Seriöse Pythonexperten für kleinere Projektumsetzungen...Problem?

Alles, was nicht direkt mit Python-Problemen zu tun hat. Dies ist auch der perfekte Platz für Jobangebote.
Lift123
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Dienstag 27. April 2021, 02:56

Hallo Zsm.

Folgendes Problem: Ich suche für eine Aufgabenbewältigung bei einem bereits fast fertigen Projekt aktuell nun schon seit fast 3 Wochen nach einenm qualifizierten Pythonexperten. Das soll auch garkeine große Oper oder das megagroße Langfrist-Arbeitsverhältnis werden sondern es läuft einfach nach dem unkomplizierten Dienstleistungsprinzip: Aufgabenumsetzung gegen Bezahlung...

Die Scripte werden um ein paar bestimmte Funktionen erweitert, eine Reihe vorhandener Bugs sollen überprüft bzw. rausgemacht werden, bestimmte Dinge an der DB-struktur sollen verändert werden. Es muss auch nicht zwangsläufig einer sein der das Projekt total gut findet oder selbst 100% von dem Konzept überzeugt ist auch wenn das natürlich hilfreich wär...

Leider hat sich das dann doch als etwas schwieriger herausgestellt als bisher angenommen. Zum Einen müssen sich die Leute natürlich in ein bereits zu 90% fertiges Projekt, dass wohl auch von den erforderten Skills nicht für jedermann geeignet ist, einarbeiten, zum anderen scheint der Großteil der Bewerber -zumindest dort wo ich inseriert habe- irgendwie ein gestörtes Kommunikationsverhältnis zu haben ??

Also das *Problem* ist Folgendes: Es haben sich auf eine Ausschreibung, die ins Netz gestellt wurde, in der die konkreten Anforderungen auch bereits näher beschrieben werden zuerst rund 35 Experten, Agenturen und Firmen beworben, was ja eigl. schon ne Menge ist. Man kann also davon ausgehen, dass einige durchaus sehr wahrscheinlich die Voraussetzungen erfüllen und auch ein gewisses Grundinteresse an dem Job bzw. der Thematik vorhanden ist.

Naja dann mit fast allen Bewerbern per Mail weitere Infos hin und her gesendet, mit einzelnen Leuten auch telefoniert. Das Ergebnis: fast 25 der Bewerber haben schlussendlich eine detaillierte Aufgabenbeschreibung und teilweise auch bereits eine Kopie von zumindest einem Teil der Scripten erhalten.....

.....und halten es aber jetzt offenbar weder mehr für nötig dem Projekt zu noch abzusagen! Also so ganz nach dem Motto: Deine Scripte nehm ich gerne, aber kein Bock mit dir zu arbeiten und auch eine Absage ist nicht drin...

Eigenartig bzw. für mich völlig unverständlich ist dabei wie gesagt, dass sich für das Projekt zuerst eine derart hohe Zahl von zumindest dem anschein nach seriös aussehenden Nutzern bewirbt und sich dann quasi alle synchron von 100 auf 0 direkt nach dem Zusenden der Scripte (weiterer Details) in dieser Art verabschieden...
Also es gab von wirklich allen Kandidaten bislang noch genau eine einzige Absage (Funfact: es hat sich herausgestellt, dass Derjenige wohl nichtmal IT'ler ist), 2 wollten es zuerst *unbedingt machen*, bei einem ist jedoch nach anfänglicher Zusage nach X - Tagen unnötiger Wartezeit urplötzlich ein "anderer extrem vielversprechender Job" dazwischengekommen, (Leute sowas weiß man schon vorher und nimmt nicht einem Projekt eine ganze Woche weg!) ,ein weiterer wollte nochmal "telefonieren" und hat sich bislang ebenfalls nicht mehr gemeldet / bzw. macht jetzt auf nicht erreichbar...
So fast schon als wär's ne abgesprochene Sache....?
Von allen 21-22 anderen Bewerbern, die bislang Infos bzw. Quelltext erhalten haben: Totenstille, Schockstarre ???

Meine Frage: Was genau könnte dahinter stecken?
Liegt es evtl. an Corona? Ist mein Deutsch zu schlecht / hab ich die Pest? oder hat es andere besondere gewichtige Gründe (fallen die Leute nach dem Öffnen der Scripte im Editor alle tot um?), oder bin ich einfach zu *ungeduldig* nach knapp 1 Woche zumindest eine adäquate Rückmeldung, Zu oder Absage zu erwarten?

