direkt die 110 wählen und sagen "Hey Girls/Boys, hier haben zwei Autos gecrahst. Ist voll strange alles. Ich bin so in trouble. Das macht mir so fucking Angst. Sie müssen einen helicopter mitbringen, denn das eines abgefuckten Mannes fließt in einem Flow". Alles klar. Allein das Schreiben solch eines Unsinn war echt anstrengend.
Üpsilon
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Samstag 5. September 2015, 20:43

Wenn die Sprache wirklich keine Vorschriften kennt, dann könnten wir doch grammatikalische und orthographische Strukturen verwerfen.
Nur weil etwas nicht verboten ist, heißt das doch nicht, dass man es auch tun will!
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Sophus
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Samstag 5. September 2015, 20:46

@Hyperion: Erwischt :) Aber hey, ich gebe mir wenigstens ein Bisschen Mühe 8)
jerch
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Samstag 5. September 2015, 20:46

Sophus hat geschrieben:Wenn die Sprache wirklich keine Vorschriften kennt, dann könnten wir doch grammatikalische und orthographische Strukturen verwerfen.
Nein können wir nicht ohne weiteres, da beides z.T. Semantik enthält. Das ist auch ein Grund, warum sich z.B. Beugungsregeln über die Jahrhunderte eher langsamer verändern als der Vokabelschatz. Aber ja - in 500 Jahren wird von den heutigen Regeln kaum noch was übrig sein, sie sind ersetzbar.
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Sophus
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Samstag 5. September 2015, 20:48

@jerch: Wenn deine Prognose stimmt, dann bin ich froh, dass ich nicht soooo alt werde :-)
Üpsilon
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Samstag 5. September 2015, 20:56

Ich schrieb neulich zu meinem Freund folgende Nachricht "Hey Keule, ich werde mich morgen fernmündlich bei dir melden". Und jetzt zeige mir mal, wo das Wort Telefon vorkommt? :)
Was mich grade viel mehr interessiert: Wieso benutzt du den afaik aus dem Schwedischen kommenden Gruß "hey"? :) Ich dachte, du sprichst deutsch.
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Sophus
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Samstag 5. September 2015, 20:59

@Üpsilon: Ich muss gestehen, dass ich nicht weiß, was afaik bedeutet. Ich musste hier schon das Wort bzw. die Abkürzung imho nachschlagen. Abkürzungen sind genauso grauenhaft. Aber du hast mich erwischt. Das nächste Mal benutze ich das Wort Hallo :) Das war wirklich ein guter Hinweis.
jerch
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Samstag 5. September 2015, 21:10

Als anekdotische Anmerkung dazu (versteh selbst nix von dem Fachgebiet) - hatte im Rahmen eines Datenbankprojektes an der Uni mal eine interessante Diskussion mit Indogermanisten dazu:
Die westeuropäischen Sprachen zeigen anscheinend alle den Verlust von Flexionen (Fälle oder Verbformen verschwinden) was durch Komposita (synthetisierend oder agglutinierend) und erweiterten Kontextbezug "korrigiert" wird. Diese Entwicklung ist seit 2000 Jahren aktiv. Beispiele dafür sind die Fallarmut des Englischen oder der Siegeszug der schwachen Verben im Deutschen.
BlackJack

Samstag 5. September 2015, 21:12

@Üpsilon: „Googlen“ ist nur „im Internet suchen“, nicht zwangsläufig mit Google. Ist so ähnlich wie Tempo für alle Papiertaschentücher stehen kann, egal welcher Marke.
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Sophus
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Samstag 5. September 2015, 21:13

@jerch: Aus reiner Neugier. Das bedeutet nun konkret?
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