Programmieren selber bei bringen?

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xRevu
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Montag 3. März 2014, 10:44

Hey Leute ich hab mal eine frage und zwar kann man Programmieren aus dem Internet und durch Bücher lernen also ohne das man Studiert? Seit einigen Wochen versuche ich Python zu lernen hab mir Bücher gekauft und versuch es auch aus dem Internet zu lernen uns es läuft sehr gut ich verstehe alles und versuche es auch umzusetzen, hatte auch keine Schwierigkeit rein zu kommen.
anogayales
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Montag 3. März 2014, 10:52

Du hast doch deine Frage gerade selbst beantwortet.

Man muss nicht studieren um programmieren zu lernen.

Grüße,
anogayales
xRevu
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Montag 3. März 2014, 10:56

:D Danke für deine antwort. hast schon recht, wollte jedoch eure meinungen hören wie ihr das denkt ob es geht oder nicht.
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/me
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Montag 3. März 2014, 11:45

xRevu hat geschrieben:Hey Leute ich hab mal eine frage und zwar kann man Programmieren aus dem Internet und durch Bücher lernen also ohne das man Studiert?
Was glaubst du, wie wir vor 30 Jahren beim C=64 das Programmieren gelernt haben? Bücher, Zeitschriften und ganz besonders wichtig: Ausprobieren.
BlackJack

Montag 3. März 2014, 12:10

Wobei ich mir gerade wieder mal ein eigenes Programm aus der Zeit angeschaut habe, und da fehlte mir eindeutig Wissen und Erfahrung aus der Softwaretechnik die damals nicht in den Büchern und Zeitschriften vermittelt wurden. :-) Teilweise eher im Gegenteil, damals war es noch schick alles so kurz und ”clever” wie möglich zu formulieren. Das rächt sich wenn man 25 Jahre später wieder in den Quelltext schaut. :-)
Leonidas
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Montag 3. März 2014, 12:15

xRevu hat geschrieben:kann man Programmieren aus dem Internet und durch Bücher lernen also ohne das man Studiert?
Natürlich, wie denn sonst? Beim Studium wird einem Programmieren nicht beigebracht.
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snafu
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Montag 3. März 2014, 13:41

BlackJack hat geschrieben:Wobei ich mir gerade wieder mal ein eigenes Programm aus der Zeit angeschaut habe, und da fehlte mir eindeutig Wissen und Erfahrung aus der Softwaretechnik die damals nicht in den Büchern und Zeitschriften vermittelt wurden. :-)
Würde ich nämlich auch sagen. Man kann zwar im Selbststudium lernen, relativ kleine Programme zu schreiben. Für große Projekte und ordentlichen Code (gerade für nicht-triviale Aufgaben) braucht es aber häufig ein Wissen über bestimmte Hintergründe, welches durch das häppchenweise Aufschnappen von Online-Tutorials und Code-Beispielen in aller Regel nicht erlangt werden kann. Der Umkehrschluss gilt allerdings nicht unbedingt: Es gibt ja reichlich Informatiker, die trotzdem beschissene Programme schreiben... ;)
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snafu
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Montag 3. März 2014, 13:50

Leonidas hat geschrieben:
xRevu hat geschrieben:kann man Programmieren aus dem Internet und durch Bücher lernen also ohne das man Studiert?
Natürlich, wie denn sonst? Beim Studium wird einem Programmieren nicht beigebracht.
Das stimmt nur bedingt. Denn Einführungsmodule für Programmiersprachen vermitteln ja durchaus gewisse Programmiertechniken. Die Umsetzung zu einem kompletten Programm muss man natürlich im Selbststudium machen. Und in aller Regel reichen aber die in den Vorlesungsunterlagen vermittelten Kenntnisse nicht aus, um völlig ohne jede Vorerfahrung tatsächlich Programme schreiben zu können (auch wenn gerne mal das Gegenteil behauptet wird), was durchaus frustrierend für Anfänger sein kann. Ich würde aber trotzdem sagen, dass man mit einem abgeschlossenem Studium tendenziell mehr Wissen und bessere Fertigkeiten beim Programmieren erlangt hat als ohne Studium.
EyDu
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Montag 3. März 2014, 14:02

snafu hat geschrieben:Ich würde aber trotzdem sagen, dass man mit einem abgeschlossenem Studium tendenziell mehr Wissen und bessere Fertigkeiten beim Programmieren erlangt hat als ohne Studium.
Ich würde hier ein wenig differenzieren. Mit dem Zusammensammeln von Onlinetutorials wird sicher niemand besonders weit kommen, zumindest muss am Ende etwas theoretischeres Material stehen. Viele von den Selbstlernen enden wahrscheinlich irgendwo bei OOP, damit lassen sich die meisten Probleme auch erschlagen. Bei grob vorgegebenem Lösunsweg kommen da wahrscheinlich recht brauchbare Lösungen raus, auch wenn diese mitunter umständlicher gelöst sind als notwendig.