Es ist auch nicht mein erstes Projekt. Ich habe die ganze Prozedur mit anderen Projekten schon früher oft praktiziert aber sowas in der Art erleb ich tatsächlich zum ersten mal...

Muss dazu sagen, dass die Aufgaben zwar eine kurze Einarbeitung erfordern, aber keineswegs absolut un-realisierbar sind und ich für die Umsetzung sogar eine deutlich übertarifliche Bezahlung angeboten habe und das Projekt selbst bereits Geld einbringt, was ein Feedback dieser Art irgendwie sehr unverständlich macht...?

Wäre es eventuell eine gute Idee nochmal etwas hartnäckiger bei allen Bewerbern nachzuhaken? (Ich hasse es eigl. Menschen hinterher zu rennen). Von einem der ursprünglichen Interessenten warte ich jetzt schon seit >3 Wochen auf eine Nachricht...

Ich meine am Ende muss der Job nur von einer einzigen Person ausgeführt werden, ich bin also Derjenige, der theoretisch zum Schluss 95% absagen muss...

Und das Andere: Gibt es eine funktionierende Möglichkeit -z.b das Erstellen von scrollbaren Screenshots- oder andere geschickte Möglichkeiten um zu vermeiden, dass man für einen IT-Job jedesmal unkontrolliert alle Originalscripte oder gar Passwörter herausgeben muss, wenn noch garnicht klar ist ob der Job am Ende auch tatsächlich erledigt wird? Irgendwie müssen die Leute ja einen Einblick bekommen, aber ich hab grad absolut kein Bock mehr mir von derartigen Spaßvögeln wichtige Scripte wegnehmen zu lassen....

Wie haben andere Projektauftraggeber soein Problem in den Griff bekommen?
DasIch
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Dienstag 27. April 2021, 12:48

Durch die hiring freezes letztes Jahr und das massive Wachstum hat die Nachfrage einen deutlichen Sprung gemacht. Wenn es darum geht Leute fest einzustellen sind 6 Monate und mehr für eine Senior Position momentan völlig normal, zumindest bei unseren Erwartungen. Würde mich nicht wundern wenn es auch den Freelancer Markt inzwischen trifft weil Unternehmen anfangen darauf zuzugreifen bis sie Leute gefunden haben die sie permanent einstellen können.
__deets__
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Dienstag 27. April 2021, 14:06

@DasIch: Die aktuelle c't spricht da eher von einer bestenfalls anlaufenden Entwicklung, an sich war Corona-bedingt 2020 eher ein schwieriges Jahr fuer Freelancer. Was einige Freunde am eigenen Leib erfahren haben. Aber kann natuerlich in den letzten Wochen schon anders aussehen.

@Lift123: der offensichtliche Zusammenhang ist in diesem Fall der Auftraggeber. Natuerlich kann man das hier nicht abschliessend beurteilen, aber der Teil, der mir sofort ins Auges sticht: der Wunsch, den Zugriff auf die Quellen einzuschraenken, und die durch Formulierungen wie "deine Skripte nehme ich gerne" mitschwingende Unterstellung, IT-Dienstleister wuerden sich irgendwie an dem geteilten Code "bereichern" - als ob das eine handelbare Waehrung waere. Ist es nicht. Code ist erstaunlich wertlos ohne den groesseren Zusammenhang, in dem er entstanden ist. Offensichtliche Ausnahmen bilden die extra zu diesem Zweck erstellten Bibliotheken. Aber davon reden wir ja nicht.

Ich habe schon erlebt, das man von Auftraggebern an einer kurzen Leine gehalten wird, was Beschreibung des Problems, Zugriff auf Informationen, Daten und Systeme angeht. Und das ist bestenfalls hinderlich, schlimmstenfalls wirklich aergerlich, und kann dazu fuehren, dass man vereinbarte Ziele nicht im anvisierten Zeit- und Kostenrahmen umsetzen kann. Und dann gibt's Knatsch. Wenn ich das also rieche, dann mache ich da einen Bogen drumrum.

Gleichzeitig ist es natuerlich nachvollziehbar, das man nicht einfach die Hosen runterlassen will, nur weil man mit jemandem ueber einen potentiellen Auftrag redet. Wir loesen dieses Problem (ich arbeite auch umgekehrt als Festangestellter in Teilzeit, und beauftrage da Freie) mit NDAs. Danach haben die Leute (mehr oder minder) ungehinderten Zugang zu den Quellen. Allerdings sind wir natuerlich auch gross genug, um eine Rechtsabteilung zu haben, die diesen Prozess hochautomatisiert hat, weil wir das oft machen. Aber vielleicht ist das eine Moeglichkeit.

