Dynamische Initialisierung einer Klasse

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brave
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Dienstag 6. März 2018, 01:48

Hallo Leute,

Ich möchte gerne eine Klasse dynamisch initialisieren.
Es gibt 5 Init Variablen, nennen wir sie a,b,c,d,e von denen ich zwei auswähle aus denen ich dann jeweils die anderen 3 errechnen kann.
Ich könnte das so machen:

Code: Alles auswählen

class Dynamic:
    def __init__(self, a=None, b=None, c=None, d=None, e=None):
        # Wenn a, b gegeben ..
        self.a =  a
        self.b = b
        self.c = (self.e*self.a)**0.5
        self.d = self.a/self.c
        self.e = self.c**2/self.a
        
        # Wenn c, d gegeben ...
        self.a =  const*self.b/const
        self.b = self.a*const
        self.c = c
        self.d = d
        self.e = c**2/self.a
        
        # Wenn e, a gegeben ...
        self.a =  a
        self.b = a*const
        self.c = (e*a)**0.5
        self.d = a/self.c
        self.e = e
        
        ...
        

if __name__ == '__main__':
    obj1 = Dynamic(a, b)
    obj2 = Dynamic(c, d)
    obj3 = Dynamic(e, a)
    ...    
Aber ich müßte dann für jede der 10 möglichen Kombinationen den Formelblock neu hinschreiben.
Geht das irgendwie intelligenter?

Danke und Gruß
brave
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noisefloor
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Dienstag 6. März 2018, 07:43

Hallo,

um das Schreiben der Formeln wirst du nicht umhinkommen. Allerdings würde ich die fehlenden Atttribute nicht automatisch berechnen lassen, sondern eine Methode wie `calculate_missing_attribute` schreiben, die explizit aufgerufen werden muss.

Gruß, noisefloor
__deets__
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Dienstag 6. März 2018, 07:54

Also aktuell hast du da ein paar dicke Fehler drin. Zum einen rufst du die Klassen IMMER mit a, b auf. Nur weil deine Variablen auf aufrufseite c und d heißen, ändert der Konstruktor nicht magisch seine Argumentreihenfolge. Da musst du schon explizit Keyword-Argumente verwenden.

Und im zweiten Fall hast du c & d gegeben, und berechnest a und b aus jeweils b und a - das geht ja auch in die Hose.

Um die fallunterscheidung kommst du *vielleicht* rum, indem du properties verwendest. In denen kannst du dann explizit prüfen „ist X da, dann zurück geben, sonst berechnen aus”. Ob das klappt musst du mal ausprobieren.
Sirius3
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Dienstag 6. März 2018, 08:15

Um das von Hand rechnen zu sparen, kannst Du sympy verwenden, um Dein Gleichungssystem nach den fehlenden Variablen dynamisch auflösen zu lassen. Sonst würde ich umgekehrt vorgehen und Abfragen `if a is None: ...`
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bwbg
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Dienstag 6. März 2018, 11:32

Da sich die Attribute c, d, e aus a und b herleiten lassen, können diese als properties angelegt werden. Somit käme __init__ mit a und b aus.

Für die alternativen Initialisierungen/Konstruktionen böten sich Klassenmethoden an.
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brave
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Sonntag 11. März 2018, 00:16

Es ist doch komplizierter weil doch kein LGS und ich komme um abfragen nicht herum. Aber auch mit Sympy müsste ich ja fragen, is x und y da, wenn ja dann evaluiere nach z usw.

Grundsätzlich:
Warum soll man Attribute nicht direkt berechnen sondern über properties gehen?
Der einzige Vorteil ist, dass der Anwender der Klasse ein Property nicht versehenlich überschreiben kann, wenn kein setter gesetzt ist oder?

Zusatzfrage:
Wird ein property-Attribut einmalig beim erstellen eines Objektes berechnet oder jedesmal wieder, wenn es benutzt wird?
Wenn zweiteres, wäre das ja eher ein Grund die nicht zu benutzen.
Sirius3
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Sonntag 11. März 2018, 13:27

@brave: wer spricht hier von linearen Gleichungssystemen? Deine Formeln können nicht stimmen, weil man aus ihnen nicht alle Variablen berechnen kann.

Hier mal ein Beispiel:

Code: Alles auswählen

class Dynamic:
    def __init__(self, a=sympy.Symbol('a'), b=sympy.Symbol('b'), c=sympy.Symbol('c'), d=sympy.Symbol('d'), e=sympy.Symbol('e')):
        result = sympy.solve([(b*a)**0.5-c, a/c - d, c**2/a-e])
        self.a = result.get('a', a)
        self.b = result.get('b', b)
        self.c = result.get('c', c)
        self.d = result.get('d', d)
        self.e = result.get('e', e)
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