Ab einem gewissen Level geht es meiner Meinung dann nicht mehr ohne Studium. Alleine deshalb, weil so viele Themengebiete angeschnitten werden, auf die die meisten alleine wohl nie stoßen würden. So nach dem häufigen Motto: Funktionale Programmierung kann ich, ich benutze doch Funktionen. Aber irgendwann geht es ohne gewisse theoretische Hintergründe und einen ordentlichen Batzen an Mathematik nicht mehr. Zumindest nicht dann, wenn recht offene Probleme mit einem nicht-vorgegebenen Lösungsweg gelöst werden müssen.

Klar, es gibt sicherlich für beide Richtungen (die mit Studium und die ohne) Ausnahmen.
Das Leben ist wie ein Tennisball.
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snafu
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Montag 3. März 2014, 14:16

@EyDu: So in etwa meinte ich das auch. Du hast es aber nochmal anschaulicher ausformuliert. Danke dir. :)
BlackJack

Montag 3. März 2014, 14:22

Die Frage ist vielleicht auch ein wenig was man als Studium ansieht. Ich denke man kann durchaus ohne in einer Uni oder Fachhochschule eingeschrieben zu sein, ein guter Programmierer werden. Es gibt ja zum Beispiel immer mehr Online-Kurse, auch von Universitäten und zum Teil kostenlos, wo man auch Dinge lernen kann, die über die übliche Einsteigerliteratur zu Programmiersprachen für „Laien” hinaus geht.

Und ein Hochschulstudium macht keinen automatisch zum guten Programmierer. Vor allem auch weil das Erfahrung braucht, und die kann man nicht ausschliesslich mit kleinen in sich geschlossenen Übungsaufgaben erwerben und vielleicht einem oder zwei etwas grösseren Projekten. Ich kenne sowohl Absolventen die gute Programmierer sind, als auch welche die eher schlechte Programmierer sind, und auch gar keine Freude am Programmieren haben.
xRevu
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Montag 3. März 2014, 15:14

Also man kann schon eine sprache im internet lernen. Jedoch kann man sichnnicht viel wissen aneignen als in einem studium? Hab ich es richtig verstanden
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Montag 3. März 2014, 15:22

xRevu hat geschrieben:Also man kann schon eine sprache im internet lernen. Jedoch kann man sichnnicht viel wissen aneignen als in einem studium? Hab ich es richtig verstanden
Ich weiß ja nicht genau wie du dir ein Studium vorstellst, aber darin kommt sehr viel Eigenarbeit vor. Natürlich können dir Vorlesungen einen gewissen Hintergrund und neue Ideen geben, aber im Endeffekt musst du dann doch selber lernen.

Um es an einem praktischen Beispiel zu sagen: Um so etwas wie Facebook zu bauen brauchst du kein Studium. Um es flexibel genug zu bauen und zu betreiben brauchst du allerdings Wissen das über die reine Beherrschung der Syntax einer Programmiersprache hinausgeht und so etwas kann man u.a. in einem Studium lernen.
JonasR
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Montag 3. März 2014, 15:31

Gibt übrigens auch eine "Ausbildung zum Programmierer". Heißt Fachinformatiker Anwendungsentwicklung
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pillmuncher
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Montag 3. März 2014, 15:32

Ich habe nicht studiert. Ich habe nicht mal Abitur. Mein Mittlere-Reife-Zeugnis ist schlechter als 3.0. Meine Mathe-Note war eine 3, und das nur, weil ich sie durch die Abschlussprüfung retten konnte.

Ich halte mich nicht für einen Superprogrammierer, bloß für einen brauchbaren. Als solcher habe ich studierte Programmierer gesehen, die Concurrency, Design Patterns oder funktionale oder logische Programmierung nicht mal ansatzweise verstanden haben. Leute, die die mathematischen Grundlagen unserer Zunft (also insbesondere Diskrete Mathematik, abstrakte Algebra und mathematische Logik) nicht wirklich kannten. Die nicht mal in der Lage waren, die Zeitkomplexität der von ihnen programmierten Algorithmen zu bestimmen.

Natürlich habe ich auch sehr gute Programmierer kennengelernt. Mein Eindruck war allerdings, dass ein absolviertes Informatikstudium kein Indiz für die Programmierfähigkeiten einer Person sind. Manche von den sehr guten Programmierern waren ausgebildete Informatiker, manche waren E-Techniker, Physiker oder Maschinenbauer, einer war ein Doktor der Philosophie, eine war Linguistin. Andere waren, so wie ich, Autodidakten.

Mein Fazit: mit Interesse, Fleiß, Hirnschmalz, etwas Talent und vor allem Disziplin kann man sehr weit kommen in unserem Beruf. Ein Informatikstudium schadet nicht, aber ohne die genannten Eigenschaften hilft es auch nicht.

Außerdem: was /me gesagt hat. Für Facebook braucht man Graphentheorie, und man muss wissen, wie man auf Graphen operierende Algorithmen so auf zigtausende Maschinen verteilt, dass man Freunde von Freunden nicht erst in hundert Jahren findet.
In specifications, Murphy's Law supersedes Ohm's.
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