Und noch mal zur Sicherheit: meine Wahrnehmung hier mag auch daneben liegen, das ist nur das, was mir beim lesen in den Kopf kam. Ich persoenlich neige zur Verbindlichkeit, und wuerde auch explizit absagen, wenn ich kein Interesse mehr an etwas habe. Wie es im allgemeinen um diese Eigenschaft aus der Kinderstube bestellt ist, kann ich nicht beurteilen.
Sirius3
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Dienstag 27. April 2021, 14:23

Ich kann mich __deets__ nur anschließen. Dass jemand Code klauen will, ist sehr unwahrscheinlich. Auf der einen Seite ist es sehr schwierig, passende Leute zu finden. Natürlich passt man immer auf des geforderte Profil, anders hat man als Freischaffender gar keine Chance.
Auf der anderen Seite hört sich für mich die Jobbeschreibung nicht gerade attraktiv an. Ein Angebot zu erstellen, ist viel Aufwand, vor allem, wenn der Kunde eine so genaue Vorstellung davon hat, wie es ablaufen soll. Ein paar Bugs beheben und ein bißchen die Datenbank anpassen, das ist ja gleich gemacht, und dann muß man große Teile bestehenden Codes umschreiben, weil es nicht paßt.
Da will man mit seiner Kostenabschätzung natürlich nicht den Kürzeren ziehen. Und das alles für einen kleinen Auftrag mit einer 5%-Chance? Natürlich keine Entschuldigung dafür, keine ordentliche Absage zu schicken.
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kbr
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Dienstag 27. April 2021, 15:53

@Lift123: Eine Erklärung für die vielen Absprünge wäre, dass das Angebot nicht attraktiv genug ist: Wenn "nur" noch 10% Code zu schreiben, aber jede Menge fremder Code zu verstehen sind, dann muß das mit in die Kalkulation aufgenommen werden und ggf. wird es dann doch ziemlich teuer und mit Deinen Preisvorstellungen nicht mehr vereinbar. Möglicherweise hat der Code auch eine Komplexität und einen Umfang, der die Interessenten nach Sichtung überfordert. Auch stellt sich die Frage, warum die fehlenden 10% fehlen und das Projekt nicht von den ursprünglichen Programmierern fertiggestellt wurde – das wäre die preiswerteste Variante gewesen. Liegt möglicherweise ein grundlegender Designfehler vor?
Das lässt sich hier natürlich alles nicht beantworten und die Szenarien mögen auch nicht zutreffend sein.
Was mich aber verwundert, ist die von Dir beschriebene mangelnde Verbindlichkeit der Kandidaten. Eine höflich formulierte Absage gehört zum guten Stil im Geschäftsleben.
Lift123
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Dienstag 27. April 2021, 19:53

kbr hat geschrieben:
Dienstag 27. April 2021, 15:53
Auch stellt sich die Frage, warum die fehlenden 10% fehlen und das Projekt nicht von den ursprünglichen Programmierern fertiggestellt wurde – das wäre die preiswerteste Variante gewesen.
Sagen wir, dass es mit der ursprünglichen EntwicklerIN ein paar persönliche Differenzen gab und sie am Ende nicht mehr für das Projekt arbeiten wollte (hat nichts mit der Programmierung zutun)

Übrig geblieben sind dabei jedoch eine Reihe von Bugs und nicht fertiggestellten Arbeiten.

Natürlich wäre es für alle besser und auch am preiswertesten wenn sie selbst die Arbeit doch noch fertig machen würde, leider fehlt es mir aber grad massiv an kreativen Ideen wie ich sie noch überzeugen könnte....

Ansonsten bleibt halt nur die Frage wie sich hier möglichst schnell und am Besten eine Lösung findet:

a) Das Projekt ist zu 90-95% fertig, ein Produktiveinsatz um daran zu verdienen ist bereits möglich, daher auch die zumindest theoretische Möglichkeit des Scripte klauen. Wer behauptet, die Scripte seien wertlos weiß halt leider überhaupt nicht um was es geht. Um noch genaueres zu sagen haben mir auch schon einige Leute richtig viel Geld für die alleinige Nutzung der Scripte geboten...
b) Es sollte möglich sein, sich in 2-4 Tagen in die wichtigsten Funktionen der Scripte einzuarbeiten, die eigentliche Umsetzung der Funktionen sollte dann weitere 2-4 Tage dauern. Mehrere der Bewerber haben ja schon zumindest theoretisch bestätigt, dass das kein Problem sei...
c) Geld oder Bezahlung spielt für mich keine Rolle. Es darf auch gerne richtig teuer werden... Ich kann mir das leisten.
d) Was mach ich mit den bisherigen Bewerbern? Mal vorausgesetzt, dass das nicht alles Fakeanfragen bzw. Freunde von -oder im Auftrag- meiner Ex-Entwicklerin sind, weil bisschen merkwürdig ist das alles schon....
e) Wäre es dann evtl. ratsam die Suche nach passenden Experten (einschließlich Papierkram, Mails hin und her, herumtelefonieren) eher einem Personalprofi zu überlassen anstatt das alles selbst zu übernehmen?
f) Was hat sich gegenüber 2014-2016 so stark verändert?
Mir fällt auf, dass zum einen damals die Preise deutlich günstiger waren wie heute, zum Anderen war scheinbar auch die Qualität der Bewerber und die Bereitschaft Schwieriges bis Unmögliches zu leisten größer...?
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__blackjack__
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Dienstag 27. April 2021, 20:21

@Lift123: Ad d) Was genau meinst Du damit? Bildschirmfotos von der Webanwendung im Browser? Dafür hat beispielsweise Firefox bereits eine Funktion an Bord.
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jerch
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Mittwoch 28. April 2021, 12:23

@Lift123:

Als Tipp/Überlegung - wenn das Projekt zu 90% abgeschlossen ist und eine gewisse Größe (LOCs?) und Komplexität bereits erreicht hat, solltet Ihr versuchen, einen Senior-Entwickler zu finden. Leider tummeln sich im Freelancer-Teich von Möchtegerns über Juniors bis Seniors alles und es nicht einfach da jemanden zu finden, der sich mal eben so in ein größeres Projekt einarbeitet. Evtl. müsst Ihr an Eurer Preisvorstellung drehen, um die "Hechte" zu erreichen. Selbstständige Seniors findet Ihr eher weit jenseits 100€/h, darunter wirds schwierig für Freelancer rentabel zu bleiben. Hier kann es lohnen, lieber den Kandidaten für 300€/h anstelle für 80€/h zu nehmen, wenn die Referenzen thematisch passen - einfach weil so jemand viel schneller das Projekt erschliesst und produktiv werden kann.

Und nicht zuletzt verweise ich auf das Parento-Prinzip - die letzten 20% kosten oftmals 80% des Aufwandes. So könnte es sein, dass Eure alten Entwickler systematische Fehlkonzeptionen "mitgeschleift" haben (passiert leider allzu oft unter Zeitdruck oder falscher Agilität), die nun als Bugs stehen bleiben. Wenn das der Fall ist, kann es passieren, dass plötzlich große Teile überarbeitet werden müssen, nur um einen der Bugs zu beheben. Das hängt stark davon ab, wie sorgfältig das Bestehende entwickelt wurde. Ein guter Senior würde Euch hierüber Auskunft geben können (Bestandsanalyse).
Mir fällt auf, dass zum einen damals die Preise deutlich günstiger waren wie heute, zum Anderen war scheinbar auch die Qualität der Bewerber und die Bereitschaft Schwieriges bis Unmögliches zu leisten größer...?
Zur Zeit fischen die großen IT-Buden den Markt leer, d.h. das Angebot wird dünner (die Preise steigen und/oder Qualität sinkt). Angebot und Nachfrage...
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__blackjack__ hat geschrieben:
Dienstag 27. April 2021, 20:21
@Lift123: Ad d) Was genau meinst Du damit? Bildschirmfotos von der Webanwendung im Browser? Dafür hat beispielsweise Firefox bereits eine Funktion an Bord.
Ich meinte eine Anwendung womit man z.b aus sehr langen Dateien (herunterscrollbare) Screenshots erstellen kann. Hab sowas in der Art aber bereits gefunden, geht aber leider nur mit PDF-Dokumenten.
Problem: Leider scheint es hierbei auch Anwendungen zu geben, die aus den PDF-Dateien wieder Quelltext herausfischen bzw. umwandeln können...
Was ich also noch benötigen würde wäre eine Anwendung, die PDF-Dokumente so verändert, verfremdet oder verzerrt dass es ein menschliches Auge zwar noch lesen kann aber der Code sich -zumindest nicht in maschinenlesbarer Form- ohne Weiteres 1 zu 1 in Python zurückumwandeln lässt. Gibt es soetwas?
Lift123
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Samstag 1. Mai 2021, 00:40

jerch hat geschrieben:
Mittwoch 28. April 2021, 12:23
@Lift123:

Als Tipp/Überlegung - wenn das Projekt zu 90% abgeschlossen ist und eine gewisse Größe (LOCs?) und Komplexität bereits erreicht hat, solltet Ihr versuchen, einen Senior-Entwickler zu finden. Leider tummeln sich im Freelancer-Teich von Möchtegerns über Juniors bis Seniors alles und es nicht einfach da jemanden zu finden, der sich mal eben so in ein größeres Projekt einarbeitet. Evtl. müsst Ihr an Eurer Preisvorstellung drehen, um die "Hechte" zu erreichen. Selbstständige Seniors findet Ihr eher weit jenseits 100€/h, darunter wirds schwierig für Freelancer rentabel zu bleiben. Hier kann es lohnen, lieber den Kandidaten für 300€/h anstelle für 80€/h zu nehmen, wenn die Referenzen thematisch passen - einfach weil so jemand viel schneller das Projekt erschliesst und produktiv werden kann.
Also mir ist tatsächlich in meiner gesamten Laufbahn noch keiner begegnet, der auch nur annähernd derartige Preise verlangt.
Selbst 100€/H ist bereits "viel" . Das höchste was z.b bisher bei diesem spezifischen Projekt heraus kam war 80€/H, meist sind die Angebote aber eher bei 50-65€

Und auch das ist im Vgl. zu dem was man früher teilweise gezahlt hat bereits recht viel.

Und nein ich glaube so eine riesige Projektgröße hat das Ganze nicht, dass Derartiges jetzt angemessen wär.
Der Quelltext ist auch nicht wirklich extrem unglaublich kompliziert oder umfangreich. Schätze es geht um eine 4 stellige Zeilenzahl (gut kommentiertem Text), den einer der sich reinarbeitet lesen muss und je nach gelöstem Bug oder neuer Funktion je eine 1-3 stellige Zeilenzahl, die neu geschrieben werden müsste.

Das Meiste was die Bug und Fehlerbehebung betrifft könnte wahrscheinlich jeder durchschnittliche IT-Student als 1 Mann - Job in wenigen Tagen lösen. Dafür brauch ich wahrscheinlich weder eine jur. Fachtabteilung, noch einen Senior...





Zur Zeit fischen die großen IT-Buden den Markt leer, d.h. das Angebot wird dünner (die Preise steigen und/oder Qualität sinkt). Angebot und Nachfrage...
Müssten dann die Preise -grade für selbstständige Freelancer- nicht eher fallen? Schließlich gehen alle nur noch zu den Großen = weniger Aufträge
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Samstag 1. Mai 2021, 01:54

@Lift123: Du meinst ”Bildschirmfotos” von Quelltext? Was soll denn *der* Unsinn? Wenn das lesbar ist, kann man OCR drauf loslassen. Wenn das so verfremdet ist, das OCR nicht geht, dann will das sicher auch kein Mensch lesen.

Spätestens wenn Du eine Aufwandsschätzung willst, oder eine verbindliche Zusage, denn da will der potentielle künftige Programmierer die für sich machen, musst Du den Quelltext herausrücken. Da will sicher keiner verzerrte Bilder, sondern Daten über die man mal Programme laufen lassen kann die Metriken erstellen und/oder sich mal durch den Quelltext greppen um den ein bisschen zu verstehen. Zum Beispiel wenn man sich eine Funktion, Klasse, oder Methode anschaut und sehen möchte wo die verwendet wird, dann wird man ja sicher nicht auf verzerrten Bildern von Quelltext danach suchen wollen.

Wenn man es unbedingt möchte, kann man mit https://pygments.org Bilder aus Quelltexten erstellen. Und sich dann sicher mit ImageMagick das ganze auch verzerren und mit Wasserzeichen versehen.

Wieso weniger Aufträge? Es war gemeint das die IT-Buden den Arbeitsmarkt leer fischen: Weniger Freischaffende, also für die weniger Konkurrenz, also höhere Preise, oder schlechtere Freischaffende, denn wenn die besser wären, hätten sie ja 'nen Job in einer Firma.
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lambdax
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Samstag 1. Mai 2021, 02:22

So ich mische mich jetzt auch ein :)
Ich bin 6 jähriger Python Experte und würde mich gerne um dein Projekt kümmern @Lift123, aber ich finde zu sowas gehört auch eine angemessene Beratung, Lastenheft, Pflichtenheft, schriftliches Angebot etc. Wenn das nicht zustande kommen kann, wird es sowohl für Kunde, als auch für den Freiberufler schwierig :)
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Samstag 1. Mai 2021, 05:51

@Lift123: So richtig verstehe ich dein Problem nicht. Wenn du doch schon so viel des Programms selbst geschrieben hast, dann sollte das Fertigstellen für dich doch kein Problem sein.

Und wenn du denkst, dass ein Student lösen kann, dann such dir doch einfach einen? Der passt dann vielleicht besser in das Budget, das du dir vorgestellt hast.

Unabhängig von deinem Fall gibt es immer Leute am Markt, die sehr spezielle Vorstellungen davon haben was ein externer Programmierer kosten darf, was er sehen darf und wie viel wohl sein Aufwand ist. In letzter Zeit vor allem im Bereich Finanzen.

In deinem Fall gehört natürlich eine höfliche Absage des Auftrags dazu. Deine Aussagen über Quelltext, der geklaut werden kann, dass ein Freelancer weniger verdienen soll als ein Handwerker, dass du bereits die Software quasi fertig hast aber nicht beenden kannst - ein Student jedoch schon... Das klingt jetzt auch nicht überzeugend seriös.
__deets__
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Samstag 1. Mai 2021, 10:24

Einzelne Code-Zeilen als Captcha? Es wird schon ein bisschen absurd. Und wenn ich an den Code will, was hindert mich daran, zuzusagen, den Zugriff zu bekommen, und dann abzuspringen? Ein gut gemachter Vertrag? Wenn’s dafür reicht, warum nicht für einen stinknormalen NDA? Oder muss als nächste Eskalationsstufe dann im Keller vor Ort gearbeitet werden, aber Smartphones müssen draußen bleiben?

Es verfestigt sich genau der Eindruck, den ich schon zu Beginn gewonnen habe - ein eklatantes Vertrauensproblem. Damit ist es kein Wunder, wenn da niemand aufspringen will. Umgangsformen hin oder her.

Nun mag es sein, dass es sich hier wirklich um eine schon fast rund laufende Gelddruckmaschine handelt. BTC Bot, oder was auch immer. Und das Risiko real. Nur ist dann die Lösung kein Freier, den man irgendwie gängelt. Sondern ein Partner. Den zu finden & sich nicht zu entzweien ist natürlich auch so ein Ding...

Zu guter Letzt eine immer wieder gemachte Beobachtung: Leute, die etwas nicht können, aber denen, die es können, erzählen wollen, was wie aufwendig bei deren Job ist, haben ein Problem. Wahlweise mit der Wertschätzung anderer Leute Arbeit. Oder der Überschätzung eigener Einsicht. Beruflich sind wir andauernd daran, unsere Arbeitsaufwände zu schätzen. Damit vernünftig priorisiert und geplant werden kann. Und selbst mit einer Handvoll eingearbeiteter, fähiger Leute geht das gerne mal daneben. Und da haben wir vollen Zugriff und müssen uns das Bild nicht durch ein Schlüsselloch machen. Abschätzung ist eines der, wenn nicht das, härteste Problem, das IT-Arbeit kennt.

Und wenn da jemand von außen drauf schaut & sagt “das ist nur...”, dann fängt man wahlweise an zu schmunzeln oder zu runzeln....
jerch
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Registriert: Mittwoch 4. März 2009, 14:19

Samstag 1. Mai 2021, 12:23

@Lift123: Im Senior/Spezialisten-Segment sind die Preise, die ich Dir genannt habe, durchaus üblich (meist in Tagessätzen berechnet, bewegt sich zwischen 800 - 2000 €). Die Leute werden gerne von Firmen als "Feuerwehr" geholt um kurzzeitigen Support für XY zu leisten (wenige Arbeitstage). 50€/h sind für jeden Freelancer auf Dauer nicht rentabel, dass geht nur anfangs gut, wenn man alle anderen Verbindlichkeiten wie Rentenrücklage/Versicherungen in den Skat drückt und sich einen geringen Lohn auszahlt (keine Familie zu ernähren hat).

Aber egal, wenn Du so jemanden nicht brauchst und glaubst, dass ein Student das lösen kann - klar warum nicht. Unter 100 Studenten gibt immer auch 5-10, die richtig gut sind, es schaffen, verbindliche Arbeit neben dem Studium abzugeben usw. - dann muss aber auch die Gegenseite/Chemie stimmen. Und da schliesse ich mich __deets__ Ausführungen an.
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